1. Die Apple Watch

Bald werden wir alle Cyborgs sein, Mischwesen aus Mensch und Maschine. Anzeichen dafür gibt es nicht nur im Kino (etwa in RoboCop oder Terminator: Genisys), sondern in jedem Altersheim. Ohren, die ohne technische Hilfe nicht mehr hören, und Herzen, die nicht mehr schlagen würden, Körper, die sich nur noch durch Rollatoren bewegen lassen: Das ist die schleichende Cyborgisierung der Menschheit. Sogenannte Wearables wie die Apple Watch, die Google Glass oder digitale Fitnessarmbänder bieten einen Vorgeschmack auf unsere Zukunft als technisch hochgerüstete Mischwesen. Sie rücken das Internet ganz dicht an unsere Körper. Und anders als Herzschrittmacher kann man sie ausziehen. Gut für alle, die das Cyborgsein erst mal nur testen wollen.

2. Der Selfie-Stick

In analogen Zeiten waren Urlaubsfotos ein Wagnis. Wer selbst aufs Bild wollte, musste auf der Straße einen Fremden ansprechen und ihm seinen Fotoapparat anvertrauen. Das verlangte deutschen Touristen viel Mut ab: Würde der Ausländer mit der teuren Kamera abhauen? Wenn alles gut ging, konnte man zu Hause beim Dia-Abend erzählen: "Schaut mal: Ich vor dem Petersdom. Übrigens ganz reizende Leute, diese Italiener." Jedes Foto war ein kleiner Fortschritt für die Völkerverständigung.

Kein Wunder, dass manche Leute nostalgisch werden, wenn sie daran zurückdenken. Mit Selfie-Sticks kann man heute durch die Fremde reisen und das dokumentieren, ohne je mit Einheimischen ins Gespräch zu kommen. Dass in vielen Museen die Egostäbchen verboten wurden, aus Angst, sie könnten die Ausstellungsgegenstände beschädigen, kommt noch dazu. Haben die Kulturpessimisten also recht? Ist der Selfie-Stick ein zivilisatorischer Rückschritt?

Nein. Viele behaupten zwar, Selfies (mit oder ohne Stick) machten narzisstisch und dumm. Belegt ist das aber nicht. Man wird nicht zu Kim Kardashian, bloß weil man Selfies schießt – genauso wenig wie man zu Cristiano Ronaldo wird, bloß weil man mal gegen einen Ball getreten hat. Und die reizenden Italiener lernt man zwar nicht mehr vor dem Petersdom kennen – dafür aber bei ihnen zu Hause, dank Airbnb.

3. Telefone mit Ideologie

Blackphone hat Verschlüsselung direkt ins Betriebssystem eingebaut, Fairphone ist aus Bauteilen hergestellt, die nachhaltig produziert sein sollen und Marshall, die Gitarrenverstärker bauen, hat ein Smartphone entwickelt, das auf Bedürfnisse von Musikern zugeschnitten ist.

Dieser Text stammt aus dem ZEIT Campus Magazin 1/16.

Die Zeiten, in denen alle dasselbe Handy haben wollten (nämlich das neueste iPhone), sind vorbei. Smartphones sind heute für ihre Nutzer angepasst. Nicht nur durch Apps, die sich jeder runterladen kann – auch durch die Hardware. Die passende Ideologie für Crypto-Freaks, technophile Ökos und Hosentaschen-Rocker gibt es heute werkseitig vorinstalliert.

4. Die Kampfdrohne

Vergesst Schach und Counterstrike! Das neue Ding für Leute, die Sport treiben, ohne sich dabei bewegen zu wollen, heißt "Game of Drones". Bei den Matches der amerikanischen Aerial Sports League fliegen Nerds mit kleinen, ferngesteuerten Propellerdrohnen nicht nur Rennen, sondern greifen sich damit auch gegenseitig an. Ein etwas befremdliches Hobby, aber bedeutend cooler als Drachensteigenlassen.

5. Die neue Barbie

Barbie ist dumm. Das ist die Standardkritik, die man zu hören kriegt, egal, ob man Pädagogen nach ihrer Meinung fragt, Feministinnen oder Akademiker-Eltern. Jetzt soll Barbie klug werden. Und die Kritiker? Sind entsetzt.

Die neue Hello Barbie ist mit Spracherkennungssoftware und künstlicher Intelligenz ausgestattet. Sie kann Fragen beantworten und sich mit ihrem Besitzer unterhalten. Der Haken dabei: Die Hello Barbie ist per WLAN mit dem Hersteller Mattel verbunden.

Die Firma sagt, dass die Puppe über das Internet Updates bekommt und dadurch als Gesprächspartnerin "relevant" bleibt. Doch Datenschützer warnen bereits vor "akustischer Überwachung im Kinderzimmer" und davor, dass Geheimnisse, die Kinder ihrem Spielzeug anvertrauen, für Werbung missbraucht werden. Oder von pädophilen Hackern.