Tricks, wie man einen schlechten Schnitt ausgleicht

Kurse wiederholen

Für einige Master braucht man einen bestimmten Notendurchschnitt, um angenommen zu werden. Wer den nicht erfüllt, sollte sich die Prüfungsordnung seines Bachelors anschauen. Darin steht, ob man Kurse wiederholen kann, um seine Note zu verbessern. So bietet zum Beispiel die Uni in Koblenz-Landau den Studenten im Fachbereich Psychologie an, einzelne Module nochmals zu belegen. Manche Unis erlauben das jedoch nur, wenn man durch eine Prüfung gefallen ist. Ist die Bachelorarbeit bestanden, kann man sie nicht noch mal schreiben. Wer bei den komplizierten Prüfungsordnungen den Durchblick verliert, sollte einen Studienberater an seiner Universität fragen. Ebenfalls zu beachten: Oft können bestimmte Prüfungen nur im darauffolgenden Semester wiederholt werden.

Beim Lebenslauf punkten

Es lohnt sich, das Kleingedruckte in den Zulassungsordnungen zu lesen. Auch wenn bei der Zulassung für den Master ein gewisser Notendurchschnitt verlangt wird, kann man manchmal die Note durch einzelne Aspekte im Lebenslauf aufwerten. Wer zum Beispiel seinen Bachelor innerhalb der Regelzeit abgeschlossen hat, bekommt bei der Bewerbung für den Master in Praktischer Informatik an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Saarbrücken einen Bonus von 0,2 Notenpunkten. Bei der Bewerbung zum Master in BWL an der Uni Bayreuth kann man den Schnitt verbessern, wenn man vorher ein zweimonatiges Berufspraktikum gemacht hat. Auch für Auslandsaufenthalte gibt es extra Punkte, wie bei der Uni Göttingen beim Master in Chinesischem Recht. Eine schlechte Abschlussnote kann auch durch richtige Jobs aufgefangen werden. Die Fachhochschule Kiel vergibt beim Master Maschinenbau einen Bonus für fachlich passende Berufserfahrungen, wenn Bewerber nach dem Bachelor mindestens ein halbes Jahr gearbeitet haben.

Bei Zusatztests glänzen

In einigen Fächern gibt es im Bewerbungsverfahren fachliche Zusatzprüfungen. In den Wirtschaftswissenschaften gibt es neben dem GMAT auch den Test für Masterstudiengänge in Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, kurz TM-WISO. Dieser ist ein vierstündiger Test, bei dem man unter anderem Grafiken erläutern und organisatorische Fähigkeiten beweisen muss. An einigen Studienorten wie in Köln, Hamburg oder Aachen nimmt der Test eine wichtige Rolle im Auswahlverfahren ein. So zählt an der RWTH Aachen die Bachelornote zu 51 Prozent, der Test zu 49 Prozent. Wer bei diesem Test gut abschneidet, hat größere Chancen, angenommen zu werden. Umsonst ist die Prüfung nicht: 100 Euro muss man dafür zahlen. Andere Universitäten bieten kostenlose Tests an, mit denen man seine Note verbessern kann. Wie an der Uni Duisburg-Essen: Im Fach Betriebswirtschaftslehre gibt es einen fakultätseigenen Performance-Projection-Test. Die Teilnahme ist freiwillig. Dabei werden methodische Grundlagen abgefragt. Wer sehr gut ist, kann dadurch seine Abschlussnote ein wenig nach oben korrigieren.

Im Gespräch überzeugen

Das Auswahlgespräch hat oft großes Gewicht: Wer an der TU Braunschweig beim Bewerbungsgespräch für den Lehramt-Master voll überzeugt, bekommt 0,3 Notenpunkte gutgeschrieben. An der Uni Frankfurt geht noch mehr: Beim Biochemie-Master entscheidet eine Rangliste, wer zugelassen wird. Dabei wird die Bachelornote zu 51 Prozent berücksichtigt, das Auswahlgespräch zu 49 Prozent. Am besten informiert man sich vorher, wie viel das Gespräch bei der Bewerbung zählt.

Zulassungsfrei anpeilen

Dieser Text stammt aus dem ZEIT Campus Ratgeber Magazin 2/2017.

Wer keinen guten Bachelorabschluss hat, sollte sich auch auf zulassungsfreie Master bewerben. Achtung: Dass ein Master zulassungsfrei ist, bedeutet nicht immer, dass die Note der Studienbewerber egal ist. Viele zulassungsfreie Studiengänge fordern gewisse Zugangsvoraussetzungen, das kann auch ein Notenschnitt sein. Wenn man alle Bedingungen erfüllt, hat man den Masterplatz sicher. Bei zulassungsbeschränkten Programmen ist es komplizierter. Dort gibt es in der Regel deutlich mehr Bewerber als Studienplätze. Die Zulassung hängt daher nicht von einer festgesetzten Mindestnote ab, sondern auch von den Noten der Mitbewerber. Sehr gute Absolventen haben dort größere Chancen, angenommen zu werden, als solche mit mittelmäßigen Noten. Bei der Suchmaske auf hochschulkompass.de kann man nicht nur die Fachrichtung eingeben, sondern auch "zulassungsfrei" als Kriterium auswählen. In vielen Fachrichtungen sind etwa die Hälfte der Masterstudiengänge zulassungsfrei.

Abwarten

Hochschulen müssen jedes Jahr eine bestimmte Zahl von Studienplätzen an Bewerber auf der Warteliste vergeben. Das regeln die Bundesländer in der Hochschulvergabeverordnung. In der Regel liegt die Quote bei etwa 20 Prozent. Jedes Jahr wird aufs Neue festgelegt, wie viele Wartesemester nötig sind, um einen dieser Plätze zu ergattern. Es lohnt sich, mit Studienberatern an den Hochschulen zu sprechen und nach Erfahrungswerten aus den Vorjahren zu fragen. Vielleicht wissen sie, ob die Chancen ganz gut sind, nach zwei oder drei Semestern Warterei doch noch einen Platz über die Nachrückerliste zu bekommen. Während der Wartezeit darf man allerdings nicht studieren oder an einer Uni eingeschrieben sein. Die Zeit kann man aber für Berufserfahrungen oder Praktika nutzen.

Einklagen

Wer sich im Zulassungsverfahren ungerecht behandelt fühlt, hat die Möglichkeit zu klagen. Bevor man es auf einen Rechtsstreit ankommen lässt, sollte man sich fragen: Ist es dieser Masterstudiengang wirklich wert? Im Master wird am häufigsten bei Psychologie und Lehramt geklagt. In beiden Fächern braucht man einen Master, um später als Lehrer oder Psychotherapeut arbeiten zu können. Wer Zweifel daran hat, ob die Zulassung rechtmäßig verlaufen ist, kann sich juristischen Rat einholen, zum Beispiel beim Asta. Wird man hier bestärkt, mit einer Klage gute Chancen auf einen Platz zu haben, kann man sich das auch trauen. Manchmal hilft schon ein vorsichtiges Anwaltsschreiben an die Universitäten. Diese wollen Rechtsstreitigkeiten oft vermeiden.