MBA-Schulen Norwegisch offen

Die BI Norwegian School of Management in Oslo vermittelt vor allem dank ihrer lichten Architektur skandinavisches Lebensgefühl - selbst Gruppenarbeiten werden zu einem Erlebnis werden. Teil zwei unserer Serie über die schönsten MBA-Schulen.

Ein MBA-Studium ist stressig - warum also nicht dort lernen, wo es exotisch, idyllisch, also schlichtweg schön ist? Schließlich soll das Management-Training auch Spaß machen. In einer neuen Serie stellt ZEIT Campus online MBA-Programme an attraktiven Studienplätzen vor. Teil zwei informiert über die BI Norwegian School of Management in Oslo.

Von der Mensa im obersten Stock der BI Norwegian School of Management schweift der Blick über die norwegische Hauptstadt, über den Oslo-Fjord bis hin zur berühmten Hollmenkollen-Schanze. Dort oben liegt die Kantine für Professoren, in der auch die MBA-Studenten speisen dürfen.

Doch es ist nicht nur die herrliche Aussicht, die die norwegische Managementschmiede so reizvoll macht. Neben guten Platzierungen in den MBA-Rankings ist es vor allem seine Architektur, die die BI zu einer der eindrucksvollsten Schulen Europas macht. Sie ist ein Verdienst des norwegischen Architekten Niels Torp , der auch schon den Osloer Flughafen gebaut hatte. Seine Bauten aus Holz, Stahl und Glas haben die Stadt und das Hafengebiet maßgeblich beeinflusst.

Für die "Business School of the Future" - wie sich die Schule stolz nennt - entwarf der norwegische Baumeister ein transparentes Gebäude aus vier Teilen. Die Studenten gefällt es, spiegelt es in ihren Augen doch das norwegische Lebensgefühl eines offenen und respektvollen Umgangs miteinander wider.

Carsten Lehbrink gehört zu den ersten Studenten, die in dem neuen Gebäude ihr MBA-Studium aufnahmen. "Die Architektur ist schon spektakulär", sagt er. "Überall Glas, um auch in den dunklen Wintern Licht hereinzulassen." Lehbrink hatte sich während eines Praktikums in die Heimat der Trolle verguckt. "Ein schönes Land und nette Leute", sagt er. Und außerdem ein sehr familienfreundliches Land, in dem man gut leben und arbeiten könne. Grund genug für den heute 34-Jährigen, dort seine Zelte aufzuschlagen.

Nach dem Studium der Nachrichtentechnik an der FH Kiel und zwei Berufsjahren in Deutschland hatte der Ingenieur ein paar Jahre als Entwickler bei einer Start-up-Firma in Norwegen gearbeitet. Doch sein Karriereplan stand damals schon fest: Nach dem beruflichen Einstieg wollte er mehr Wirtschaftswissen erwerben. So begann er vor zwei Jahren das zwölfmonatige Vollzeit-MBA-Programm an der BI; zum einen um bessere Kontakte in die norwegische Wirtschaft zu bekommen, aber zum anderen auch, weil ihn die Qualität des Programms überzeugte.

Ideal für Carsten Lehbrink war, dass Oslo einen klassischen General Management-MBA anbietet. Da bekommt man Einblicke in verschiedene Fachgebiete und kann sich später vieles im Selbststudium erarbeiten. Lehbrinks Rechnung ging auf, denn mit dem MBA-Titel war der Weg ins Management frei: Heute arbeitet der Nachrichtentechnik-Ingenieur in der norwegischen Softwarefirma Trolltech ASA an der Schnittstelle zwischen Vertrieb, Produktmanagement und Marketing.

Gerade mit seinem MBA in Oslo fertig geworden ist Terje Noevig, der als Berater bei der Münchner Unternehmensberatung Siemens Management Consulting anfing und heute in der Strategieabteilung bei Osram arbeitet. Noevig war vor allem von der Internationalität des Programms fasziniert - die Hälfte der Teilnehmer stammt aus Norwegen, die andere Hälfte aus allen Ecken der Welt. Deutsche sind nur wenige darunter. Dazu die kleine Gruppengröße - in den Kursen studieren höchsten 25 Leute - und die mit 26 000 Euro im Vergleich zu vielen anderen renommierten Business-Schools günstigen Kosten des Vollzeit-Programms.

Voraussetzung für den zwölfmonatigen Vollzeit-MBA an der Norwegian School of Management sind drei Jahre Berufserfahrung. Die Schule bietet zwei weitere englischsprachige MBA-Programme: einen 18-monatigen berufsbegleitenden MBA in General Management und in Kooperation mit dem Northern Institute of Technology Management der Technischen Universität Hamburg-Harburg einen Executive MBA in Technology Management.

Full-Time-MBA heißt in Norwegen aber auch, dass man nur wenig Zeit für die Freizeitvergnügen vor der Haustür hat: Ski fahren zum Beispiel, die Pisten liegen nur 20 Minuten von der Schule entfernt. Der Wahlnorweger Carsten Lehbrink hat sich davon aber nicht beirren lassen und rät: "Einfach ein paar Monate ans Studium dran hängen, um das Land ganz ohne MBA-Stress genießen zu können".

 
Schreiben Sie den ersten Kommentar!

    Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

    • Quelle ZEIT ONLINE
    • Versenden E-Mail verschicken
    • Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
    • Artikel Drucken Druckversion | PDF
    • Artikel-Tools präsentiert von:

    Service