Die wichtigsten Fragen

Was kostet ein Studium?

Im Schnitt gibt ein Student monatlich 918 Euro aus, hat das Deutsche Studentenwerk in seiner Sozialerhebung herausgefunden. Das meiste geht fürs Wohnen (323 Euro) und fürs Essen (168 Euro) drauf. Studiengebühren gibt es an den staatlichen Unis derzeit nicht, die Hochschulen kassieren aber zweimal im Jahr Semesterbeiträge, die unter anderem an das Studentenwerk, die Studentenvertretung und die Verwaltung fließen. Manchmal erwirbt man damit automatisch ein Semesterticket für den Nahverkehr. Die Unterschiede zwischen den Hochschulen sind groß: So sind zum Sommersemester 2017 an der Uni Passau 72 Euro, an der Uni Leipzig 202 Euro und an der Uni Hamburg 313 Euro fällig.

Wie soll man das alles bezahlen?

Mögliche Geldquellen sind: Eltern, Jobben, Bafög, Stipendien, Kredite. Das Kindergeld steht übrigens den studierenden Kindern zu. 2017 sind das 192 Euro für das erste und zweite Kind der Familie, 198 Euro für das dritte und jeweils 223 Euro für alle weiteren.

Wie viel Bafög gibt es?

735 Euro Bafög pro Monat können Studenten zurzeit maximal bekommen. Bafög (Kurzbegriff für Bundesausbildungsförderungsgesetz) ist Geld, mit dem der Staat Studenten unterstützt. Zurzeit bekommt rund jeder dritte Student Bafög. Die Hälfte muss man später zinsfrei zurückzahlen, die andere ist ein staatlicher Zuschuss, also geschenkt. Wer viel Bafög erhält, bekommt sogar einen höheren Anteil geschenkt, denn zurückgezahlt werden müssen maximal 10.000 Euro. Wenn man alles auf einmal zurückzahlt oder damit schon vor der Fälligkeit mit der Bezahlung beginnt, kann man noch einmal bis zu 50 Prozent der Rückzahlungssumme erlassen bekommen.

Wie kann man abschätzen, ob man Bafög kriegen würde?

Leider kann man nicht einfach ein Einkommen nennen, das die Eltern nicht überschreiten dürfen, denn die Berechnung wird von vielen Faktoren beeinflusst. Eine erste Orientierung bieten Bafög-Rechner im Netz wie bafoeg-rechner.de. Sicher kann man es nur wissen, wenn man einen Antrag stellt und vom Bafög-Amt prüfen lässt. Infos gibt es unter bafög.de und bei der kostenlosen Bafög-Hotline unter 0800-223 63 41.

Ab wann muss zurückgezahlt werden?

Die erste Rate ist spätestens fünf Jahre nach Förderende fällig, der Mindestbetrag liegt bei 105 Euro. Fürs Abbezahlen hat man 20 Jahre Zeit. Wer später nicht genug verdient, kann die Rückzahlung auch aufschieben.

Wie stehen die Chancen auf ein Stipendium?

Dieser Text stammt aus dem ZEIT Studienführer 2017/18.

40 Prozent der Stipendienbewerbungen sind erfolgreich – das hat das Institut für Demoskopie Allensbach herausgefunden. Bei vielen Förderprogrammen ist die Abi-Note wichtig, aber auch andere Faktoren können eine Rolle spielen. Manche Stiftungen sind auf die Förderung von speziellen wissenschaftlichen Themen oder Fächern ausgerichtet, andere unterstützen gesellschaftliche Gruppen wie Alleinerziehende oder Menschen mit Behinderung. Bei einigen muss man in derselben Stadt geboren sein wie der Stifter, bei anderen soziales Engagement zeigen. Einen Überblick vermitteln Datenbanken wie stipendienlotse.de oder mystipendium.de. Über die 13 großen Begabtenförderungswerke, darunter die Studienstiftung des Deutschen Volkes, die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung und die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung, informiert stipendiumplus.de.