In der Kreativbranche ist der Konkurrenzdruck groß.

Wie gut die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt für Kreative sind, kann man nicht pauschal beantworten, denn die Kreativwirtschaft umfasst viele unterschiedliche Bereiche: Zu ihr zählen die Architektur genauso wie der Buch- und Kunstmarkt, die Design-, Musik- und Filmwirtschaft, die Bereiche Schauspiel und Regie, Werbung und Presse, die Rundfunkwirtschaft und die Games-Industrie. Die Situation in diesen Teilarbeitsmärkten kann sehr unterschiedlich sein.

Insgesamt ist die Arbeitslosigkeit in der Kreativbranche in den vergangenen zwei Jahren zurückgegangen, sie fällt aber immer noch deutlich höher aus als in anderen akademischen Berufsgruppen: Im Bereich "Redaktion, Journalismus und Öffentlichkeitsarbeit" lag sie beispielsweise mit 4,7 Prozent fast doppelt so hoch wie durchschnittlich bei Akademikern (2,6 Prozent). Presse, Buch- und Kunstmarkt sind zurzeit Sorgenkinder, während sich vor allem der Bereich Software/Games positiv entwickelt. Gute Nachrichten gibt es auch für Architekten: Dort ging die Arbeitslosigkeit zuletzt um zehn Prozent zurück.

Eine weitere positive Entwicklung ist, dass in der Kreativbranche immer mehr sozialversicherungspflichtige Jobs entstehen, also Jobs über 400-Euro-Minijobgehalt. Zuletzt gab es dort ein Plus von drei Prozent. Dennoch: Da kreative Studiengänge weiter sehr beliebt sind, wird die Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt auch in den nächsten Jahren aller Voraussicht nach groß bleiben.

Günstig wirkt sich immer noch der Trend zu Social Media aus. "Der Boom der Digitalbranche ist eine super Chance für Kreative", sagt Heike Wahlers, Personaldirektorin bei denkwerk, einer der größten Digitalagenturen in Deutschland. "Gerade im Social-Media-Bereich brauchen mittlerweile auch viele kleinere Firmen immer mehr Unterstützung von kreativen Profis."

Dieser Text stammt aus dem ZEIT Campus Ratgeber Magazin 1/2018.

Etwa ein Drittel der Kreativen arbeitet einem Bericht der Bundesregierung zufolge selbstständig. Am größten ist ihr Anteil mit knapp 60 Prozent bei den künstlerischen Berufen. Dazu zählen zum Beispiel Fotografen, Musiker oder Grafikdesigner. Wer sich entschließt, frei zu arbeiten, sollte sich bei der Künstlersozialkasse aufnehmen lassen. Sie übernimmt für freie Kreative den Arbeitgeberanteil der Sozialversicherungen. Die Abgaben sind relativ gering, allerdings sind es die Rentenansprüche dann auch. Daher sollten freie Kreative unbedingt über eine private Rentenversicherung nachdenken.

Neben selbstständigen Einzelkämpfern gibt es in der Kreativbranche zahlreiche Unternehmensgründungen. Allein ein Drittel davon ist in der Games-Industrie angesiedelt, gut 15 Prozent in der Designwirtschaft.