Seit 2015 ist Niels Möllgaard Fachbereichsleiter Markenkommunikation bei der TK. Seine drei Kern-Botschaften für Berufseinsteiger lauten: Kritikfähig sein, sich fokussieren sowie offen kommunizieren können.

Welche Basis-Qualifikationen sollten junge Akademiker mitbringen?
Für alle Branchen und Firmen wird es generell immer wichtiger, wie Mitarbeiter in Projekten und interdisziplinär mit anderen Menschen zusammenarbeiten können. Alles wird heute vernetzt bearbeitet, keiner arbeitet wie noch vor 20 Jahren alleine vor sich hin.

Personaler achten bei Sozialkompetenzen vor allem auf Teamfähigkeit und Eigeninitiative.
Mir liegen darüber hinaus auch noch Kommunikations- und Kritikfähigkeit am Herzen. Ich kann ja nur dazulernen, wenn ich verstehe, wo meine persönlichen Lernfelder liegen. Und das verstehe ich nur, wenn ich auch gut mit Kritik umgehen und diese annehmen kann.

Anfangs bekommt man so viel Feedback wie später kaum noch.
Feedback ist ein Leben lang wichtig. In den ersten 100 Tagen weiß man oft nicht, wie man damit umgehen soll: Darf ich überhaupt fragen? Wenn ich kritisiert werde, bin ich dann etwa nicht richtig hier? Zu Beginn ist man schlicht von Zweifeln übersät, das ist normal. Doch mir ist die Message wichtig: Fragen sind clever, und Feedback ist nicht zerstörend, sondern soll weiterhelfen. Machen Sie sich nicht so sehr den Kopf darüber, ob man zufrieden mit Ihnen ist, sondern versuchen Sie, selbst Fuß zu fassen!

Ihr wichtigster Tipp für die ersten 100 Tage?
Offen sein, auf Menschen zugehen! Als Berufseinsteiger kann ich nicht auf dem Papier lernen, wie eine Firma tickt. Das lerne ich nur im Umgang mit anderen: Sich Zeit nehmen, sich vernetzen, zuhören, viele Fragen stellen – das halte ich entscheidend für einen guten Start. Und so banal das klingen mag: Gerade für introvertierte Menschen bietet eine Verabredung in der Kantine eine Riesenchance.

Woran erkennen Sie ein besonderes Talent?
Ich bin fest davon überzeugt, dass jeder Mensch Talente hat. Es ist ein Prozess, man muss sie finden. Und das wiederum ist Aufgabe der Führungskraft: mit dem neuen Mitarbeiter gemeinsam zu schauen, wo die jeweiligen Talente stecken.

Karriereberater empfehlen Neulingen, möglichst viele Projekte an sich zu reißen.
Ich finde es besser, sich durch Qualität zu profilieren. Die Kunst ist, sich ein oder zwei richtig spannende Themen auszusuchen und diese mit besonders viel Elan voranzutreiben. Durch Fokussierung gewinnt man Profil. Verzetteln und viele Bälle gleichzeitig jonglieren zu wollen, macht es eher kaputt.


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