Wohin soll die berufliche Reise gehen? Wo wichtige Weichen stellen? Und: Welcher Arbeitgeber ist der richtige? Nicht jedes Studium führt direkt in einen Beruf, wie etwa bei Lehrern oder Ärzten. Viele Absolventen haben sich bis zum Abschluss beruflich noch nicht so richtig festgelegt. Wer die folgenden Tipps beherzigt, kommt seinem Traumjob vielleicht ein bisschen näher. Viel Erfolg beim Bewerben!

Tipp 1: Finde heraus, was du willst!

Bevor man seinen Traumjob bekommt, muss man zunächst einmal wissen, nach was man eigentlich sucht. Das mag banal klingen, ist aber der erste wichtige Schritt bei der Stellensuche: die Selbstanalyse. Was kann ich? Was treibt mich an? In welchem Umfeld möchte ich arbeiten? Mit welchen Themen möchte ich mich beschäftigen? Und was erwarte ich von meinem Job? Wer Fragen wie diese klar beantworten und eigene Fähigkeiten realistisch einschätzen kann – der ist bereit, mit möglichen Arbeitgebern Kontakt aufzunehmen. Denn je genauer ein Bewerber sein Ziel kennt, umso konkreter erkennt er auch den Weg dorthin.

Tipp 2: Job-Messen lohnen sich

Wer seine Vorlieben und Stärken ebenso gut kennt wie seine Werte und Wünsche, der kann sich passgenau bewerben: bei Arbeitgebern, die zu seinen Vorstellungen passen. Einen guten Eindruck von Unternehmen und ihren Mitarbeitern bekommt man bei Recruiting-Messen. Hier wird allerdings eher versucht, Image-Werbung für eine Firma zu betreiben, als offene Stellen zu besetzen. Das sollte man wissen. Dennoch können dort Fragen beantwortet und Kontakte geknüpft werden. Am besten vorab den Lebenslauf hinschicken und einen kurzen Termin am Messestand vereinbaren. Hat man eine Visitenkarte bekommen, kann man sich am folgenden Tag per Email für das interessante Gespräch bedanken oder sich über Xing und LinkedIn vernetzen, um in Erinnerung zu bleiben.

Tipp 3: Lass dich über offene Stellen informieren!

Nahezu alle Unternehmen schreiben offene Positionen auf ihrer Webseite aus. Ständig alle Seiten nach Neuigkeiten abzusuchen kann ziemlich mühsam sein. Empfehlen lassen sich Online-Stellenbörsen. Hier bekommt man Ausschreibungen nach selbst festgelegten Kriterien angezeigt. Um keine neuen Angebote zu verpassen, ist es ratsam, ein persönliches Suchprofil anzulegen und sich für Branchen-Newsletter zu registrieren. Per Email wird man dann regelmäßig über passende Stellen informiert!

Tipp 4: Besser 10 zielgerichtete Bewerbungen als 70 identische

Weniger ist mehr, das gilt auch bei der Jobsuche. Wer viele Bewerbungen schreibt, ohne sie auf das Unternehmen zuzuschneiden, wird sicherlich wenig Chancen auf ein persönliches Gespräch haben. Eine Stelle bei besonders begehrten Arbeitgebern, wie zum Beispiel Branchenführern oder internationalen Konzernen, ergattert man nur mit passgenauen Bewerbungen. Das bedeutet zwar mehr Arbeit als beim massenhaften Aussenden, führt aber eher zum Erfolg. Die Bewerbung kann als Grundlage für weitere hergenommen und individuell angepasst werden. Allerdings sollte man darauf achten, Copy-Paste-Fehler zu vermeiden. Wer etwa vergisst, den Firmennamen auszutauschen, kann sich sicher sein, dass seine Bewerbung im Papierkorb landet.

Tipp 5: Gute Unterlagen verschicken

Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse: alle Bewerbungen sind ähnlich aufgebaut. Auf Papier sind sie kaum noch erwünscht – die digitale Variante bedeutet aber nicht weniger Aufwand. Üblicherweise schickt man seine Unterlagen als Anhang per Email mit höchstens fünf Megabyte. Wichtig: Keine Einzeldateien schicken, sondern alle Dokumente zu einer Pdf-Datei zusammenfügen. Man sollte die Firmen nicht mit Emailadressen wie "Heißebiene90@hotmail.com" kontaktieren, sondern sich eine seriöse Adresse nach dem Schema "Vorname.Nachname" zulegen. Im Anschreiben wendet man sich an den vorab herausgefundenen Ansprechpartner und verzichtet darauf, ihn mit Floskeln zu langweilen, die wenig über die eigene Person aussagen. Vielmehr bringt man gute Gründe, inwiefern man die Anforderungen der ausgeschriebenen Stelle erfüllt. Das stärkste Argument kommt zuerst. Zwar ist man nicht verpflichtet, ein Foto mitzuschicken, doch die meisten Personaler bevorzugen es nach wie vor. Es sollte unbedingt vom Profi gemacht worden sein. Einige Firmen haben Bewerbungs-Plattformen eingerichtet. Auch hier dringend auf Tippfehler achten, am besten vor dem Hochladen mit einem Textprogramm auf Rechtschreibung überprüfen. Formale Fehler lassen schnell auf eine schlampige Arbeitsweise schließen!

Tipp 6: Kreativ werden

Manche Unternehmen erhalten mitunter unzählige Unterlagen. Mit alternativen Bewerbungen macht man auf sich aufmerksam. Warum nicht ein Bewerbungsvideo drehen? Oder das Layout im Corporate Design des potenziellen Arbeitgebers gestalten? Gute Ideen hinterlassen Eindruck, nicht nur in der Kreativwirtschaft. Allerdings sollte man darauf achten, dass die Aufmachung zum Unternehmen passt. Manchmal ergibt sich auch aus einer gelungenen Initiativbewerbung erst ein netter Kontakt, dann eine passende Stelle. Und: Nachfragen lohnt sich. Wer nach zwei Wochen noch nichts von seinem Wunscharbeitgeber gehört hat, kann sich ruhig einmal melden.

Tipp 7: Am Ball bleiben!

Bei der Stellensuche ist es manchmal wie bei der Wohnungssuche. Man kann nicht alles haben – zumindest selten auf Anhieb. Manchmal braucht es Zeit, Geduld, ein Quäntchen Glück oder noch ein wenig Berufserfahrung, bis es tatsächlich mit dem Traumjob klappt. Nach langer erfolgloser Suche sollte man allerdings sein Vorgehen überdenken. Man kann zum Beispiel den geografischen Radius erweitern und sich über die bevorzugte Region hinaus bewerben oder sich neben beliebten Top-Unternehmen auch bei unbekannteren Arbeitgebern umsehen. Bei kleineren Firmen gelingt der Einstieg oft leichter und Berufseinsteiger dürfen schnell Verantwortung übernehmen. Doch das wichtigste ist, sich nicht entmutigen zu lassen: Nach einer Absage wieder aufstehen – und weitere Bewerbungen schreiben!

Tipp 8: Telefon-Interviews meistern

Manchmal sind Personaler zwar an einem Bewerber interessiert, aber noch nicht überzeugt genug, um ihn zum Vorstellungsgespräch einzuladen. Dann vereinbaren sie gerne ein Telefon-Interview. Diesen Termin sollte man ernst nehmen. Sich kurz davor ein paar Minuten in Ruhe an den Schreibtisch setzen, seine Gedanken sammeln und auf seinen Atem achten, ist ratsam. Am besten kleidet man sich so, als ginge man zu einem persönlichen Treffen. Dadurch nimmt man automatisch eine seriöse innere Haltung an, die auf das Gespräch abfärbt.

Tipp 9: Persönlich überzeugen

Es hat geklappt, die Einladung zum Vorstellungsgespräch ist da. Sich ausführlich über das Unternehmen, seine Kunden und Wettbewerber zu informieren, gehört zur guten Vorbereitung. Zum Termin unbedingt pünktlich erscheinen und etwas Puffer einplanen. Ist man zu früh da, verbringt man die Zeit am besten im nahe gelegenen Café. Man sollte der Branche angemessen gekleidet sein und sich dennoch nicht verkleidet fühlen. Wer authentisch bleibt, wirkt sympathischer, als wenn er sich hinter auswendig gelernt wirkenden Floskeln versteckt. Im besten Falle entwickelt sich aus einem Frage-Antwort-Spiel ein wechselseitiges Gespräch. Zu Lücken im Lebenslauf sollte man selbstbewusst stehen und diese etwa als Auszeiten beschreiben, in denen man sich beruflich orientiert hat. Sobald man über seine Erfahrungen und Fähigkeiten spricht, kann man sich immer wieder auf die Ausschreibung beziehen. Dadurch signalisiert man echtes Interesse, ebenso wie mit eigenen Fragen. Bei manchen Firmen ersetzen Accessment-Center das klassische Vorstellungsgespräch. Dreisatz und Prozentrechnen sollte man ebenso drauf haben wie eine gute Gesprächsführung. Manche Unis bieten Workshops an. Zudem kann man in Blogs oder Online-Foren nach Leuten suchen, die über das Auswahlverfahren der Firma berichten.

Tipp 10: Sei ehrlich mit dir

Die Eindrücke und Kollegen, die Aufgaben und Abläufe, die langen Büro-Tage: Erste Wochen und Monate im neuen Job können sehr anstrengend sein. Während einige Berufsanfänger über Unterforderung und Langeweile klagen, kommen andere vor lauter Arbeit kaum zum Durchatmen. In beiden Fällen sollte man geduldig abwarten, wie sich der Berufsalltag entwickelt. Manchmal stellt sich ein vermeintlicher Traumjob als gar nicht so traumhaft heraus. Nachteile gibt es in jedem Beruf und eine gewisse Ernüchterung gehört dazu. Vielleicht entdeckt man sogar interessante Facetten, die man nicht erwartet hatte. Hört man allerdings nach einiger Zeit in sich hinein und spürt einen deutlichen Abstand zwischen den eigenen Wünschen und der Berufsrealität, sollte man sich das auch eingestehen. Denn: Die Probezeit ist für beide Seiten da!