Das Leben der Generation Z: lazy-crazy-hazy. Außerdem haben sich Alkohol, Durchfall sowie "nice" als Codes bewährt. Zehn Vorschläge, wie diese Generation heißen sollte

Was machen unsere Kinder eigentlich so, Porommpommpomm? Um Antworten auf diese Fragen zu bekommen, müsste man ja eigentlich nur einmal rausgehen und sich gründlich anschauen. Obwohl, ach ja, stimmt, das machen die ja gar nicht mehr, diese Nachadoleszenten, masturbieren lieber, machen Onlinedings oder füttern ihre Schildkröte mit Plastikschrott oder feuerfestem Porzellan.

Stattdessen versuchen also ganze Soziologenheere diese mysteriösen jungen Leute seelisch zu vermessen. Das Ergebnis: Wir, liebe Gleichaltrige, nach 1995 geboren, sind: die "Generation Z". Glückwunsch, Prost und Stößchen auch. Was diese Generation allerdings so auszeichnen soll, weiß ich auch nicht so genau; die Forscher bramarbasieren herum, ja, das Wort habe ich im Deutschunterricht gelernt. Obersoziologe Prof. Dr. Klaus Hurrelmann sagt zum Beispiel: "Meine Prognose ist, dass es hinausläuft auf flexible feste Strukturen." Und weil ihm der Begriff "Generation Z" zu leer sei, wechselt er flugs mal den Buchstaben: "Das wird also eher die Generation R wie relaxed." Relaxed? Mehr gibt es nicht? Ein ominöses "Z" (Zukunft? Zähne? Zimtstrudel?), ein "R" wie "relaxed"?

Hier daher zehn sinnvollere Buchstaben für Pitchs (denn letztlich ist das ja alles nur Marketing), mit denen ich hoffentlich bald zehnmal so viel wie Herr Hurrelmann verdienen werde:

Generation A wie Alpenstalinismus:

Der perfekte Claim für die nie wirklich entbürgerlichten Markenkommunisten von heute. Post-Post-Post-Post-Post-Post-Pop oder so. Schicke Schuhe tragen sie, die Mitglieder der Generation A, und posten verschwommene Bilder, auf denen sie sich hinter DJ-Pulten geheimer, prekarisierter Undergroundclubs in Neubrandenburg den Hintern enthaaren. Das soll irgendwie systemkritisch sein. Alpenstalinismus ist die Vereinigung zwei der wirkmächtigsten Branding-Keywords des vergangenen Jahrhunderts zur vollsten Gönnung– Alpenmilch und Stalinismus. Wer kann da schon widerstehen?

Generation B wie Bizeps, Buttplug, Böhmermann:

Seitdem auch die gemeine Kartoffel dank Google Maps den Weg in die Pumperhölle und dank Oberkartoffel Babsi Böhmermann den zu Witzigkeit fand, kann sie endlich einen Schlussstrich unter die nervige Last der Vergangenheit ziehen. Schluss mit Stammtisch, Bierbauch, Pinkelflecken. Schluss mit Hautablagerungen dubioser Provenienz, Schluss mit Sie-kann-nicht-einparken, Schluss mit Senf im Schnäuzer. Alles weggelasert, alles clean, alles nice. Hitler ja, aber nur noch auf YouTube. Übrig bleiben makellose leeren Hüllen, die wissen, an welchen Stellen sie zu lachen haben.

Generation D wie Durchfall:

Der Deutsche und sein Anus, spannungsreich, schismatisch, oh Geschichte! Selten aber hat eine Generation so durchweg danebengeschissen wie diese. 2 girls 1 cup? Der alltägliche Wahnsinn einer ganzen Alterskohorte! O-Ton Soziologe H.: "Die Generation D möchte eine feste Grundlage haben, beispielsweise reißfeste Zellophanbeschichtung. Sie glaubt nicht mehr an eine faire Verdauung. Meine Prognose ist, dass es hinausläuft in flexiblen festen Strukturen. Das wollen die Jugendlichen dann aber eigenverantwortlich spülen." Anspruchsvoll, verwöhnt, verklebt.