... eine Studentin, die ihren Auslandsaufenthalt abgebrochen hat

ZEIT Campus: Frau Zins, was hat Sie im Ausland gestört?

Blanche Cathérine Zins: An der Uni lief alles chaotisch. Keiner der sechs Kurse, die ich gewählt hatte, fand statt. Abgesagt wurden sie viel zu spät. Um Informationen zu bekommen, musste man herumtelefonieren. Zudem war meine Mitbewohnerin unordentlich, und ich vermisste meinen Freund und mein Leben in Marburg.

Dieser Text stammt aus dem ZEIT Campus Ratgeber Nr. 2/2016

ZEIT Campus: Wann haben Sie entschieden zu gehen?

Zins: Kurz vor Weihnachten, auf dem Weg zum Flughafen. Ich wollte nur für die Feiertage zurück nach Deutschland fliegen, aber auf einmal habe ich gemerkt: Mailand bringt mir nichts, weder fachlich noch menschlich. Das zu realisieren war schwer, weil ich immer alles durchziehen will. Geholfen hat mir aber der Gedanke, dass meine Auslandsaufenthalte im Bachelorstudium super waren. So hatte ich das Gefühl, mir selbst nichts beweisen zu müssen.

ZEIT Campus: Würden Sie es noch einmal probieren?

Zins: Auf jeden Fall, etwa für eine Doktorarbeit. Aber dann mit meinem Freund und in einem anderen Land. Südafrika wäre für meine Forschung ohnehin sinnvoller als Italien.