"Bevor ich die Bewerbung losschicke, wüsste ich gern mehr über die Stelle. Wirkt es komisch, wenn ich mich mit meinen Fragen an die Firma wende?"

Stephanie Sturm: "Nein, ganz im Gegenteil. Uns kann man immer ansprechen: Auf Karrieretagen von Universitäten, in Workshops für Studenten bei uns vor Ort oder bei Mode-Fachmessen wie zum Beispiel der Premium in Berlin. Man findet uns aber auch auf der Cebit, denn moderne IT spielt für unsere Geschäftsprozesse eine wichtige Rolle. Bei solchen Gelegenheiten bietet sich die Möglichkeit, sowohl mit Vertretern aus der Personalabteilung als auch einzelner Fachbereiche Kontakte zu knüpfen. Man darf uns ruhig mit Fragen löchern: zum Beispiel nach dem Arbeitsalltag im Unternehmen, den Bewerbungsabläufen, nach Teams und Strukturen. Auch über Social-Media-Kanäle wie Xing oder LinkedIn kann man uns kontaktieren.

Viele Interessenten kommen – nachdem wir uns am Messestand oder bei Hochschul-Workshops unterhalten haben – noch mal per Mail auf uns zu, um weiterführende Fragen zu klären und in Kontakt zu bleiben. Ich empfehle, solche Kontakte bereits vor Studienende zu knüpfen. Daraus ergibt sich vielleicht ein Praktikum oder die Möglichkeit, die Abschlussarbeit bei uns zu schreiben. Falls man jemanden kennt, der bei uns arbeitet, ist auch das eine Chance. Man kann so Informationen über Berufsbilder bei uns aus erster Hand erhalten – und natürlich können solche Gespräche auch zu einer internen Empfehlung führen. Informierte und engagierte Bewerber fallen uns immer positiv auf, klassische No-Gos gibt es bei uns nicht."

"Meine Ex-Kommilitonen drehen eigene Bewerbervideos, einige haben sogar eine Bewerberwebsite. Geht es überhaupt noch ohne solche Extras?"

Anna-Maria Karl: "Es ist nach wie vor ein üblicher Weg, dass uns jemand mit einer klassischen Bewerbung überzeugt. Aber in der Tat bekommen wir seit einiger Zeit über unser Karriereportal immer häufiger auch Bewerbervideos, YouTube-Links und Hinweise auf eigene Websites oder Blogs, zum Beispiel zur Mobilität der Zukunft. Ich begrüße das, denn so erhalten wir ein umfassendes Bild von einem Bewerber: Was ihn begeistert, worin er stark ist, wofür er sich engagiert.

Für Bewerber lohnt es sich auch, unseren Firmenblog zu verfolgen. Darin schreiben Mitarbeiter aus den verschiedensten Abteilungen und geben einen direkten Einblick in ihre Arbeit und unser Unternehmen. Wenn ein Kandidat Fragen zu unserem Blog hat oder Aspekte daraus aufgreift, wissen wir, dass er sich intensiv mit Daimler beschäftigt hat. Das kann ein Anknüpfungspunkt für einen spannenden Austausch sein. Engagement und das Interesse an neuen Ideen sind immer gut. Und das nicht nur im Netz. Zum Beispiel können sich Studenten technischer und kaufmännischer Studiengänge mit sehr guten Studienleistungen für die Daimler Student Partnership bewerben. Mit diesem Programm unterstützen wir sie in den letzten Semestern, unter anderem mit Mentoren, Rhetoriktrainings oder Exkursionen zu unseren internationalen Standorten. Wir vermitteln auch Praktika und bieten die Möglichkeit, die Abschlussarbeit bei uns zu schreiben. Wer da dabei ist, ist schon ganz nah an uns dran."

"Ich überlege, dem Unternehmen in meiner Bewerbung vorzuschlagen, was es besser machen könnte. Kommt das gut an, oder wirkt es unverschämt?"

Ina Bourmer: "Warum sollten Sie das nicht tun?! Ich mag es sehr, wenn sich ein Bewerber Gedanken macht, was er konkret für uns leisten könnte und welche Funktion er gerne übernehmen würde. Er sollte klare Vorstellungen und viele Ideen haben, insbesondere, wenn er sich initiativ bewirbt. Warum nicht auch mit Verbesserungsvorschlägen oder Projektentwürfen ankommen? Es muss aber nicht gleich eine aufwendige Analyse sein.

Konservative Unternehmen mögen es vielleicht anmaßend finden, wenn Bewerber sagen, was man besser machen könnte – für unsere Recruiter ist es aber eine enorme Erleichterung. Sie müssen weniger puzzeln und bekommen genaue Anhaltspunkte, wo derjenige hinpassen könnte. Von daher freuen wir uns über ungewöhnliche Aktionen.

Ein Kandidat hat mal seine gesamte Bewerbung im Vokabular unserer Spiele verfasst. Mit solchen Ideen sorgt man bei uns für Gesprächsstoff. Und selbst wenn in dem Bereich gerade nichts frei sein sollte, vergessen wir solche Bewerber nicht. Wenn uns jemand überzeugt hat, kommen wir wieder auf ihn zu, sobald sich eine Chance ergibt. Bis dahin darf man freundlich-hartnäckig bleiben, uns zum Beispiel bei unserem Stand auf der Kölner Messe Gamescom besuchen oder zu Fachkongressen wie der Tech-Konferenz Beyond Tellerrand in Düsseldorf kommen. Wir brauchen Mitarbeiter, die ihre Sache aus Leidenschaft tun, die zielstrebig denken und handeln. Damit können sie auch sehr gerne schon bei der Bewerbung beginnen."

Protokolle: Katja Bosse