Diese Werke und Stiftungen unterstützen das Studium

Die Begabtenförderungswerke

In Deutschland vergeben 13 Begabtenförderungswerke Stipendien. Die Grundförderung beträgt im Monat maximal 670 Euro und das Büchergeld 300 Euro. Wo man sich bewerben kann, hängt von politischen und konfessionellen Überzeugungen ab. Um das richtige Stipendium zu finden, sollte man deshalb überlegen, was man selbst mitbringt: Politisches Engagement? Sehr gute Informatik-Kenntnisse? Studiert man als Erster in der Familie? Gute Noten und gesellschaftliches Engagement verlangen fast alle Stipendiengeber.

Parteinahe Stiftungen

Zu den Begabtenförderungswerken gehören sechs parteinahe Stiftungen: Darunter sind etwa die FDP-nahe Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung, bei der man sich spätestens im ersten Mastersemester bewerben muss. Oder die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung. Hier muss man seine Bewerbung vor Masterbeginn einreichen. Eine Parteimitgliedschaft ist nicht zwingend erforderlich, aber man muss gute Studienleistungen haben und sich sozial und politisch engagieren.

Konfessionelle Träger

Die gleiche finanzielle Förderung wie bei den parteinahen Stiftungen erhalten Stipendiaten der konfessionellen Träger. Alle, bis auf das Evangelische Studienwerk Villigst, fördern auch Masterstudenten. Das Cusanuswerk etwa begabte katholische Studenten. Das Avicenna-Studienwerk ist das jüngste der deutschen Begabtenförderungswerke und unterstützt muslimische Studenten, das Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk begabte jüdische Studenten. Achtung: Bei diesen Trägern muss man sich vor Beginn des Masters bewerben.

Studienstiftung des deutschen Volkes

Für diese Stiftung konnte man sich lange Zeit nicht selbst bewerben, sondern musste vorgeschlagen werden. Bachelorstudenten können sich inzwischen über einen Test für die Auswahlgespräche qualifizieren. Masterstudenten müssen weiterhin empfohlen werden, und zwar spätestens im ersten Mastersemester. Hochschullehrende, das Prüfungsamt oder ein Alumni, der den Kandidaten kennt, können den Vorschlag einreichen. Prinzipiell orientiert sich die maximale Förderungsdauer an der Regelstudienzeit, kann aber verlängert werden.

Regionale Förderer

Es gibt auch Fördermöglichkeiten, wenn man aus einer speziellen Region stammt oder dort studiert. Darunter ist zum Beispiel der Studienfonds Ostwestfalen-Lippe. Er vergibt an den fünf Hochschulen seines Einzugsgebiets Stipendien. Die Stadt Nürnberg verwaltet 300 Stipendien lokaler Stiftungen. Und Studenten, die im ehemaligen Herzogtum Nassau geboren sind, also in Städten und Regionen, die im heutigen Hessen liegen wie etwa Wiesbaden und Frankfurt, können vom Nassauischen Zentralstudienfonds gefördert werden.

Dieser Text stammt aus dem ZEIT Campus Ratgeber 2/2015, der am Kiosk erhältlich ist. Klicken Sie auf das Bild, um auf die Seite des Magazins zu gelangen.

Unternehmen

Auch einige Unternehmen und unternehmensnahe Stiftungen fördern Studenten, wie etwa Siemens, die RWE-Stiftung und die Hertie-Stiftung. Beim Siemens Masters Programm erhalten Studenten der Fachrichtungen Elektrotechnik, Maschinenbau oder Informatik bis zu vier Semester lang 600 Euro pro Monat. Die RWE-Stiftung unterstützt Studenten kreativer Fächer mit dem Programm Visit. Die Hertie-Stiftung fördert angehende Lehrkräfte mit Migrationshintergrund in Hamburg und Niedersachsen mit dem Horizonte-Programm.

Hans-Böckler-Stiftung und sdw

Von der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung werden leistungsstarke Studenten gefördert, die sich gewerkschaftlich oder gesellschaftspolitisch engagieren. Gewerkschaften, ausgewählte Stipendiaten und Vertrauensdozenten können Kandidaten für die Förderung vorschlagen. Die Stiftung der Deutschen Wirtschaft (sdw) unterstützt Studenten mit "Gemeinsinn und Unternehmergeist". Ein Vollstudium kann auch im Ausland gefördert werden, zum Beispiel in der Schweiz, in Großbritannien oder Frankreich.

Das Deutschlandstipendium

Das Stipendium kann von deutschen Hochschulen vergeben werden, vorausgesetzt, sie haben genug Förderer angeworben: Von den 300 Euro, die das Stipendium im Monat beinhaltet, stammt die eine Hälfte vom Staat, die andere von privaten Stiftern. Jeder Student kann sich bewerben, unabhängig von Ersparnissen, dem Einkommen der Eltern oder von seinem Bafög-Satz. Eine Chance darauf haben nicht nur Bewerber mit guten Noten, sondern auch Studenten, die sich sozial, gesellschaftlich oder hochschulpolitisch engagieren.