Worauf es bei einem berufsbegleitenden Studium ankommt.

Studieren neben dem Beruf – an welchen Hochschulen geht das?

Dieser Text stammt aus dem ZEIT Campus Ratgeber Magazin 2/2017.

Viele Hochschulen und Unis bieten neben den regulären Masterprogrammen auch solche an, die man berufsbegleitend in Teilzeit machen kann. Zudem gibt es Fern-Unis, wie zum Beispiel in Hagen. Bei der Auswahl sollte man darauf achten, dass die Hochschule staatlich anerkannt ist und dass der Studiengang akkreditiert wurde – nur dann kann man sicher sein, dass die Qualität geprüft wurde und der Abschluss etwas taugt (auf der Website akkreditierungsrat.de gibt es eine Datenbank mit allen akkreditierten Studiengängen). Beim berufsbegleitenden Studium kommt es außerdem auf die Betreuung an. Am besten fragt man ältere Studenten, etwa über den Fachschaftsrat. Manchmal finden sich Erfahrungsberichte im Internet. Das alles kostet Zeit, aber es lohnt sich: Wer sich später ständig über organisatorische Dinge ärgern muss, wird das anstrengende Studium neben dem Job kaum durchhalten.

Was ist das Besondere am berufsbegleitenden Studium?

Einen Master hat man in der Regel nach ein oder zwei Jahren. Wer berufsbegleitend studiert, braucht länger. Es gibt dabei drei Arten: Bei einem Teilzeitstudium reduziert man seine Arbeitszeit und besucht reguläre Seminare (bloß nicht so viele wie Vollzeitstudenten). Einige Unis bieten auch Blockseminare an, für die man sich beim Arbeitgeber freinehmen kann. Die zweite Variante ist ein Wochenend- oder Abendstudium. Seminare besucht man mehrmals pro Woche nach Feierabend oder an ein bis zwei Wochenenden pro Monat. Die dritte Option ist ein Fernstudium, bei dem man sich die Lernzeit frei einteilen kann. Manche Unis bieten auch Mischformen aus Fernstudium und Blockseminaren an. Insgesamt sollte man die Doppelbelastung von Studium und Arbeit nicht unterschätzen.

Zählt der Abschluss wie ein normaler Master?

Ja. Die meisten Unternehmen machen laut einer Umfrage der Hochschule Fresenius keinen Unterschied zwischen Bewerbern mit Vollzeit- oder berufsbegleitendem Studium. Manche Personalchefs (14 Prozent) bevorzugen sogar Bewerber, die neben der Arbeit studiert haben. Sie schätzen die Kombination aus Fachwissen und Theorieverständnis, gleichzeitig beweist ein Mitarbeiter damit Durchhaltevermögen.

Welche Fächer kann man studieren?

Typische berufsbegleitende Studiengänge sind Betriebswirtschaft, Informatik, und Ingenieurwissenschaften. Doch die Zahl der Angebote nimmt in allen Fächern zu. Und an der Fern-Uni Hagen gibt es sogar Masterprogramme in Philosophie oder Literatur- und Geschichtswissenschaft. Einen Überblick findet man auf hochschulkompass.de oder studieren-berufsbegleitend.de.

Master oder MBA: Was ist der Unterschied?

Ein berufsbegleitender Master baut in der Regel inhaltlich auf das frühere Bachelorstudium auf und dient der Spezialisierung. Eine bekannte Ausnahme ist der Master of Business Administration (MBA). MBA-Programme richten sich an Absolventen verschiedener Fächer und sollen auf Führungspositionen vorbereiten. Auf dem Stundenplan stehen dort Themen wie Unternehmertum, Personalführung oder Organisationskompetenz.

Wie viel kostet ein berufsbegleitender Master?

Das variiert stark. Manche Unis erheben nur den üblichen Semesterbeitrag, andere verlangen Studiengebühren von mehr als 20.000 Euro. Private Anbieter sind in der Regel deutlich teurer, bieten dafür aber manchmal eine bessere Ausstattung oder Betreuung. Wichtig: Oft fallen zusätzliche Kosten an, etwa für Anreisen zu Blockseminaren oder für Prüfungsgebühren. Werden auf der Webseite des Studiengangs alle Kosten aufgeschlüsselt? Dann lassen sich die Ausgaben vernünftig planen.

Muss mein Arbeitgeber mir das Studium bezahlen?

Nein. Es gibt aber Arbeitgeber, die teilweise die Kosten übernehmen. Andere Firmen gewähren zumindest Sonderurlaub oder erlauben das Arbeiten in Teilzeit. Dafür verpflichtet man sich oft, nach dem Abschluss weiterhin noch eine Weile dort zu arbeiten. Wer frühzeitig mit dem Gedanken eines berufsbegleitenden Studiums spielt, kann das im Vorstellungsgespräch erwähnen und fragen, was möglich ist. Wer selbst zahlen muss: Vom Bundesbildungsministerium kann man Prämiengutscheine oder Aufstiegsstipendien erhalten – oder man nimmt einen Kredit auf.