So ist das Studium in verschiedenen Ländern

Beliebt


SCHWEIZ

Bei wem beliebt? Deutsche kommen vor allem wegen der Master in Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften oder aufgrund der sehr gut ausgestatteten Forschungseinrichtungen.

Wie teuer ist es? Über die Studiengebühren entscheiden die Kantone, deshalb sind die Unterschiede groß: An der ETH Zürich kostet ein Semester 520 Euro, an der Uni in Lugano rund 3.600 Euro. Für ein WG-Zimmer in Zürich zahlt man etwa 750 Euro im Monat.

Wie ist der Studienalltag? Das Klima ist sehr international: Mehr als ein Viertel der Studenten kommt aus dem Ausland, viele davon aus Deutschland. Oft kann man an einer Uni auf Englisch, Französisch, Deutsch und Italienisch studieren.

Was ist speziell? Es gibt als Studienprogramm den Master of Advanced Studies (MAS), der sich an Berufstätige richtet.


NIEDERLANDE

Bei wem beliebt? Wem die englischsprachigen Länder zu weit weg sind, kann in den Niederlanden auf Englisch studieren. Interessant auch für diejenigen, die gern praxisnah und in Kleingruppen arbeiten.

Wie teuer ist es? Die Studiengebühren liegen bei etwa 2.000 Euro im Jahr. Allerdings schreibt der niederländische Staat Stipendien für ausländische Studenten aus.

Wie ist der Studienalltag? Die Unis sind meistens sehr modern ausgestattet. Die Seminare sind oft klein, Dozenten duzt man. Teamfähigkeit und Präsentationsgeschick werden besonders gefördert.

Was ist speziell? Für ausländische Studenten bekommen die Unis Geld, und sie sind deshalb besonders an ihnen interessiert. An vielen Unis, wie etwa in Nijmegen, gibt es deshalb sogar eine deutsche Studienberatung.


GROSSBRITANNIEN

Bei wem beliebt? Wer traditionsreiche Unis und ein aktives Campusleben gut findet, ist in den klassischen Studentenstädten richtig. Hier stehen Studentenverbindungen hoch im Kurs, man geht debattieren und wohnt auf dem Campus. Die Unis haben einen sehr guten Ruf: Oxford und Cambridge belegen Platz zwei und vier des weltweiten Universitäten-Rankings von Times Higher Education.

Wie teuer ist es? Die Studiengebühren in England sind im Master noch teurer als im Bachelor und betragen rund 18.000 Euro pro Jahr. In Schottland und Wales ist es billiger.

Wie ist der Studienalltag? Die Betreuung ist persönlich: Während in Deutschland im Schnitt 16 Studenten auf einen Wissenschaftler kommen, sind es an einigen englischen Hochschulen nur zehn bis zwölf.

Was ist speziell? Die meisten Masterstudiengänge dauern nur ein Jahr und sind deshalb besonders intensiv.


ÖSTERREICH

Bei wem beliebt? Bei allen, die zwar ins Ausland möchten, aber nicht in einer fremden Sprache studieren wollen. Bei Deutschen sind Masterstudiengänge in Psychologie und Wirtschaft besonders beliebt.

Wie teuer ist es? An den öffentlichen Hochschulen gibt es keine Studiengebühren. Die Lebenshaltungskosten sind mit denen in Deutschland vergleichbar.

Wie ist der Studienalltag? Das Hochschulsystem, die Lehre und das Betreuungsverhältnis sind ähnlich wie in Deutschland. Es gibt Unis und Fachhochschulen. Eine Übersicht bieten die Seiten master-vergleich.at und bit.ly/campus_österreich.

Was ist speziell? Man ist dort kein Exot, die Deutschen stellen mehr als die Hälfte der ausländischen Studenten in Österreich. Einige Politiker stören sich daran.

Interessant


USA

Bei wem beliebt? Deutsche Studenten kommen vor allem aus den Fächern Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften.

Wie teuer ist es? Für ein reguläres Masterstudium in Vollzeit zahlt man oft rund 5.500 Euro pro Semester. Je nach Hochschule können es auch 15.000 Euro sein. Es gibt aber zahlreiche Stipendien.

Wie ist der Studienalltag? Die USA ziehen Studenten aus der ganzen Welt an. Der größte Teil der ausländischen Studenten kommt aus China und Indien.

Was ist speziell? Master werden an den Graduate Schools der Hochschulen angeboten. Zulassungstest und Bewerbungsessay sind Standard, oft muss man auch nachweisen, dass man das Studium finanzieren kann.


POLEN

Bei wem beliebt? Bei allen, die gern in einer schönen und trotzdem bezahlbaren Altbauwohnungen im Stadtzentrum leben möchten und nicht weit reisen wollen, um eine andere Kultur kennenzulernen.

Wie teuer ist es? Es gibt keine Studiengebühren. Die Lebenshaltungskosten sind wesentlich geringer als in Deutschland. Ein Einzelzimmer im Studentenwohnheim ist schon ab 150 Euro zu haben.

Wie ist der Studienalltag? Das Studium ist breiter gefächert als an deutschen Unis. Wer Wirtschaftswissenschaften oder Jura studiert, muss zum Beispiel Kurse in Philosophie und Geschichte belegen. Das Studium ist ziemlich verschult und straff organisiert.

Was ist speziell? Die deutsch-polnische Vergangenheit spielt immer noch eine große Rolle und wird häufig diskutiert.


FRANKREICH

Dieser Text stammt aus dem ZEIT Campus Ratgeber Nr. 2/2016

Bei wem beliebt? Studenten im Erasmus-Programm. Frankreich gehört seit Langem jedes Jahr zu den beliebtesten Zielen für Auslandssemester innerhalb Europas.

Wie teuer ist es? Private Hochschulen können mehrere Tausend Euro im Jahr kosten. An öffentlichen Unis werden nur Einschreibegebühren fällig, die je nach Hochschule und Studiengang variieren.

Wie ist der Studienalltag? Lebensmittel sind teurer als in Deutschland – auch das Bier. Deshalb trinkt man beim Ausgehen vor allem Wein.

Was ist speziell? Angeboten wird der forschungsorientierte "Master recherche" und der berufsorientierte "Master professionnel". Dank des Hochschulverbundes DFH gibt es mehr als 150 Studiengänge, die mit einem deutsch-französischen Doppelabschluss enden.