Du wirst zum Vampir. Du machst die erste Nacht durch. Noch mehr Speed. Du machst wieder durch. Von einem Studenten, der sagt: Ein Teil von dir bleibt immer abhängig.

Prolog

Mein schönster Rausch war auf LSD. Das war 2012. Ich war ganz alleine in meiner Wohnung und habe acht Stunden den gleichen Technosong gehört. Immer wieder und er wurde immer schöner. Ich möchte damit keine Empfehlung aussprechen. Überhaupt nicht. LSD ist eine Droge, die ich niemals wieder nehmen möchte. Ich habe Drogen genommen, um mich selbst besser ertragen zu können. Vor allem Koks, Speed und Ritalin. Um mich geiler zu fühlen, um mich gezielter enthemmen zu können und um mich zum Erfolg zu dopen.

Ich möchte mich nicht als Junkie bezeichnen, aber eigentlich war ich das. Ein Teil von dir bleibt immer abhängig, ein Leben lang.

Erster Rausch

Mit 13 habe ich mich das erste Mal mit meinen Freunden betrunken. Eigentlich wollten wir viel lieber kiffen. Aber das hat damals noch niemand auf dem Schulhof verkauft. Da war es einfacher, sich am Wochenende volllaufen zu lassen.

Viele Musikerkarrieren gehen ja einher mit Drogenkarrieren. Zu kiffen galt in unseren Augen einfach als cool.


An den Alkohol kamen wir über ältere Freunde. Unseren Eltern ist relativ schnell aufgefallen, dass wir zusammen getrunken haben. Direkte Strafen oder Verbote gab es allerdings nicht, nur Diskussionen. Das mit dem Alkohol hat dann schnell für uns keine Rolle mehr gespielt. Es war die Einstiegsdroge, wenn man so will.

Experimente

Über ältere Freunde sind wir dann an Cannabis rangekommen. Es hat uns besser gefallen als der Alkoholrausch. Wobei es nicht nur um den Rausch ging. Wir haben angefangen, uns für Hip Hop und Rockmusik zu interessieren. Viele Musikerkarrieren gehen ja einher mit Drogenkarrieren. Zu kiffen galt in unseren Augen einfach als cool.

Die gleichen Freunde brachten mich bald auch mit anderen Drogen in Kontakt. Neben Feuerzeugbenzin, das wir geschnüffelt hatten, waren das psychedelische Pilze, also Magic Mushrooms. Wir haben die Pilze draußen in der Natur eingenommen. Das waren zum Teil sehr befremdliche Erfahrungen. Ich hatte manchmal leichte paranoide Wahrnehmungsstörungen. Ich war nicht der Einzige, der damals so viel experimentiert hatte. Das war irgendwie gang und gäbe. Mit 15 habe ich aufgehört, THC zu konsumieren, als ich meine erste Freundin getroffen hatte. Sie fand kiffen uncool. 

Erstes Studium

Ein bisschen blauäugig habe ich mich nach dem Zivildienst gefragt: Was mache ich jetzt? Ich hatte keine Lust, Politikwissenschaft oder Soziologie zu studieren. Stattdessen habe ich mich meiner Leidenschaft, dem Musikmachen, hingegeben. Ich spiele Gitarre, Klavier und mache elektronische Musik. Also bin ich nach Hamburg gezogen und habe angefangen, Musikwissenschaft zu studieren.

An der Uni habe ich interessante Leute kennengelernt: Musiker – alle auf Drogen. Dort wurde viel gekifft. Langsam habe ich auch wieder damit angefangen. Zu dem Zeitpunkt haben meine Freundin und ich eine Fernbeziehung geführt. Sie hielt aber immer noch nichts vom Kiffen. An der Uni Hamburg wird sehr viel gekifft und auch gedopt. Damals kam ich schon früh mit chemischen Drogen in Berührung, auf Partys oder im Club. Ich glaube, das ist in anderen großen Unistädten auch nicht anders. Auch Koks war in Hamburg leicht zu bekommen, ich kannte jemanden, der mit das Zeug vergleichsweise günstig verkauft hat.

Trennung

Ein Jahr später zog meine Freundin auch nach Hamburg. Sie trennte sich dann aber von mir und wollte lieber mit einem alten Kumpel aus der Heimat zusammen sein. Das hat mich fertig gemacht. Ich habe sehr viel getrunken. Irgendwann hat die Betäubung mit Alkohol und Cannabis nicht mehr gereicht, sodass ich dann angefangen habe, nach der Trennung viel Kokain zu konsumieren. Zunächst habe ich es nur an den Wochenenden genommen, manchmal auf Partys, manchmal allein. Irgendwann fing es mit Speed an. Das ist deutlich günstiger und noch leichter verfügbar, ich fand in Clubs sofort jemanden, der mir das verkauft.