Richtig jobben Online Jobs finden
Stellenvermittlungsportale im Internet boomen. Auch Studenten finden dort Jobs. ZEIT Campus stellt die interessantesten Jobbörsen vor
Laut aktuellen Studien von den Unis Frankfurt und Bamberg sowie dem Karriere-Portal "Monster" zur Bewerbungspraxis in Deutschland nutzen Jobsucher vor allem Internet-Stellenbörsen. Von 11.000 Befragten besuchen 82,7 Prozent häufig oder sehr häufig die Online-Stellenbörsen. Mehr als die Hälfte der Befragten sieht in ihnen eine vielversprechende Möglichkeit, einen neuen Job zu finden.
Hier einige der meistbesuchten Jobbörsen im Internet
:
(1)
www.jobber.de
Schwerpunkt:
Kurzfristige Studenten-Jobs für wenige Wochen ohne hohe Qualifikationsanforderungen.
So funktioniert´s
:
Studenten stellen ihr Profil samt Kompetenzen und Jobwünschen auf die Seite und Firmen schalten darunter Stellenanzeigen. Studierende können sich dann bei den inserierenden Unternehmen bewerben, oder sie werden von den Firmen kontaktiert.
Auch private Job-Angebote können aufgegeben und angenommen werden. Man bekommt auf der Seite Tipps zur Bewerbung, Vergütung, Steuern oder Job-Fallen. Alle Leistungen sind für die Studierenden kostenfrei.
Der Stundenlohn für Jobs vom Geldzähler bis zum Programmierer variiert zwischen sieben und 30 Euro. Der seit 2000 existierende Service vermittelt monatlich acht- bis zehntausend Jobs an mehr als 30.000 Studenten.
(2)
www.jobmailing.de
Schwerpunkt
:
Hier wird die soziale Gerechtigkeit groß geschrieben: Vermittelt werden nur bezahlte Praktika (ab 300 Euro) und Jobs mit einem Mindestlohn von sieben Euro. Es gibt Tages- oder Wochenjobs, aber auch langfristige Stellen für Absolventen. Und zwar täglich bis 22 Uhr. Alle Profile werden ständig aktualisiert.
So funtioniert´s
:
Firmen und Privatpersonen füllen eine Maske mit dem Anforderunsprofil des Jobbers aus. Die Studenten-Profile sind von ihnen nicht einsehbar, sie werden dann von den Betreibern nach Eignung ausgewählt und bekommen eine Mail zugesandt. Daraufhin melden sich die Studenten beim Auftraggeber. Parallel kann man alle Jobs auch auf den Seiten einsehen.
Der Dienst ist online verfügbar, aber auch in den Büros in Berlin und Jena kann man nach Arbeit suchen. Für Studierende sind alle Dienste kostenlos. Das Angebot gibt es seit 1998.
Registriert sind etwa 5.600 Studenten, wöchentlich kommen 20 bis 30 dazu. Täglich werden nur zwei bis drei Jobs vermittelt, oft aber an zehn oder 15 Studenten auf ein Mal. Zum Beispiel wenn zusätzliches Personal wegen den längeren Laden-Öffnungszeiten in Berlin gebraucht wird, oder eine Studie in einem Call-Center dies erforderlich macht.
(3)
www.monster.de
:
Schwerpunkt
:
Mit 70 Prozent Marktanteil und monatlich 35.000 neuen Stellen ist monster.de die größte aller Online-Stellenvermittlungen. Klassische Studentenjobs findet man hier eher weniger, das Portal richtet sich vor allem an jene, die längerfristige Arbeit suchen. Aber auch Praktikanten werden hier fündig. Für sie gibt es einen Leitfaden und Tipps wie: "Welches Gehalt ist angemessen". Fach- und Führungskräfte, Akademiker können hier genauso wie Fleischerei-Fachverkäufer 24 Stunden am Tag und sieben Tage in der Woche Stellen finden.
In verschiedenen "Channels", also Bereichen, gibt es für Jeden umfangreiche und ausführliche Hinweise zum Berufsstart über die Gehaltsanalyse bis zum Jobwechsel. Auch Arbeitszeugnisse und Bewerbungsmappen kann man checken lassen.
So funktioniert´s
:
Mittels einer Maske kann der Bewerber regional oder weltweit schnell und unkompliziert nach Stellen suchen. Diese erscheinen in einer Übersicht. Durch Markieren kann man einzelne Angebote in eine Favoriten-Liste eintragen, mit einem Klick gelangt man direkt zur Stellenausschreibung, auf die man sich dann bewirbt. Die Vermittlung soll innerhalb einer Woche geschehen, das Angebot ist für die Jobsuchenden umsonst.
Als durchaus vielversprechend gilt die "passive Bewerbung": Lebensläufe werden in Datenbanken gestellt, so dass die Auswahl der Unternehmen schnell und umständlich erfolgt.
(4)
www.berufsstart.stepstone.de
:
Schwerpunkt
:
Nach monster.de ist berufsstart.stepstone.de die zweitgrößte Stellenbörse im Internet. Stepstone vermittelt umsonst Arbeit für 350.000 Suchende, tendenziell eher an höher qualifizierte Bewerber. Einfache Studentenjobs kann man hier aber auch finden. Insgesamt hat man die Wahl aus über 25.000 Jobs, europaweit gibt es 400.000 Angebote.
So funktioniert´s
:
Nach der Registrierung lässt man sich ständig per Mail über neue Jobangebote informieren. Auch Lebensläufe kann man online stellen, um direkt von den Unternehmen kontaktiert zu werden. Stepstone arbeitet mit 39 Unis und Fachhochschulen von Aachen bis Worms zusammen. Zudem gibt es auf der Seite umfangreiche Tipps: Von Erfahrungsberichten über die ersten 100 Tage im Beruf, darüber, welche Berufe es in der Eis- und Schneebranche gibt, bishin zu der Frage: Welche Region zahlt am meisten?
(5)
www.jobs3000.net
Schwerpunkt
:
Dieses Angebot beschränkt sich auf die Vermittlung von klassischen Studentenjobs, also kurzfristige Neben- und Mini-Jobs auf 400 und 800-Euro-Basis. Es gibt etwa 120.000 registrierte Bewerber, die permanent auf etwa 800 bis 1.000 Angebote eingehen können. Im Winter gibt es weniger, im Sommer mehr Jobs. Die Zielgruppe liegt zwischen 20 und 30 Jahren, sie machen 80 Prozent der Bewerber aus.
So funktioniert´s
:
Man registriert sich online und erhält täglich oder wöchentlich Job-Angebote per Mail. Lebensläufe kann man nicht auf die Seite stellen; die Studenten müssen sich direkt bei den Unternehmen melden. Bewerbungen werden ausschließlich online versandt. Der Service ist kostenlos, auch für die Unternehmen, die ihre Annoncen ebenfalls auf die Seite stellen.
(6) Universitäten
:
Auch deutsche Unis betreiben Jobbörsen für ihre Studenten, oft in Kooperation mit den Asten.
Hamburg
:
Ohne Registrierung klickt man sich durch die Angebote und wendet sich direkt an die Unternehmen. Eine Vermittlung findet nicht statt, die Seite ist quasi ein Schaufenster der Unternehmen. Täglich kann man aus 200 Angeboten auswählen, durchschnittlich nutzen den Service 2.400 Studenten. Dort wird kein Job angeboten, der unterhalb eines Stundenlohns von 7,50 Euro liegt; für körperlich schwere Arbeiten wie Umzugs-Jobs sind 10 Euro fällig. Praktika werden nur ab 300 Euro im Monat vermittelt.
Berlin
:
Die
Heinzelmännchen
sind der erste und größte Jobvermittler für alle Studierenden der Hauptstadt. In Zusammenarbeit mit dem Studentenwerk und der Agentur für Arbeit werden seit über 50 Jahren einfache und qualifizierte Jobs vermittelt. Ein deutschlandweit seltenes Abrechnungs-Modell macht das Angebot bei den über 15.000 registrierten Nutzern sehr beliebt: Man kann bis zu drei verschiedene Beschäfigungen annehmen, die alle über eine dort hinterlegte Steuerkarte abgerechnet werden. Die Abrechnung für Unternehmen und Studenten erledigen die Heinzelmännchen. So sparen die Studenten Geld.
Drei Mal am Tag gibt es in den beiden Fillialen Job-Verlosungen. Dabei soll versucht werden, keine Jobs unter 7,67 Euro zu vergeben. Pro Jahr werden rund 30.000 Jobs an mehrheitlich ausländische Studenten vermittelt. Die Anmeldung kostet fünf Euro, die Vermittlungsgebühr für einen Job liegt zwischen 2,5 und 3 Prozent des Bruttolohns.
München
:
Seit 20 Jahren nutzen Studenten die kostenlose Vermittlung des Vereins
"Student und Arbeitsmarkt"
, dem Job-Zentrum der Ludwig-Maximilians-Universität. Alle Angebote sind online einsehbar. Eine klassische Vermittlung findet nicht statt, man bewirbt sich direkt bei den Firmen. Zudem hat an der LMU jedes Institut seine eigene fachspezifische Jobvermittlung.
Das Studentenwerk München macht die eigentliche Jobvermittlung: Das
"Job-Café
" betreibt eine Datenbank für 30.000 Studenten, die ständig aus 100 Angeboten auswählen können. Man stellt dort ein Profil samt Lebenslauf und Foto zusammen, um bei etwaigen Angeboten kontaktiert werden zu können. Die Verwaltung wird persönlich erledigt, so dass es keine "Karteileichen", sondern nur aktuelle Gesuche und Angebote gibt. Kostenlos werden etwa zu zwei Dritteln kurzfristige und zu einem Drittel längerfristige Tätigkeiten vermittelt.
Heidelberg
:
Das Studentenwerk vermittelt kostenlos Jobs, vor allem als Nachhilfe-Lehrer, Umzugshelfer oder Flyer-Verteiler. Angebote kann man im Internet einsehen, Kontaktdaten erhält man aber nur aus zwei Schaukästen an der Uni: einer ist in der Mensa, einer im Info-Center auf dem Uni-Platz. Eine Vermittlung oder Beratung wird nicht angeboten. Längerfristige Arbeit bekommt man in Heidelberg über die Studentenjob-Vermittlung der Agentur für Arbeit.
Die Studentenjob-Vermittlung der Bundesagentur für Arbeit (BA) gibt es nicht in allen deutschen Städten. Ob es den Service gibt oder nicht, hängt von der Entscheidung der jeweiligen Arbeitsagentur ab.
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- Datum 30.01.2007 - 09:01 Uhr
- Quelle ZEIT Campus, 02/2007
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