Selfies mit Filter? Unser Autor gehört zur Generation Z, aber hat ganz andere Sorgen. Er wünscht sich vor allem eins: Sicherheit.

Alles, was ich will, ist ein Haus in der Nähe meines Arbeitsplatzes und zwei Autos, eins für mich und eins für meine Frau. Ich will es mir leisten können, Kinder zu haben, ohne meinen Job oder den meiner Frau fürchten zu müssen oder zu viele Schulden zu machen. Das ist mein Traum. Ich bin 21.

Wenn ich die Medien und Kommentare zu meiner Generation durchforste, kann ich mich nicht wiedererkennen. Ich habe kein Instagram- oder Pinterest-Konto, ich nutze mein Handy lieber zum Arbeiten als um Fotos mit Filter hochzuladen.

Aber vom Alter her gehöre ich dazu. Ich bin 1995 geboren, liege also genau zwischen Generation Y und Z. Meine Eltern kommen aus Großbritannien und Mexiko (mit deutschen Vorfahren). Ich habe mit 18 mein Abitur gemacht, wir waren der erste Jahrgang mit G8. Im Gegensatz zu den Eltern, die ständig über den Druck meckerten, fand ich es überhaupt nicht anstrengend oder überfordernd. Ich hatte nur das Gefühl, dass heutzutage jeder Abitur macht. 

Danach habe ich an einer privaten FH in Köln einen Bachelor in International Business gemacht, war während meines Studiums anderthalb Jahre in einer schlagenden Studentenverbindung aktiv. 

Jetzt, mit 21, bin als Controller in der Probezeit und habe schon einige große Projekte für mein Unternehmen übernommen.

Für mein Alter ein absoluter Topverdiener, obwohl ich meine Studiengebühren zurückbezahlen muss. Es geht mir sehr gut.

Trotzdem fühle ich mich ohnmächtig. Meine finanzielle Zukunft ist vollkommen unvorhersehbar. Ich bin mir sicher, dass die staatliche Rente nicht an mich ausbezahlt wird. Jedoch bleibt kein Investment in der heutigen Welt bis ins hohe Alter irgendwie sicher. Es gibt keine Sicherheit, kaum Rendite. Ich kann Geld sparen, aber dann frisst die Inflation oder Nullzinspolitik den Wert des Geldes.

Ich kann nichts tun

Auch die Aussicht, ein Haus kaufen zu können, obwohl meine Frau und ich ein gemeinsames Einkommen von 5.000 Euro netto haben, ist sehr gering. Wir können uns nicht mal ein Auto kaufen. 

Ich würde mich gern absichern, aber ich kann nichts tun. Um Wähler zu bekommen, führen Politiker die Rente mit 63 ein und verspielen so unsere Zukunft. Auf unsere Stimme hört niemand, als wären wir vollkommen bedeutungslos. 

In letzter Zeit kommen noch die Probleme der Radikalisierung, des Hasses auf Globalisierung und Freihandelsabkommen dazu – die nicht die Zukunft derer bestimmen, die es kippen, sondern derer, auf die nicht gehört wird. Und die Politik kommt einfach nicht hinterher und verbreitet dadurch eher Unsicherheit denn Führungscharakter. 

Es bleibt einfach die Frage: Was können wir machen, außer uns auf uns selber zu verlassen und auf Situationen, die uns aufgedrängt werden, zu reagieren?

Die einzige Möglichkeit, aus dieser Ohnmacht auszubrechen ist, aktiv zu werden. In jedem Teil des Lebens, beruflich, privat und öffentlich. Wenn ich als junger Mensch eine Rente haben will, muss ich die Partei wählen, die meines Erachtens nach am ehesten eine garantieren kann. Wenn es keine Partei gibt, die so etwas macht, bleibt mir nichts anderes übrig, als in die Politik einzusteigen. Und das habe ich vor. Und dank des Internets kenne ich nicht nur die Meinung der Mitmenschen in meinem Alter, sondern auch von Menschen aus ganz anderen Lebenslagen. Und im Grunde wollen alle, egal wie alt oder woher sie kommen, einfach nur Sicherheit haben.