Infos zum Arbeiten im Masterstudium, von Arbeitsvertrag bis Werkstudentenprivileg

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Arbeitsvertrag: Einen Arbeitsvertrag sollte man immer einfordern, wenn man einen Job annimmt – auch bei einem Minijob. Im Vertrag müssen die Arbeitszeit, die Art der Arbeit, der Verdienst und die Kündigungsfrist aufgeführt werden. Wenn es eine Probezeit gibt, muss das ebenfalls im Vertrag stehen. Falls man keinen Vertrag bekommt, gelten die gesetzlichen Mindeststandards, etwa ein Monat Kündigungsfrist.

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Elstam: Früher gab es eine Lohnsteuerkarte aus Papier, heute wird im elektronischen Verfahren Elstam festgehalten, welche Steuerklasse man hat, ob man Kirchensteuer zahlen muss und ob Steuer- und Kinderfreibetrag gelten. Jeder, der arbeitet, muss für die Lohnsteuer eine Steuernummer angeben, die vom Finanzamt vergeben wird.

F

Familienversicherung: Wer nicht mehr als 415 Euro im Nebenjob oder 450 Euro im Minijob pro Monat verdient und nicht mehr als 20 Stunden die Woche arbeitet, kann über seine Eltern kostenlos krankenversichert bleiben, bis er 25 Jahre alt wird. Anschließend versichern die gesetzlichen Krankenkassen, ab dem Wintersemester 2016/17 zum Studententarif von 66,33 Euro (vorher 61,01 Euro). Obendrauf kommt ein Zusatzbeitrag, der je nach Kasse zwischen 1,95 und 9,74 Euro monatlich liegt. Wer mehr als 14 Semester studiert hat oder älter als 30 Jahre ist, fällt aus dem Studententarif.

K

Kindergeld: Seit Mitte 2015 hat die Bundesregierung das Kindergeld schon zweimal erhöht. Nun liegt der Satz, abhängig von der Anzahl der Geschwister, zwischen 190 und 221 Euro im Monat. Als Student bekommt man das Geld bis zum 25. Geburtstag. Wie viel man nebenbei verdient, ist egal, solange die durchschnittliche Arbeitszeit über das ganze Jahr gesehen nicht bei mehr als 20 Stunden in der Woche liegt. Ob man im Praktikum weiterhin Kindergeld bekommt, hängt davon ab, ob es Ausbildungcharakter hat und für das Studium wichtig ist. Wer nach dem Bachelor schon gearbeitet hat und deshalb kein Kindergeld mehr bekommen hat, kann es mit Aufnahme des Masterstudiums wieder beantragen. Rückwirkend kann man den Anspruch noch vier Jahre lang geltend machen.

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Mindestlohn: Für Studenten gilt der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde. In einzelnen Branchen kann es aber noch bis zum 1.1.2017 Ausnahmen geben: Zeitungsausträger müssen 2016 beispielsweise nur 7,22 Euro pro Stunde erhalten. Erntehelfer in der Landwirtschaft bekommen zwar schon den Mindestlohn – Arbeitgeber sollen aber die Kosten für deren Unterkunft und Verpflegung anrechnen können. Auch in Großwäschereien, bei Friseuren und in der Textilindustrie gibt es noch Ausnahmen vom Mindestlohn. Eine Sonderregelung gilt auch für Pflichtpraktika, die man während des Studiums absolvieren muss (siehe dazu Punkt "Praktika").

Minijob: Eine geringfügige Beschäftigung wird als Minijob bezeichnet. Für einen Minijobber zahlt der Arbeitgeber alle Sozialabgaben, sodass man 450 Euro monatlich verdienen darf, ohne Steuern abführen zu müssen. Auch von der Einzahlung in die Rentenkasse kann man sich befreien lassen. Für den Lohn gilt somit: Brutto ist gleich netto. Bleibt der Verdienst insgesamt unter der Grenze von 450 Euro, kann man auch mehrere Minijobs gleichzeitig annehmen. Der Mindestlohn (siehe Punkt "Mindestlohn") von 8,50 Euro pro Stunde muss auch in Minijobs gezahlt werden.

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Praktikum: Seit 2015 gilt der gesetzliche Mindestlohn auch für Praktikanten. Ausnahmen sind Praktika, die in der Studienordnung des Fachs vorgeschrieben sind, und freiwillige studienbegleitende Praktika von bis zu drei Monaten. Anders sieht es mit freiwilligen Praktika ab drei Monaten aus: Sie müssen mit einem Stundenlohn von 8,50 Euro vergütet werden. Auch Sozialabgaben (siehe Punkt "Sozialversicherung") müssen dann geleistet werden wie für einen Nebenjob. Anspruch auf den Mindestlohn hat auch, wer nach den ersten drei Monaten Praktikum noch einmal einen neuen Praktikumsvertrag mit derselben Firma schließt.

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Dieser Text stammt aus dem ZEIT Campus Ratgeber Nr. 2/2016

Selbstständigkeit: Schon während des Studiums kann man sich selbstständig machen. Seine Leistungen stellt man dem Auftraggeber in Rechnung und bezieht von ihm ein Honorar. Wenn man den Studentenstatus bei der Krankenkasse behalten will, darf man die Einkommensgrenzen nicht überschreiten. Neben der Lohnsteuer und den Sozialabgaben muss man Umsatzsteuer zahlen, sofern man mehr als 17.500 Euro im Jahr verdient. Viele Hochschulen fördern Studenten bei den ersten Schritten in die Selbstständigkeit, zum Beispiel durch eine Gründerberatung, Stipendien oder Büroplätze zum Arbeiten. Außerdem gibt es günstigere Handytarife oder Geschäftskundenrabatte.

Sozialversicherung: Studenten, die einen Nebenjob ausüben, sind grundsätzlich sozialversicherungspflichtig. Es werden also Abgaben für die Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung fällig. Von Sozialabgaben befreit sind Minijobber (siehe Punkt "Minijob") und Vollzeitstudenten, die das Werkstudentenprivileg (siehe unten rechts) genießen. Wer dauerhaft mehr als 450 Euro im Monat verdient, aber weniger als 20 Stunden pro Woche arbeitet, muss Beiträge zur Rentenversicherung zahlen. Kommt man auf mehr Stunden, muss man alle Abgaben leisten, weil das Studium nicht mehr im Vordergrund steht. Eine Ausnahme sind die Semesterferien.

U

Urlaubssemester: Wer sein Studium unterbrechen will, muss einen schriftlichen Antrag auf Beurlaubung im Studierendensekretariat der Hochschule stellen und den Grund angeben. Wird dem Antrag zugestimmt, bleibt man während des Urlaubssemesters immatrikuliert. Die Zeit zählt dann nicht als Fach-, sondern als Hochschulsemester und wird darum nicht auf die Regelstudienzeit angerechnet. Prüfungsnachweise erbringen darf man während des Urlaubssemesters nur in Ausnahmefällen. Das Werkstudentenprivileg gilt in dieser Zeit nicht. Auch die Bafög-Zahlungen werden eingestellt, bis man das Studium fortsetzt.

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Werkstudentenprivileg: Vollzeitstudenten, die in der Vorlesungszeit mit einem Werkstudentenvertrag bis zu 20 Stunden pro Woche arbeiten, müssen keine zusätzlichen Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung zahlen, egal wie viel sie verdienen. Voraussetzung ist, dass der Werkstudent den Schwerpunkt auf das Studium legt und nur nebenher arbeitet. In den Semesterferien darf er aber ohne Zeitbegrenzung arbeiten, auch am Wochenende. Eine weitere Ausnahme zur 20-Stunden-Regel besteht, wenn Werkstudenten für maximal drei Monate befristet eingestellt werden. Rentenversicherungsbeiträge werden immer fällig.