Haben Sie gut hergefunden?

"In den ersten Minuten stellen Personaler lockere Fragen wie diese, um eine gute Atmosphäre zu schaffen. Dieser Small Talk ist wichtig für den gesamten Gesprächsverlauf. Beim Plausch über Parkplatz, Wetter oder Zugfahrt können sich beide Seiten miteinander vertraut machen. Am besten startet man gut gelaunt und hält sich nicht mit langatmigen Details einer schwierigen Anreise oder gar Klagen über Staus und Bahnstreiks auf."

Warum möchten Sie für uns arbeiten?

"Mit dieser Frage möchte man herausfinden, ob sich der Bewerber gründlich mit dem Unternehmen befasst hat und begründen kann, warum er sich dort beworben hat. Gleichzeitig wird so geprüft, ob sich die Erwartungen des Bewerbers mit der Realität decken – oder ob er sich falsche Vorstellungen von der Tätigkeit und den Entwicklungsmöglichkeiten macht."

Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

"Unternehmen möchten wissen, wie zielorientiert ein Bewerber ist. Macht er sich Gedanken über seine Zukunft, und kann ich ihm als Arbeitgeber das bieten, was er sich vorstellt? Es kommt gut an, wenn man durchblicken lässt, dass man sich auch mittelfristig eine Zukunft im Unternehmen vorstellen kann, mit eigenen Projekten und mehr Verantwortung. Unternehmen planen langfristig. Sie wollen einen Mitarbeiter nicht erst einarbeiten und dann nach zwei Jahren wieder verlieren. Wenn man eine Führungsposition anstrebt, darf man das ruhig sagen. Dann erwartet der Personaler allerdings, dass man auch begründen kann, warum man sich das zutraut: zum Beispiel, weil man als Fachschaftssprecher ein großes Projekt erfolgreich umgesetzt hat oder bei Referaten an der Universität ein guter Teamleader war."

Was sind Ihre Stärken und Schwächen?

"Viele Interviewer fragen nach konkreten Situationen, in denen der Bewerber ein Ziel erreicht oder nicht erreicht hat – und danach, was dazu geführt hat. Dass man belastbar ist, lässt sich zum Beispiel belegen, indem man von seinem Hiwi-Job erzählt, den man neben der Uni gewuppt hat. Ebenso könnte man berichten, dass man sich zu Beginn des Studiums in Diskussionsrunden manchmal die Butter vom Brot nehmen ließ, man inzwischen aber im Debattierclub ist und gelernt hat, selbstbewusst zu argumentieren."

Wie würden Ihre ehemaligen Kommilitonen Sie beschreiben?

"Diese Frage wird oft gestellt, wenn die Antwort bei den Stärken nicht aussagekräftig genug war. Man möchte, dass der Kandidat sich in eine andere Person hineinversetzt und sich selbst aus dessen Perspektive beschreibt. Die eigene Zuverlässigkeit könnte man zum Beispiel darauf stützen, dass der Kommilitone einen als Referatspartner schätzte."

Wie viele Smarties passen in einen Smart?

"Solche Denksportaufgaben, sogenannte Brainteaser, sind durchaus üblich. Eine korrekte Lösung wird nicht erwartet. Der Interviewer will vielmehr sehen, wie analytisch und kreativ der Bewerber denken kann. Wer sich konstruktiv an die Lösung herantastet, logisch argumentiert und vielleicht eine Skizze anfertigt, beweist damit, dass ihn so leicht nichts aus der Ruhe bringt."

Wie motivieren Sie sich?

"Hier geht es darum, zu erfahren, ob der Bewerber in der Lage ist, seine persönlichen Interessen und Bedürfnisse mit den Anforderungen der Arbeitssituation in Einklang zu bringen. Man kann zum Beispiel von langweiligen Seminaren erzählen, die man dennoch abgeschlossen hat. Zum Beispiel, indem man sich für Teilerfolge belohnte. Der Personaler möchte sehen, ob sein Gegenüber eine eher optimistische Grundhaltung hat und in der Lage ist, auch unangenehme Dinge anzupacken."

Wie gehen Sie mit Veränderungen um?

"Deadlines verschieben sich, Aufträge kommen kurzfristig rein, ein Kollege fällt aus. Im Berufsalltag ist man auf Mitarbeiter angewiesen, die schnell umschalten können. Im Bewerbungsgespräch wünscht sich der Interviewer deshalb, dass man schildert, wie man mit einem plötzlich auftauchenden Problem umgegangen ist. Oder wann man ins kalte Wasser geschmissen wurde und die Situation trotzdem gemeistert hat. Ein Auslandssemester eignet sich gut für entsprechende Szenen, ebenso der Moment, als man in einem wichtigen Uni-Kurs keinen Platz mehr bekam."

Wo haben Sie sich noch beworben?

"Ist eine Strategie und damit eine klare Zielsetzung erkennbar? Oder hat sich jemand wahllos auf unterschiedliche Jobs beworben, sodass man den Eindruck bekommt, er will nur irgendeine Stelle? Eine solche Haltung sieht man in Personalabteilungen kritisch. Hat man sich bisher ausschließlich bei der Firma, bei der man sich vorstellt, beworben, kann man das ruhig sagen. Denn das bedeutet ja auch, dass man sehr gezielt seine Wunscharbeitgeber auswählt und das Unternehmen dazu zählt."

Fragen: Katja Bosse

Fangfragen im Bewerbungsgespräch - "Wie lässt sich der Kugelschreiber noch benutzen?"