Stichwörter zum Arbeitsmarkt

A

Arbeitslosigkeit

Bei Akademikern liegt die Arbeitslosenquote mit rund 2,5 Prozent unter dem allgemeinen Wert von knapp 6 Prozent. Das gilt auch für die Geisteswissenschaftler, von denen gerne behauptet wird, sie studierten in die Arbeitslosigkeit hinein. Allerdings haben einzelne Fachrichtungen etwas höhere Werte. So erreicht die Quote zum Beispiel bei Historikern knapp 5 Prozent. Trotz der niedrigen Arbeitslosigkeit ist der Einstieg für Geisteswissenschaftler oft schwierig. 

B

Bachelor

Die Firmen gewöhnen sich an den Bachelor. Das Institut der deutschen Wirtschaft stellte schon 2014 fest, die Arbeitswelt nehme Absolventen meist problemlos auf, setze sie auf passenden Positionen ein und zahle entsprechend. Eine Befragung des Absolventenjahrgangs 2013 zeigt: Die Mehrheit der Bachelorabsolventen im Beruf ist zufrieden. Ausdrücklich unzufrieden waren rund 15 Prozent.

E

Employer Branding

Was Bewerber über Arbeitgeber denken, überlassen diese nicht dem Zufall. Mit Messeauftritten, Anzeigen und Präsenz in sozialen Medien wollen sie zu einer beliebten "Arbeitgebermarke" werden. Dafür, wie jemand den Bewerbungsprozess erlebt, gibt es auch ein Wort: "Candidate Experience".

F

Fachkräftemangel

"Fachkräftemangel" heißt es, wenn Firmen Stellen über lange Zeit nicht besetzen können und daher Aufträge ablehnen müssen. Vor allem bei Ingenieuren wurde schon oft davor gewarnt. Zurzeit sieht die Bundesagentur für Arbeit zwar in einzelnen Bereichen Engpässe, einen flächendeckenden Fachkräftemangel stellt sie aber nicht fest. Prognosen sind kompliziert, weil vieles eine Rolle spielt, etwa die Zahl der Verrentungen und die der Studienabgänger. In der Studie Recruiting Trends 2016 gingen die befragten Unternehmen davon aus, sechs Prozent ihrer Stellen nicht besetzen zu können, weil passende Bewerber fehlen.

Dieser Text stammt aus dem ZEIT Campus Ratgeber Nr. 7/2017.

G

Gehalt

Laut der Vergütungsdatenbank Gehalt.de liegt das durchschnittliche Einstiegsgehalt für Hochschulabsolventen bei 48.700 Euro im Jahr. Dabei spielt die Unternehmensgröße eine Rolle, aber auch zwischen den Fachrichtungen gibt es Unterschiede. So verdienen Ingenieure Gehalt.de zufolge als Einsteiger rund 52.000 Euro pro Jahr, Geisteswissenschaftler hingegen nur 34.500 Euro. 

N

Normalarbeitsverhältnis

Eine unbefristete Vollzeitstelle als Angestellter wird Normalarbeitsverhältnis genannt. Bei Uni-Absolventen überwiegen jedoch befristete Einstiegsstellen. Die Lage bessert sich mit der Zeit. Nach ein paar Berufsjahren haben viele unbefristete Jobs. Eine Ausnahme ist leider oft die Wissenschaft.

P

Passung

Darum geht es Firmen bei der Bewerberauswahl. Sie wollen Kandidaten finden, die genau das Richtige können, um die mit einer Stelle verbundenen Aufgaben zu meistern. Die Unternehmen lieben direkt einsetzbare, "maßgeschneiderte" Bewerber. Die Berufseinsteiger erst intern weiterzubilden und an Aufgaben heranzuführen ist vielen zu mühsam. Obwohl "Passung" ein oft benutztes Buzzword in Personalabteilungen ist, klingen viele Stellenanzeigen austauschbar – häufig wird schlicht nach "den Besten" statt nach den Richtigen gesucht.

R

Region

Der Arbeitsmarkt unterscheidet sich von Bundesland zu Bundesland. Laut Fachkräfteatlas der Jobbörse Stepstone, die monatlich mehr als zwei Millionen Stellenanzeigen auswertet, ist die Nachfrage besonders in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen groß.

W

Werkvertrag

Wer als freier Mitarbeiter anfängt, tut dies oft mit einem Werk- oder Dienstvertrag. Beim Werkvertrag verpflichtet man sich, ein Werk, also ein bestimmtes Ergebnis, abzuliefern, zum Beispiel einen Werbeflyer. Beim Dienstvertrag schuldet man eine bestimmte Leistung, zum Beispiel Unterricht. Eine Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zeigt: Freie Mitarbeit ist vor allem in den Kreativberufen weit verbreitet, außerdem dort, wo es um Erziehung und Unterricht oder Information und Kommunikation geht.

Z

Zeitarbeit

Zeitarbeiter werden von ihren Arbeitgebern an andere Unternehmen ausgeliehen, oft für mehrere Monate. Sie haben dieselben Rechte und Pflichten wie ihre fest angestellten Kollegen, zum Beispiel Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Kündigungsschutz oder Urlaubsanspruch. Bezahlt werden sie jedoch von den Zeitarbeitsfirmen. Für Hochschulabsolventen spielt Zeitarbeit eine untergeordnete Rolle: Nur gut ein Prozent der Akademiker ist dort beschäftigt.