Fragen und Antworten rund ums Darlehen im Master

Bekommt jeder einen Kredit?

Generell schon. Einen Studienkredit bekommt man in der Regel einfacher und zu besseren Bedingungen als andere Kredite. Es gibt aber Ausnahmen: Wer spät das Masterstudium beginnt, kann bei der Kreditvergabe an einer Altersgrenze scheitern. Beim Bildungskredit des Bundesverwaltungsamtes liegt sie zum Beispiel bei 36 Jahren. Private Anbieter können auch andere Bedingungen für die Kreditvergabe festlegen. Die Angebote berücksichtigen, dass Studenten oft kaum Geld oder Sicherheiten haben. Die Geldgeber verlassen sich jedoch auf gute Berufsaussichten nach dem Studium.

Dieser Text stammt aus dem ZEIT Campus Ratgeber Magazin 2/2017.

Wo findet man die besten Angebote?

Einen Überblick kann man sich auf der Website des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) verschaffen, unter dem Stichwort "Studienkredittest". Ebenso wie Verbraucherzentralen oder die Stiftung Warentest vergleicht das CHE die knapp 40 verschiedenen Studienkredite in Deutschland. Fast alle werden auch an Masterstudenten vergeben. Die beiden beliebtesten Angebote sind der staatliche Studienkredit der KfW-Bankengruppe und der Bildungskredit des Bundesverwaltungsamtes. Beim KfW-Kredit können Studenten zwischen 100 und 650 Euro pro Monat erhalten. Beim Bildungskredit bekommt man bis zu 300 Euro monatlich. Das Geld kann man über einen Zeitraum von maximal zwei Jahren beziehen und muss dafür niedrige Zinsen zahlen, sie betragen derzeit 0,8 Prozent. Die KfW-Bank verlangt 4 Prozent. Sich bei kleineren Anbietern umzusehen, kann sich lohnen. Einige Kreditgeber haben sich auf bestimmte Fächergruppen spezialisiert. Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank konzentriert sich zum Beispiel auf Studenten aus dem Gesundheitsbereich, der Brain Capital Bildungsfonds auf Studenten im MBA oder im Master of Laws. Gute Alternativen zu Krediten von privaten Anbietern bieten die Darlehenskassen der Studentenwerke, die es in einigen Bundesländern gibt. Das Besondere: Darlehen kann man zinslos erhalten, sei es als monatliche Rate oder als Einmalzahlung. In Nordrhein-Westfalen sollen allein 2017 rund 1.000 Studenten mit Darlehen in Höhe von bis zu 12.000 Euro gefördert werden. Im Gegenzug müssen sie einen Bürgen nennen; das sind häufig Familienmitglieder, können aber auch Kirchengemeinden oder Vereine sein.

Wie hoch sollte der Kredit sein?

Sich zu verschulden ist keine einfache Entscheidung. Experten empfehlen, sich genau zu überlegen, ob man wirklich einen Kredit braucht. Das hängt davon ab, wie viel Geld man monatlich benötigt. Als Faustregel sagt Ulrich Müller vom CHE: "So wenig Kredit aufnehmen wie möglich. Aber so viel, wie für das reibungslose Studieren nötig ist." Das Studentenwerk rechnet mit knapp 900 Euro monatlich, die ein Student zum Leben braucht. Die meisten Kreditnehmer schöpfen das nicht voll aus: Beim KfW-Kredit werden im Schnitt 500 Euro abgerufen, bei privaten Anbietern etwas mehr.

Worauf sollte man achten?

Für alle Kredite gilt: das Kleingedruckte genau durchlesen. Wer zum Beispiel im Laufe des Masters ins Ausland geht, sollte vorab klären, ob das Geld auch fließt, wenn man nicht in Deutschland eingeschrieben ist. Was auch wichtig ist: Im Idealfall muss man die Zinsen und Zinseszinsen erst beim Rückzahlen begleichen und nicht, während man den Kredit bezieht. Sonst kommt im Studium weniger Geld auf das Konto, als man tatsächlich braucht. Da sich die Zinsen derzeit allgemein auf einem niedrigen Niveau befinden, kann es sich lohnen, sich für einen festen Zinssatz zu entscheiden. Die darf der Anbieter dann nicht erhöhen, wenn der Betrag fällig wird.

Was kann bei der Rückzahlung schiefgehen?

Bevor man einen Kredit aufnimmt, sollte man unbedingt klären, wann man das Geld zurückzahlen muss. Manchmal geht es, dass man erst zwei Jahre nach dem Abschluss mit der Rückzahlung beginnt. So kommt man nicht in Geldnot, wenn man etwas länger nach dem ersten Job sucht oder zuerst ein Praktikum macht. Unterschiede gibt es auch bei der Höhe der Raten: Einige Anbieter verlangen keinen festen Zinssatz, sondern einen bestimmten Prozentsatz des Bruttoeinkommens. Auf den ersten Blick wirkt das wie eine faire Regelung, die Summe kann einen aber möglicherweise stark belasten. Etwa wenn man ein hohes Einkommen, gleichzeitig aber auch hohe laufende Ausgaben hat.