Beachvolleyballerin Laura Ludwig (31) hat schon vieles erreicht. Im vergangenen Jahr holte die vierfache Europameisterin Olympisches Gold.

Sie gibt mit ihrem Team alles dafür, die gemeinsamen Ziele zu erreichen: Beachvolleyballerin Laura Ludwig.

Ihre Strategie, die sie auch Berufseinsteigern empfiehlt: auf Ziele Schritt für Schritt hinarbeiten.


Als Olympiasiegerin sind Sie Erfolge gewöhnt. Nun mussten Sie nach Ihrer Schulter-OP schon einige Rückschläge verkraften. Was machen Sie, um sich wieder an Ihre Topform heranzukämpfen?

Nach so einer Operation musste ich vor allem lernen, geduldig zu sein. Ich habe sehr viel Aufbauarbeit geleistet, aber meine Schulter kam einfach nicht so schnell hinterher, wie ich mir das gewünscht hätte. Erst jetzt, sieben Monate nach der OP, habe ich zum ersten Mal das Gefühl, dass die Schulter wieder stabil ist und dass ich bald wieder in Topform sein werde.


Diese Zeit war sicherlich oft mit Zweifeln verbunden, und das geht vielen auch im Berufseinstieg so. Wie gehen Sie mit Zweifeln um?

In den letzten beiden Monaten habe ich wirklich gezweifelt – an mir, am Trainingsplan, am Drumherum. Mit meiner Psychologin habe ich viel gearbeitet. Für Ziele, die man sich steckt, braucht man Routine. Man sollte nicht immer nur das große Ganze im Blick haben, sondern gezielt Schritt für Schritt vorgehen. Das gilt auch für die ersten 100 Tage im Job. Und man muss lernen, über Ängste und Zweifel zu sprechen, um daran zu arbeiten.


Wie schaffen Sie es, sich immer wieder neu zu motivieren – haben Sie immer das nächste strategische Ziel im Blick?

Ich habe in London das Olympische Finale im Beachvolleyball gesehen und gedacht: "Das willst du auch schaffen." Vier Jahre lang habe ich alles dafür gegeben, dieses Ziel zu erreichen. Durch den Erfolg bin ich aber nicht satt geworden, sondern eher noch hungriger nach weiteren Erfolgen. Die WM in Wien ist dieses Jahr das große Ziel.


Sie sind als Beachvolleyballerin nur im Team stark. Sehen Sie da Parallelen zur Arbeitswelt?

Wir haben uns den Slogan gegeben "Gemeinsam am Stärksten". Das gilt sowohl für Kira und mich, als auch für das ganze Team, unsere Sponsoren und so weiter. Wenn man gut zusammenarbeitet, kann man deutlich mehr erreichen, als wenn jeder "nur" seinen Job macht. Das trifft sicherlich auch auf Mitarbeiter in Unternehmen zu.


Ihr Team besteht aus sieben Personen. Wie sorgen Sie dafür, dass sich neue Mitarbeiter darin wohlfühlen?

Wir setzen uns zusammen, finden heraus, wo unsere Stärken und Schwächen sind. Wir versuchen, jeden mit seinen Besonderheiten und auch Schwächen zu akzeptieren und auf die Stärken zu fokussieren, um unser gemeinsames Ziel zu erreichen. Natürlich haben wir auch Vereinbarungen, wie wir uns von Jahr zu Jahr weiterentwickeln wollen. Wenn sich jeder damit wohlfühlt, gehen wir diesen Weg dann gemeinsam.


Was ist die Voraussetzung dafür, um in einer Sache richtig gut zu sein?

Zuerst braucht man natürlich ein gewisses Maß an Talent. Nicht jeder kann in jedem Bereich sehr gut werden. Man muss seine Stärken erkennen und ausbauen – und man muss lernen, mit seinen eigenen Schwächen umzugehen. Das gilt im Sport genauso wie im Berufsleben.

 

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