8.353 weiterführende Studiengänge gibt es laut dem Hochschulkompass der Hochschulrektorenkonferenz. Wie soll man da herausfinden, welcher gut ist? Je mehr Masterstudiengänge und Spezialisierungsmöglichkeiten es im eigenen Fachbereich gibt, desto schwerer fällt die Wahl. Bei Massenfächern wie BWL, Maschinenbau und Germanistik kommt man schnell auf 100 Möglichkeiten und mehr. Vor allem, wenn man nicht unbedingt an derselben Hochschule weiterstudieren will, an der man den Bachelor gemacht hat. Die folgenden Fragen helfen bei der Entscheidung.

Wie ist der Aufbau?

Die grobe Struktur eines Studiengangs lässt sich an ein paar Schlüsselbegriffen festmachen, die sich in der Regel schon in der ersten Beschreibung auf der Hochschul-Website finden. Häufig fallen die Bezeichnungen "international" und "interdisziplinär". Vor allem im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich unterscheidet man zwischen "forschungs- und anwendungsorientiert". Wichtig ist zu überprüfen, was dahintersteckt. Ist es ein internationaler Studiengang, oder sind nur einzelne Veranstaltungen auf Englisch? Gibt es einen fest eingeplanten Auslandsaufenthalt? Wie viele Fachbereiche arbeiten bei einem interdisziplinären Studiengang zusammen?

Ein forschungsorientierter Studiengang bereitet eher auf eine wissenschaftliche Tätigkeit vor, etwa durch ein eigenes Forschungsprojekt. Bei einem anwendungsorientierten Master richtet sich der Fokus eher auf praktische Berufsfelder, zum Beispiel mit einem Praxissemester.

Andere Schlüsselbegriffe verraten etwas über formale Strukturen: Es gibt berufsbegleitende Studiengänge, die in Teilzeit möglich sind, weiterbildende, bei denen Berufserfahrung vorausgesetzt wird, und praxisintegrierende, die im dualen System unterrichtet werden. Konsekutive Studiengänge bauen direkt auf das Bachelorfach auf, nicht-konsekutive haben keinen fachlichen Zusammenhang und kommen deutlich seltener vor. Unter www.hochschulkompass.de kann man nach einigen Schlüsselbegriffen gezielt suchen.

Was wird gelehrt?

Dieser Text stammt aus dem ZEIT Campus Magazin 1/16.

Ein erster Hinweis auf das Lehrangebot ist die Größe des Fachbereichs (nicht die der Hochschule!). Je größer der Fachbereich, desto mehr Professoren und Dozenten gibt es, die Vorlesungen und Seminare anbieten – und desto mehr Themen. Das Vorlesungsverzeichnis bietet einen Überblick über aktuelle Veranstaltungen. Es lohnt sich auch, in vergangenen Semestern zu stöbern, um ein Gefühl dafür zu bekommen, welche Themen häufig vorkommen. Außerdem findet man auf den Websites oft die Forschungsschwerpunkte der Professoren. Gut ist, sich im Vorfeld zu überlegen: Was ist mir besonders wichtig? Welche Vertiefungsrichtung interessiert mich? Ist man noch unentschlossen, gilt auch hier: Je vielfältiger die Themen, desto mehr Möglichkeiten hat man.

Generell gibt es im Masterstudium meist weniger fest vorgeschriebene Pflichtveranstaltungen als im Bachelor. Doch wie viel Wahlfreiheit man in Modulen hat und ob sich auch mal Seminare von einem anderen Institut anrechnen lassen, wird je nach Studiengang unterschiedlich gehandhabt. Einen Überblick über Pflicht- und Wahlmodule, fest eingeplante Praktika und Auslandsaufenthalte kann man sich online durch das Modulhandbuch und den Studienverlaufsplan verschaffen. Wer es noch genauer wissen will, kann die Fachschaft fragen. Passende Ansprechpartner können auch die Professoren aus dem Bachelor sein, die oft für ihr Fach einen guten Überblick haben, welche Schwerpunkte welche Hochschule hat.