Diese Stipendien unterstützen einen im Gastland.

Erasmus +

Erasmus+ ist das Programm der Europäischen Union. Es umfasst 33 Länder, darunter auch Nicht-EU-Staaten wie Norwegen oder die Türkei. Pro Studienabschnitt kann man bis zu zwölf Monate weggehen: Wer im Bachelor schon Stipendiat des Programms war, kann das im Master und der Promotion noch einmal werden. Die Studiengebühren an der Gast-Uni entfallen. Auch Praktika im Ausland unterstützt das Programm, wenn diese mindestens zwei Monate dauern. Wie viel Geld man bekommt, hängt vom Gastland ab. Studenten erhalten einen Zuschuss bis zu 500 Euro, Praktikanten bis zu 700 Euro pro Monat. Man kann auch ein Erasmus-Darlehen beantragen, wenn man den kompletten Master in Spanien, Frankreich, Großbritannien oder Luxemburg macht. Für einen zweijährigen Studiengang erhält man bis zu 18.000 Euro.

Promos

Will man im Master weiter weg als bloß in ein europäisches Nachbarland, kann man als Promos-Stipendiat vom DAAD ein bis sechs Monate lang gefördert werden. In bestimmten Fällen kann man damit auch an europäischen Hochschulen studieren. Zum Beispiel, wenn der eigene Fachbereich keine Erasmus-Kooperationen anbietet. Das Programm unterstützt auch Praktika, Sprach- und Fachkurse und Studienreisen. Die Bewerbung reicht man an der eigenen Uni ein. Für Studienaufenthalte erhält man monatlich zwischen 300 und 500 Euro sowie eine Reisekostenpauschale zwischen 125 und 2.000 Euro. Wichtig: Das Promos-Stipendium kann man nicht mit Erasmus+ kombinieren.

DAAD Stipendien

Daneben bietet der DAAD auch Stipendien für ein kombiniertes Studien- und Praxissemester an. Dabei werden Studium und Praktikum im Ausland ermöglicht. Bewerben können sich alle, die im Laufe ihres Studiums ein Praktikum absolvieren müssen. Das muss in der Studienordnung verlangt werden. Studenten müssen beides in einem Land absolvieren, für sieben bis zwölf Monate. Der monatliche Zuschuss ist von Gastland zu Gastland unterschiedlich: In Finnland liegt die Stipendienrate bei monatlich 925 Euro, in Venezuela bei 1275 Euro. Es gibt auch das DAAD-Jahresstipendium für Graduierte. Dabei können Studenten für ihren kompletten Master oder einen einjährigen Auslandsaufenthalt Geld bekommen. Hier hängt die Höhe des Stipendiums ebenfalls vom Gastland ab.

Staatliche Förderung

Auch Regierungen vergeben Stipendien an Studenten. Geistes-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaftler werden vom polnischen Ministerium für Wissenschaft und Hochschulwesen unterstützt: Bei Studienaufenthalten von bis zu neun Monaten erhält man etwa 313 Euro pro Monat. Großbritannien und Frankreich fördern ebenfalls. Infos bekommt man bei den Bildungsministerien der Länder und an ausländischen Hochschulen.

Fulbright

Wer in den USA studieren möchte und ausgezeichnete Noten hat, kann sich für ein Fulbright-Stipendium bewerben. Unterstützt werden vier bis neun Monate. Stipendiaten erhalten bis zu 3.850 Euro monatlich, was für Studiengebühren und Unterhalt gedacht ist. Auch die Hin- und Rückreise wird übernommen, dazu wird eine Nebenkostenpauschale von 600 Euro ausgezahlt. Bewerben kann man sich zwischen April und Juni, wenn man im darauffolgenden Jahr in den USA studieren möchte. Bis zur Ausreise muss man seinen Bachelorabschluss vorweisen können.

Dieser Text stammt aus dem ZEIT Campus Ratgeber Magazin 2/2017.

Haniel-Studienprogramm

Praktikum und Studium werden auch von dem Haniel-Studienprogramm der Studienstiftung des Deutschen Volkes bezuschusst. Der Studienaufenthalt muss 12 bis 22 Monate dauern, das Praktikum mindestens 2 Monate. Gefördert werden alle Studenten, die sich für wirtschaftliche Fragestellungen interessieren. Dafür muss man nicht unbedingt BWL studieren. Allerdings muss man den Aufenthalt selbst organisieren. 1.500 Euro kann man pro Monat erhalten. Teilweise übernimmt das Programm auch Studiengebühren, in den USA bis zu 14.000 Euro jährlich, in Großbritannien bis zu 12.000 Euro.

Hochschulinterne Stipendien

Hochschulen im Ausland bieten ebenfalls oft Stipendien an. So erlässt beispielsweise die Middlesex University London ihren Stipendiaten die Hälfte der Studiengebühren. Dafür muss man häufig den gesamten Master dort machen. Auch in den USA gibt es Fördermöglichkeiten. Die University of Southern California etwa unterstützt Studenten mit bis zu 9.500 Euro, wenn sie ihren Master in Ingenieurwissenschaften oder Informatik dort machen. Auf fundingusstudy.org findet man eine Übersicht über Förderer in den USA. Auch Unis in Deutschland sponsern einzelne Studenten, darüber kann man sich bei der Auslandsberatung der eigenen Uni informieren. An der Uni Kassel beispielsweise ist das SHOSTA-Programm für Aufenthalte bis sechs Wochen gedacht. Studenten der Uni Hamburg bekommen monatlich bis zu 500 Euro, wenn sie mit dem Förderprogramm Hamburglobal höchstens fünf Monate lang ins Ausland gehen.

Erich-Müller-Stiftung

Will man seine Forschungs- oder Abschlussarbeit im Ausland schreiben und studiert Ingenieurwissenschaften, kann man sich hier bewerben. Das Programm zielt auf Studenten ab, die an einer Universität für Maschinenbau, Elektrotechnik, Chemieingenieurwesen, Umwelttechnik oder Materialwissenschaften eingeschrieben sind. Für Studenten an Fachhochschulen gilt das Angebot nicht. Während der Zeit im Gastland bekommen die Stipendiaten 500 Euro monatlich.

Begabtenförderung

Auch Begabtenförderungswerke fördern Auslandsaufenthalte. Allerdings nur für Stipendiaten – alleine für die Förderung im Ausland kann man sich bei den Stiftungen nicht bewerben. Die Friedrich-Ebert-Stiftung oder die Konrad-Adenauer-Stiftung bezuschussen beispielsweise Aufenthalte bis zu einem Jahr. Dafür sollte man sich rechtzeitig bewerben, teilweise schon vor dem Masterstudium oder bestimmten Fachsemestern.