Ein Pro und Contra

Pro

Dieser Text stammt aus dem ZEIT Studienführer 2017/18.
  • Während die meisten Studenten von den Eltern bezuschusst werden, bekommen Azubis ein Gehalt, das mit jedem Ausbildungsjahr steigt. Das ist gut für die Unabhängigkeit und das Selbstbewusstsein.
  • Ein Studium kann ganz schön anonym sein. Als Azubi hat man Kollegen und in der Regel einen Ausbilder oder Meister, der für einen zuständig ist und Fragen beantwortet.
  • Eine Lücke zwischen Theorie und Praxis gibt es für Azubis nicht. Was sie lernen, können sie bei der Arbeit direkt anwenden.
  • Auf ein Studium folgt eine oft mühsame Bewerbungsphase. Auf eine Ausbildung bei rund zwei von drei Azubis ein Jobangebot des Ausbildungsbetriebes.
  • Azubis, die im Anschluss an die Ausbildung studieren wollen, tun sich mit der Fächerwahl leichter, weil sie die Praxis kennen. Auch im Studium hilft die Ausbildungserfahrung oft.
  • Immerhin jede dritte Führungskraft in Deutschland hat es ohne Studium nach oben geschafft. In manchen Branchen, wie dem Handel, gibt es mehr Chefs ohne Studium als mit.
  • Dass Akademiker im Schnitt besser verdienen, sagt nichts über den Einzelfall aus. Für Fachkräfte gibt es zahlreiche Aufstiegsweiterbildungen und manch ein Meister oder Techniker hat mehr auf dem Konto als ein Akademiker mit Doktortitel.

Contra

  • Azubis haben mehr Verpflichtungen als Studenten. Mit ihrem Vertrag sagen sie zu, die Aufträge von Ausbildern, Meistern oder anderen Vorgesetzten auszuführen. Und: Nach einer Partynacht ausnahmsweise erst um elf Uhr aufzutauchen geht an der Uni – hier nicht.
  • Für Neugierige gibt es im Studium viel zu entdecken. Zum Beispiel kann man auch in Vorlesungen anderer Fächer hineinschnuppern. In einer Ausbildung ist man auf das festgelegt, was auf dem Programm steht.
  • Eine Ausbildung vermittelt überwiegend praktische Fertigkeiten. Die Uni lehrt dagegen Grundlagen, Methoden und Techniken wissenschaftlichen Arbeitens. Dieses Wissen ist langlebiger und flexibler einsetzbar.
  • Studenten haben zweimal im Jahr mehrere Monate Semesterferien, in denen lange Reisen möglich sind. Azubis haben zwischen 20 und 30 Urlaubstage. Mehr als drei Wochen Urlaub am Stück sind meist nicht drin.
  • Arbeitnehmern, die im gleichen Fachgebiet ein Studium abgeschlossen haben, stehen insgesamt bessere Karrierechancen offen. Der Anteil der Studierten an den Führungskräften beträgt knapp 70 Prozent – Tendenz steigend.
  • Akademikergehälter liegen im Schnitt mehr als 50 Prozent über denen von Absolventen einer Berufsausbildung.