Auslandsstudium Weit weg von allem

Nicht alle wollen nach Spanien. Manche Studenten zieht es zum Auslandsstudium auch in ungwöhnlichere Länder. Interviews mit Studenten, die sich an besondere Orte wagten

Malte Höpfner, 23 Jahre,  studiert Internationale Beziehungen an der TU Dresden und machte ein Auslandssemester in Burkina Faso

Warum Burkina Faso?
In meinem Studiengang ist ein Studium an einer ausländischen Universität während des fünften Semesters obligatorisch. Ich wollte an eine französische Uni, aber nicht nach Frankreich, so entschied ich mich für die Université de Ouagadougou in Burkina Faso. Dieses Land war mir trotz der großen Armut als ein sicheres und stabiles sehr empfohlen worden. Genauere Infos über die Université de Ouagadougou finden sich unter www.univ-ouaga.bf .

Fühlten Sie sich wohl?
Ich habe mich in Burkina Faso sehr wohl gefühlt. Die Menschen sind sehr offen, hilfsbereit und freundlich. Man kann unheimlich viel von ihnen lernen, wenn man ihnen zuhört oder einfach nur zuschaut. Zudem ist das Land für afrikanische Verhältnisse sicher und stabil – während der gesamten sechs Monate habe ich mich nicht unsicherer gefühlt, als ich es in Deutschland getan hätte. Unangenehme Gefühle hatte ich dann, wenn ich für einen „laufenden Geldsack“ gehalten wurde oder einmal mehr realisiert habe, wie groß die Unterschiede zwischen mir und den Burkinabè sind. Man stößt jeden Tag auf eine Armut, die man sich in Deutschland nicht vorstellen kann, vielleicht auch nicht vorstellen will. Dennoch geht man als Europäer in der Hauptstadt an dieser Armut nicht psychisch zugrunde – wohl auch, weil man irgendwann leider lernt, diese zu verdrängen oder zu romantisieren.

Wie viel hatten Sie mit Deutschen zu tun?
Sehr wenig. Im gesamten Land leben vielleicht 200 bis 300 Deutsche. Mit einigen deutschen Zivildienstleistenden und jungen Entwicklungshelfern hatte ich Kontakt, denn das „europäische“ Ouagadougou läuft sich an einigen Orten immer wieder über den Weg. An der Universität gab es eine weitere Deutsche und vielleicht weitere 10 bis 15 Europäer bei einer Studentenzahl von ca. 35.000. Europäische Freunde sind auf jeden Fall hilfreich, um sich mit Menschen austauschen zu können, die ähnlichen Problemen gegenüberstehen. Andererseits entgeht einem sehr viel, wenn man nicht versucht, auch näher mit Burkinabè in Kontakt zu treten.

Wie leicht kamen Sie mit Einheimischen in Kontakt?
Ich bekam schnell Kontakt, gerade an der Universität. Vollständig dazugehören kann man jedoch niemals, dazu sind die Mentalitäts-, aber auch die Einkommensunterschiede einfach zu gewaltig. Wenn man selbst pro Monat vielleicht 500 Euro zur Verfügung hat, die Kommilitonen aber nur 25 bis 30 Euro, wenn man selbst ein eigenes Zimmer hat, die Kommilitonen sich ihre jeweils mit 2 bis 3 Familienangehörigen teilen müssen, wenn man aus 1000 Menschen in der Vorlesung hervorsticht, weil man der einzige Weiße ist, wenn man einen Laptop hat, mehr als 95 Prozent der Kommilitonen aber nicht, dann bleibt man immer „ein wenig“ anders, es geht ja auch nicht anders. Trotzdem fühlte ich mich auf keinen Fall ausgeschlossen. Vereinsamen wird man in Burkina Faso nicht, wenn man Offenheit und ein Interesse an der faszinierenden burkinischen Kultur und Mentalität mitbringt.

Welche Fortschritte machen Sie bei der Landessprache? Welche Sprache sprechen Sie?
Die burkinische Aussprache des Französischen ist am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, man hört sich aber recht schnell herein. Mein Französisch hat sich in den sechs Monaten deutlich verbessert, am Ende des Semesters verstand ich so gut wie alles, was meine Professoren und Freunde sagten. Allerdings konnte ich schon auf einer soliden Schulbildung in Französisch aufbauen. Man lernt in Burkina Faso anscheinend leichter Französisch als an einer französischen Uni, da man in Frankreich wohl gerne in die Erasmus-Falle tappt – viele internationale Freunde, aber keine Franzosen, ergo kein Zwang, Französisch zu sprechen. Dass ein Teil der Vorlesungen in Burkina Faso aus einem lupenreinen Diktat besteht, erleichtert das Verstehen gerade am Anfang sehr und trägt zu schnellen Lernfortschritten bei.

Was bietet die die Stadt?
Ouagadougou ist kulturell sehr vielfältig. „Ouaga“, wie es von den Burkinabè genannt wird, ist eine Stadt der Musik. Jährlich finden mehrere Festivals so verschiedener Musikstile wie HipHop, Reggae und traditioneller afrikanischer Musik statt. Das bekannteste Nicht-Musik-Festival ist das Filmfestival FESPACO, das in Afrika den Stellenwert des Filmfestivals in Cannes für Europa hat. Ouagadougou gilt zudem als Mekka des westafrikanischen Kunsthandwerks.
In Ouagadougous Umgebung kann man als heilig geltende Krokodile besuchen, die unendliche Weite der Savanne genießen und vieles weitere unternehmen.
Das Land hat mit seiner Wüste im Norden, den malerischen Wasserfällen im Westen und den halbtropischen Wäldern im Süden auch landschaftlich einiges zu bieten – kulturell und menschlich sowieso.

Würden Sie Ihre Uni anderen Studierenden weiter empfehlen?
Ja, definitiv, wenn auch gesagt werden muss, dass nicht die Uni an sich etwas ganz Besonderes ist, sondern das Land, in dem sie liegt.
Man kann aus einem Aufenthalt an der Université de Ouagadougou einen beträchtlichen akademischen Nutzen ziehen. Der Großteil der Professoren hat in Europa studiert, es werden meistens aktuelle Inhalte behandelt. Zudem lernt man die afrikanische Perspektive kennen, die sich bei manchen Themen, gerade bei Fragen der Entwicklungszusammenarbeit, durchaus von der europäischen unterscheidet. Es ist sehr bereichernd, sich mit den Meinungen afrikanischer Akademiker, ob nun Professoren oder Studenten, auseinanderzusetzen. Außerdem kann man vor Ort viele Dinge in der Praxis, d.h. im echten Leben, lernen und sehen, die in den Vorlesungen in Europa nur theoretisch behandelt werden.
Natürlich gibt es auch Schattenseiten. Man wird keine deutschen Studienbedingungen vorfinden. An der Université de Ouagadougou gibt es manchmal technische Probleme, die Hörsäle sind oft überfüllt, der Unterricht ist ziemlich frontal (ein Erbe der französischen Kolonialherren), das Internet wird als Lehrmedium (noch) nicht genutzt, die Bibliothek verfügt nur über wenige Bücher. Aber all das sollte einen nicht schrecken, da man an der Universität etwas lernt, was Afrika ausmacht: Nicht alles funktioniert perfekt, aber aus jeder Situation wird mit viel Kreativität das Beste gemacht. 

Was haben Sie getan, wenn Sie das Heimweh doch mal überkam?
Dank des Internets und günstiger Telefontarife ist Deutschland auch aus Burkina Faso heutzutage nur noch einen Mausklick oder eine Handytaste entfernt. Bei mir kam unter diesen Umständen nur wenig Heimweh auf, zumal ich ja nur sechs Monate im Ausland war. Wenn ich ab und an kulinarisches Heimweh hatte, ging ich in ein österreichisches Lokal, das echte Wiener Schnitzel und andere deutsche Speisen anbietet. Es gibt in Ouagadougou auch einige sehr gute italienische und französische Restaurants, dazu libanesische, indische, chinesische. Mit Hilfe des Import-Supermarktes konnten wir zudem auch in meiner WG öfters europäisch kochen, zur mehr oder weniger großen Freude unserer burkinischen Freunde, die unser europäisches Essen immer „interessant“, öfters auch „sehr gut“, manchmal aber auch „komisch“ fanden.
Wir erhielten einige wenige Carepakete – die je nach Lust und Laune der deutschen und burkinischen Post zwischen zwei und sechs Wochen für den langen Weg brauchten. Das gemeinsame „Deutsches Brot mit deutschem Schinken“-Essen geriet zur Verzweiflung unserer französischen und burkinischen Mitbewohner zu einem Ritual: Eine Scheibe höchstens pro Tag, gegessen mit atemberaubender Langsamkeit, um dieses kulinarische Erlebnis möglichst intensiv auszukosten.
Darüber hinaus schaute ich deutsche Krimis, die uns von deutschen Freunden hinterlassen worden waren. Der erste Krimi spielte in München im Winter. Ich saß bei 42 Grad Außentemperatur unter meinem Moskitonetz vor meinem Laptop, und die Kommissare stapften durch das verschneite Bayern – herrlich.

Wollen Sie sonst noch einen Tipp, eine Bemerkung loswerden?
Ein Auslandssemester an der Université de Ouagadougou kann ich nur jeder Studentin und jedem Studenten mit Interesse für andere Kulturen wärmstens empfehlen. Ein Aufenthalt in Burkina Faso ist in jeder Hinsicht lehrreich, sowohl in der Universität als auch im täglichen Leben. Man sieht Dinge und lernt Denk- und Verhaltensweisen kennen, die nicht im Geringsten mit den deutschen vergleichbar sind. Sehr selten sind diese Erfahrungen auch negativer Art, aber: gerade an diesen schlechteren Erfahrungen reift man. Die sechs Monate in Burkina Faso waren eine äußerst intensive Zeit für mich, in der ich sehr viel gelacht habe mit meinen Kommilitonen, in der ich aber auch sah, in was für einer Armut sie und der Großteil der Burkinabè leben müssen. Ich habe gelernt, dass sehr viel dessen, was ich in meinem Leben erreicht habe und erleben durfte, vor allem durch die guten Ausgangsbedingungen, die ein reicher Staat wie Deutschland bietet, zu erklären ist. Auf jeden Fall war mein Auslandssemester in Burkina Faso wunderschön, sehr lehrreich und prägend, also eine Erfahrung, die ich jedem anderen jungen Menschen von Herzen wünsche.

Oliver Thomas, 30, studiert Deutsch-Lateinamerikanische Betriebswirtschaft der FH Münster und macht ein Auslandssemester in Costa Rica.


Warum Costa Rica?

Die Besonderheit meines Studiengangs ist, dass man vier Semester an der FH Münster studiert, danach ein Praktikumsemester in Lateinamerika absolviert und dann an eine von sieben Partnerhochschulen in Lateinamerika wechselt. Nach Beendigung erhält man zwei Diplome - eines von der FH Münster und eines von der jeweiligen Parteruni. Meine Uni heisst Universidad Nacional Heredia und ist die zweitgrößte Uni des Landes Costa Rica. Unter den sieben möglichen Partnerunis in Argentinien, Brasilien, Chile, Mexiko, Kolumbien und Costa Rica habe ich mich für Costa Rica entschieden wegen der Reputation der Uni, den Spezialisierungsmöglichkeiten (Finanzen und Internationale Beziehungen) und auch wegen des Landes (Natur, Strände, Wetter).

Fühlen Sie sich wohl?
Ja, ich fühle mich wohl, weil ich die Kultur und die Menschen Lateinamerikas mag und weil ich hier schnell Bekanntschaften knüpfen konnte.

Wie viel haben Sie mit Deutschen zu tun?
Wenig, da es nur wenige deutsche Studenten an der Uni gibt. In meinem Fachbereich gibt es insgesamt nur drei Ausländer, alle Deutsche von der FH Münster. In anderen Unibereichen sind es etwas mehr Ausländer, aber meist Amerikaner.

Wie leicht kommen Sie mit Einheimischen in Kontakt?
Relativ leicht, da Latinos generell sehr viel offener sind als Deutsche, allerdings sind die Ticos (so heißen die Costaricensen) im Vergleich zu anderen lateinamerikanischen Ländern, die ich kenne, ein wenig reservierter. Generell sind sie aber offen gegenüber Ausländern und ohne Vorurteile, was auch daran liegt, das Costa Rica ein beliebtes Reiseland ist (besonders für US-Amerikaner) und die Ticos den Tourismus als Einnahmequelle entdeckt haben. Nachteil: Man wird eigentlich immer für einen "Gringo", also einen US-Amerikaner gehalten.

Welche Fortschritte machen Sie bei der Landessprache? Welche Sprache sprechen Sie?
Die Landessprache ist Spanisch, das ist glücklicherweise weniger ein Problem, da ich bereits in Deutschland Spanischkurse an der FH Münster gehabt habe und außerdem im letzten Jahr ein fünfmonatiges Praktikum in einem spanischsprachigen Land (Ecuador) absolviert habe.

Was bietet die Uni, die Stadt, die Umgebung?
Die Uni bietet einen reizvollen Campus mit vielen Grünanlagen, gelegen am Rande der Kleinstadt Heredia (80000 Einwohner). Heredia selbst bietet nicht allzu viel, eine recht chaotische und verkehrsreiche Stadt, nur 10 Kilometer von der noch chaotischeren Haupt- und Millionenstadt San Jose entfernt. Gelegen im Bergland auf 1500 Metern Höhe bietet die Umgebung ein ganzjährig angenehmes T-Shirt-Klima mit zwei Jahreszeiten, der Regenzeit und der Trockenzeit, beide aber mit ähnlichen Temperaturen zwischen 20 und 30 Grad. Der Vorteil des kleinen Landes ist die Nähe zu den Küsten - die Pazifikseite ist mit dem Bus in drei bis vier Stunden zu erreichen, ebenso wie die Karibikseite, ideal für Wochenendtrips.

Würden Sie Ihre Uni anderen Studierenden weiter empfehlen?
Jein. Ja, weil man eine andere Kultur, ein anderes Bildungssystem und andere Menschen kennen lernt. Nein wenn man ein ähnlich hohes Niveau erwartet wie an einer deutschen Uni, der Anspruch ist sicherlich geringer. Das heißt man hat in der Regel keine großen Verständnisprobleme im Unterricht, allerdings werden hier wesentlich mehr Arbeiten (Hausarbeiten, schriftliche Ausarbeitungen, Präsentationen) von erwartet. Außerdem herrscht Anwesenheitspflicht im Unterricht, alles also wesentlich strikter als an einer deutschen Uni.

Und was tun Sie, wenn Sie das Heimweh doch mal überkommt?
Das Heimweh überkommt mich normalerweise recht selten, weil ich mich in Lateinamerika sehr wohl fühle. Wenn dann hilft dagegen aber schon ein
Telefonat mit der Heimat. Abgesehen davon trifft mich das Heimweh eher im Hinblick auf deutsches Essen, auf das ich manchmal hier Heißhunger bekomme (das Tico-Essen ist grauenhaft öde!). Hier hilft nur selbst kochen, denn Rostbratwürstchen, Kartoffelsalat oder Erbsensuppe einfliegen zu lassen, wäre wohl etwas schwierig. Was ich mir allerdings gerne von deutschen Besuchern mitbringen lasse, sind Schokoladentafeln.

Jan Hilbig, 25, studiert Medizin im sechsten Semester in Vilnius

Warum haben Sie eine Uni in Vilnius ausgewählt?
Nach zwei Semestern Studium in Greifswald wollte ich gerne in Litauen leben, weil meine Frau dort studiert und arbeitet und als Lituanistin in Deutschland schlecht eine passende Arbeit finden kann. Die Universität Vilnius (Vilniaus universitetas oder Universitas vilnensis) ist die älteste und renommierteste Universität Litauens und meine Anatomieprofessor konnte mir die medizinische Fakultät empfehlen, weil eine langjährige Partnerschaft zwischen den Instituten besteht.

Fühlen Sie sich wohl?
Ich fühle mich sehr wohl, weil die Betreuungsverhältnisse, also der Kontakt zu den Lehrenden gut, Jahrgänge klein und familiär sind. Besonders die Vorkliniksphase bis zum Physikum war viel reicher an Seminaren in Kleingruppen als in Deutschland. Kleine studentische Forschungsarbeiten finden gute Unterstützung und Betreuung, denn es gibt eine wissenschaftliche Vereinigung, die jedes Jahr einen Wettbewerb mit reger Studentenbeteiligung organisiert, bei dem die interessantesten Arbeiten gekürt und einem größeren Publikum vorgestellt werden. Die Betreuung ausländischer Studenten in der Einstiegsphase ist optimal und sehr persönlich über ein kleines Auslandsamt organisiert.

Wie viel haben Sie mit Deutschen zu tun?
An der medizinischen Fakultät gibt es keine anderen deutschen Studenten und auch in Vilnius selbst trifft man außer den Erasmusstudenten, die am anderen Ende der Stadt meist Politikwissenschaft oder BWL studieren, selten Deutsche, die tatsächlich hier leben. Mir persönlich läuft einmal im halben Jahr mal ein Deutscher über den Weg.

Wie leicht kommen Sie mit Einheimischen in Kontakt?
Wenn Kulturwissenschaftler für die allgemein aufgeschlossenen Amerikaner das Bild eines Pfirsichs mit weicher Schale und hartem Kern in der Mitte verwenden, müssten sie die Litauer, und zwar vor allem die Männer, wohl als Kokosnüsse bezeichnen: Harte Schale, aber wenn man durch ist, war es die Anstrengung wert. Nach drei Jahren in Vilnius habe ich das Gefühl, dass nun auch schon echte Freundschaften entstanden sind. Sehr groß ist der Kontrast zwischen einer fast unangenehmen Kälte im öffentlichen Leben und der Herzlichkeit, die man erfährt, sobald man eine Wohnung oder einen vertrauten Kreis betritt.

Welche Fortschritte machen Sie bei der Landessprache? Welche Sprache sprechen Sie?
Studiensprache und Sprache zu Hause ist litauisch. Vor allem beim Schreiben mache ich immer noch so manchen Fehler und mein Akzent verrät doch fast immer, dass ich kein Litauer, aber auch kein Russe bin und das löst immer ein bisschen Verwirrung, denn Westeuropäer sprechen einfach kein litauisch, meint man jedenfalls hier.

Was bietet die Uni, die Stadt, die Umgebung?
Vorlesungen in englischer und auch einige in deutscher Sprache sind auf die Bedürfnisse von Erasmusstudenten ausgerichtet und im Großen und Ganzen auf die Fächer BWL, Politikwissenschaft und Geschichte begrenzt. Die Universität Vilnius bietet jedoch sehr moderne und effektive Sprachkurse an und innerhalb eines Jahres ist es möglich, genug Litauisch zu lernen, um weiter studieren zu können. Die Betreuung für ausländische Studenten in der Einstiegsphase ist hervorragend organisiert. Neben seiner großen Altstadt, den vielen barocken Kirchen, Grünflächen und Wäldchen zwischen den Stadtvierteln bietet Vilnius ein für seine bescheidende Größe unglaublich vielfältiges kulturelles Leben. Vor allem sehenswert sind litauisches Theater und die vielen kleinen Filmfestivals mit Filmen aus der ganzen Welt. Litauen ist ein Land der Wälder, Seen und Flüsse und es gibt viele Dörfer, in denen man noch lebt wie in Deutschland vor 50 Jahren. Man findet kaum einen Litauer, der nicht am Wochenende zum Kajakfahren, Pilze- und Beerensammeln aufs Land fährt und bei seiner Oma Kartoffeln erntet.

Würden Sie Ihre Unis anderen Studierenden weiter empfehlen?
Ja, ich würde die Uni weiterempfehlen und zwar genau wegen der guten Sprachkurse, Betreuung und familiärer Atmosphäre, die aufwiegen, dass manchmal das Geld für die Renovierung oder ein neues Labor fehlen.

Was tun Sie gegen Heimweh?
Mein Heimweh kuriere ich manchmal mit den Ausstellungen, Lesungen und Filmen des Goetheinstituts in Vilnius.

Haben Sie noch einen Tipp?
Im Rahmen des Sokrates Programms hat die Universität Vilnius zusammen mit internationalen Partneruniversitäten einen kostenlosen Sprachkurs für Einsteiger geschaffen, den ich sehr empfehlen kann. Alle angebotenen Sprachen sind wenig gelehrte europäische: Litauisch, Estnisch, Polnisch, Portugiesisch und Finnisch. Die Internetadresse: www.oneness.vu.lt


 

 
Leser-Kommentare
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