Gut ausgebildete Fachkräfte sind so gefragt wie lange nicht. Der Arbeitsmarkt boomt, Berufseinsteiger haben die Qual der Wahl.

Dr. Alix Stödter von der Unternehmensberatung McKinsey (li.) im Gespräch mit Dr. Sabine Voermans, Leiterin Gesundheitsmanagement bei der TK.


Doch wie meistere ich die spannende Einstiegsphase, wenn ich den Arbeitsvertrag in der Tasche habe? Mit der Veranstaltungsreihe "Die ersten 100 Tage im Job" bieten ZEIT CAMPUS und die Techniker Krankenkasse Orientierung im Dschungel des Berufseinstiegs.

Der Anfang ist der wichtigste Teil der Arbeit: Was schon der griechische Philosoph Platon wusste, gilt im Berufsleben mehr denn je. Die ersten Monate im Job sind oft entscheidend für den Fortgang der Karriere. Dr. Alix Stödter begleitet bei der Unternehmensberatung McKinsey in Hamburg junge Berufseinsteiger. Ihr Tipp für einen erfolgreichen Start: "Saugt alles auf wie ein Schwamm, bleibt locker, stellt Fragen und traut Euch selbst etwas zu."


Herausfinden, wie der Arbeitgeber tickt


Hilfreich ist es laut Stödter auch, Erwartungen und Aufgaben zu klären. Ein Kollege des Vertrauens kann den Einstieg enorm erleichtern. "Ihn kann ich nach den ungeschriebenen Gesetzen im Unternehmen fragen", rät Dr. Sabine Voermans, Leiterin Gesundheitsmanagement bei der Techniker Krankenkasse (TK). Denn wie der neue Arbeitgeber "tickt", muss der Anfänger selbst herausfinden. Der Aufbau eines bereichsübergreifenden Netzwerks kann über viele Hürden hinweghelfen. Die Organisation des Jobeinstiegs hängt auch von der Unternehmensgröße ab. Große Firmen empfangen neue Mitarbeiter meist mit einem Personaleinführungskonzept. Zum Beispiel die Robert Bosch GmbH: "Der Onboarding-Prozess beinhaltet etwa einen Einarbeitungsplan, einen Paten, zahlreiche Schulungen und Angebote, um neue Kollegen kennenzulernen", erzählt Rainer Hörbrand, Personalleiter auf dem Forschungscampus Renningen. Alles Vorteile, die in kleinen Unternehmen nicht selbstverständlich sind. "Dort muss der Berufsanfänger den Einstieg oft stärker selbst gestalten", sagt Dr. Florian Schramm, Professor für Personalwirtschaft an der Universität Hamburg.

Durch Motivation und Engagement können sich Neulinge positiv hervorheben. "Karriere und Eigeninitiative gehören untrennbar zusammen", betont Christine Keiner, Director Talent Acquisition beim Software-Entwickler SAP. "Wenn Sie Ideen für Verbesserungen haben, dann sprechen Sie dies in geeigneter Weise proaktiv an", rät auch Bosch-Personalleiter Hörbrand. Dennoch sollten Berufseinsteiger Hierarchien beachten. "Man muss damit leben können, dass man ein kleines Rädchen in einer Organisationsstruktur ist", empfiehlt Professor Schramm.


Brennen statt Ausbrennen


In der aufregenden Anfangsphase sollten Berufseinsteiger die eigenen Ressourcen richtig einschätzen. "Aus meiner Sicht ist es wichtig, die Balance zu finden, für seinen Job zu brennen, dabei aber nicht auszubrennen", sagt SAP-Personalexpertin Keiner. Unternehmen wollen Mitarbeiter, die für sich sorgen, bestätigt TK-Gesundheitsmanagerin Voermans. Ein stabiles privates Umfeld, Bewegung und Strategien zum Stressabbau seien hilfreich, um den Start erfolgreich zu meistern.

Gekommen, um zu bleiben: Die Angst, den Job gleich wieder zu verlieren, ist in den meisten Fällen übrigens unbegründet. "Wenn es im ersten Jahr gar nicht passt, ist es meist der Mitarbeiter selbst, der feststellt, dass er sich in dem Umfeld nicht wohlfühlt", sagt McKinsey-Beraterin Stödter. Mit Engagement und Motivation auf beiden Seiten wird der Berufseinstieg garantiert zum Erfolg.


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