Ethik versus Effizienz: sneep und Thomas Straubhaar streiten© Montage ZEIT online/Foto: Roland Magunia/ddp

ZEIT Campus online: Weshalb fordern Sie als sneep, Ethik während des Wirtschaftsstudiums zu unterrichten?

Felix Rohrbeck : Ich habe nicht angefangen, Wirtschaft zu studieren, weil ich irgendwelche Sachen ausrechnen wollte, sondern weil ich verstehen wollte, wie Wirtschaft funktioniert. Dabei habe ich mich vor allem für die gesellschaftlichen Aspekte der Wirtschaft interessiert. Als ich mein Grundstudium durchzog, dachte ich, na ja, da legt man die Grundlagen, und danach wird es richtig spannend. Jetzt, wo ich vor der Diplomarbeit stehe, muss ich sagen, dass die Sachen, die mich wirklich interessiert haben, fast nicht behandelt wurden.

ZEIT Campus online : Was fehlte Ihnen denn?

Rohrbeck : Zum Beispiel der ganze Wohlfahrtsbereich. Das ist ja das Eigentliche, woran sich Ökonomen orientieren: "Wir wollen Wohlfahrt optimieren!" Was es ist, was wir da eigentlich optimieren und ob da auch außerökonomische Aspekte hineingehören diese Diskussion wird nie geführt.
Wirtschaft und Ethik sind zwei voneinander unabhängige Systeme. Auf der einen Seite eine wertfreie Ökonomie und auf der anderen Seite eine außerökonomische Ethik.

ZEIT Campus online : Herr Professor Straubhaar, was sind denn für Sie die Ziele des Wirtschaftsstudiums?