Studenten sind für Geldinstitute tatsächlich attraktiv.

Wer zahlt den Wasserschaden? Brauche ich eine Unfallversicherung? Welches Konto lohnt sich? Wenn es um Banken und Versicherungen geht, blicken nur die wenigsten durch. Das zeigte kürzlich auch eine Studie der Gesellschaft für Konsumforschung. Demnach unterschätzt die Mehrheit der 18- bis 29-Jährigen die Bedeutung vieler Versicherungen. Oder schließt die falschen ab. Worum man sich im Studium kümmern sollte – und was man noch aufschieben kann: Ein Überblick.

Versicherungen

DIE BRAUCHT MAN

Krankenversicherung: Ob gesetzlich oder privat, wer in Deutschland lebt, muss sich krankenversichern – sonst verstößt er gegen das Gesetz. Studenten unter 25 Jahren sind aber in der Regel über ihre Eltern familienversichert. Außer wenn beide Eltern private Versicherungen haben. Oder nur einer, der aber mehr verdient als der gesetzlich versicherte Elternteil. Dann muss man sich selbst versichern und bekommt einen Studententarif. Der liegt je nach Krankenkasse bei mindestens 61 Euro. Auch wer älter als 25 ist, mit seinem Nebenjob mehr als 450 Euro im Monat verdient oder während der Vorlesungszeit mehr als 20 Stunden pro Woche jobbt, fällt aus der Familienversicherung raus. In Ausnahmefällen kann man eine Verlängerung beantragen, zum Beispiel bei einer Behinderung oder wenn man einen Freiwilligendienst gemacht hat.

Pflegeversicherung: Wer krankenversichert ist, zahlt automatisch in die Pflegeversicherung ein. Damit ist man abgesichert, falls man einmal zu Hause gepflegt werden muss oder im Alter einen Heimplatz braucht. Solange man in der gesetzlichen Familienversicherung der Eltern ist, kostet die Pflegeversicherung nichts. Wer sich selbst versichert und unter 23 ist, zahlt monatlich rund 14 Euro dafür. Danach erhöht sich der Beitrag auf rund 15 Euro. Alle, die mehr als 450 Euro im Monat verdienen oder während der Vorlesungszeit mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten, müssen selbst in die Pflegeversicherung einzahlen.

Haftpflichtversicherung: Betrunken Rotwein über das Smartphone eines Freundes kippen oder mit einer kaputten Waschmaschine die Mietwohnung überschwemmen: Jeder läuft Gefahr, mal etwas zu zerstören, das ihm nicht gehört. Laut der Studie der Gesellschaft für Konsumforschung hat allerdings nur ein Drittel der Befragten eine Haftpflichtversicherung, die den Schaden übernimmt. Anders als bei der Krankenversicherung ist man auch nicht verpflichtet, eine abzuschließen. Das sollte man aber trotzdem tun: Je nachdem, was kaputtgeht, kann der Schaden schnell sechsstellig werden. Wer noch zu Hause wohnt, ist in der Regel kostenlos über die Eltern mitversichert. Alle anderen zahlen ab 40 Euro pro Jahr.

DIE KÖNNTEN SICH LOHNEN

Dieser Text stammt aus dem ZEIT Campus Magazin 2/16.

Berufsunfähigkeitsversicherung: Rund ein Viertel der Deutschen muss vor der Rente aus gesundheitlichen Gründen aussteigen. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung hilft in einem solchen Fall, den Lebensunterhalt zu decken. Allerdings ist sie nicht günstig: Je nachdem, wie hoch die Rente sein soll, variiert der Beitrag. Los geht es bei 30 Euro pro Monat. Trotzdem, vieles spricht dafür, sie abzuschließen. Denn die Höhe des Betrags hängt von Alter, Geschlecht und Vorerkrankungen ab. Besser also, man kümmert sich darum, solange man noch fit ist.

Unfallversicherung: Die Unfallversicherung bewahrt einen vor Kosten nach schweren Unfällen. Anders als die Krankenversicherung zahlt sie zum Beispiel notwendige Umbaukosten, wenn man einen Rollstuhl braucht. Bei einem Unfall auf der Arbeit oder an der Uni haftet die gesetzliche Unfallversicherung. Als Student ist man da automatisch drin. Fällt man allerdings in der WG von der Leiter, zahlt nur eine private Unfallversicherung. Sie kostet ab zehn Euro im Monat.

Auslandskrankenversicherung: Diese fünf Euro im Jahr sollte jeder übrig haben, der viel reist – oder ein Auslandssemester plant. Zwar ist man in der EU durch die gesetzliche Krankenversicherung geschützt. Für einen Rücktransport, Hubschraubereinsatz beim Skiunfall und andere Extras kommt aber nur eine Auslandskrankenversicherung auf.

Hausratversicherung: Einbruch, Feuer und Wasserschäden können jeden treffen. Geht dabei das eigene Sofa kaputt, haftet nicht der Vermieter. Absichern kann man sich mit einer Hausratversicherung. Die lohnt sich aber erst, wenn die Dinge, die man in der Wohnung hat, mehr als 20.000 Euro wert sind.

DIE KÖNNEN WARTEN

Rechtsschutzversicherung: Die Versicherung übernimmt Anwalts- und Verfahrenskosten. Wirklich nützlich ist sie aber nur, wenn man öfter gegen das Gesetz verstößt oder jemanden verklagen will. Meist reicht eine kostenlose Online-Rechtsberatung wie student-law.de oder ein Termin beim Mieterbund.

Risikolebensversicherung: Lohnt sich nur, wenn man Kinder hat, die man finanziell absichern will, für den Fall, dass man stirbt. Die Versicherungssumme legt jeder selbst fest. Daran orientiert sich dann auch der Beitrag, den man zahlen muss.

Private Extras: Wer gesetzlich krankenversichert ist, kann private Zusatzleistungen zu der Versicherung dazubuchen: für Zahnersatz, Chefarztbehandlung oder ein Einzelzimmer im Krankenhaus. Die sind teuer und nicht unbedingt notwendig.

Private Rentenversicherung: An das Alter muss man im Studium noch nicht denken. Wer noch keinen Job hat, sollte sich nur gegen große Risiken absichern. Die Rentenversicherung lohnt sich erst, wenn man das Geld verdient, um sie zu bezahlen.