Will ich in Berlin arbeiten, oder in einem gemütlichen bayerischen Städtchen studieren? Eine Google-Suche kann diese Frage nicht beantworten – aber ein Selbstversuch.

1. Was will ich studieren?

Schnupper doch einfach mal in ein paar Fächer hinein. Dafür eignen sich Vorlesungen für Studienanfänger. Du findest sie im Vorlesungsverzeichnis auf der Homepage der Uni in deiner Nähe. Falls du mit der Klasse die Uni besuchst, stell die Fragen, die dir persönlich wichtig sind. Sprich auch Studenten an: "Was studierst du? Wie gefällt es dir?" Ins Gespräch mit Nachwuchswissenschaftlern kommt man bei Science-Slams, bei denen Forscher mit ihren Themen gegeneinander antreten (scienceslam.de).

2. Was will ich werden?

Beim "Job-Shadowing" blickt man jemandem einen Tag lang bei seiner Arbeit über die Schulter. Studenten und Absolventen nutzen diese Möglichkeit, auch für Schüler ist sie interessant. Also: Mutig sein und in den Personalabteilungen von Firmen fragen, ob du jemanden begleiten darfst. Bist du an Ausbildungsberufen interessiert, können dir Berater an Handwerkskammern und bei den IHKs Betriebe empfehlen, die du dir anschauen kannst. Auch ein Praktikum ist gut, um Einblicke in einen Beruf zu gewinnen. Bei einem Freiwilligendienst kann man sich länger in der Arbeitswelt ausprobieren.

3. Wo will ich studieren?

Dieser Text stammt aus dem ZEIT Studienführer 2017/18.

Das Studium verbringt man nicht nur im Hörsaal, sondern auch in Cafés und Clubs, im Kino, beim Sport und bei anderen Hobbys – an dem Ort, den man für sich wählt. Was spricht dich mehr an: eine Großstadt wie Berlin oder ein gemütliches Städtchen am Rande des Bayerischen Waldes? Beides – wirklich beides! – hat Vorzüge. Entscheidend ist, dass du gerne dort bist, dann lernst du entspannter. Also fahr hin, und mach den Test: Was empfindest du, wenn du aus dem Zug steigst? Was kostet ein Bier, was ein Milchkaffee? Wie reagieren die Leute, wenn du sie nach dem Weg zur Uni fragst? Eine Jugendherberge gibt es fast überall, und deine Fahrtkosten hältst du niedrig mit Ländertickets (bit.ly/zs17bahn1) und Sparpreisen der Bahn (bit.ly/zs17bahn2 – früh buchen!), über Mitfahrzentralen oder Fernbusse.

4. Komme ich allein zurecht?

Einen eigenen Haushalt haben, das heißt: einkaufen, kochen, putzen, Wäsche waschen, mit seinem Geld auskommen, den Papierkram regeln. Probier es mal eine Woche lang aus, das geht auch zu Hause bei deinen Eltern. Du übernimmst die Einkäufe und bringst jeden Abend eine warme Mahlzeit auf den Tisch. Du kümmerst dich um den Müll und das Bad (Hauptstreitpunkte in jeder WG). Führe eine Liste deiner Ausgaben, dafür gibt es auch Apps. Hast du schon mal eine Online-Überweisung gemacht? Versuch es!

5. Bin ich ein WG-Typ?

Klar, dass jeder künftige Student andere Wohngewohnheiten mitbringt. Ob du ein WG-Typ bist, kannst du schon mal testen: Wenn deine Eltern das nächste Mal in den Urlaub fahren, quartierst du ein paar Freunde bei dir ein für eine Wohngemeinschaft auf Probe. In einer echten Studenten-WG kannst du ebenfalls Probe wohnen, das geht über oneweekexperience.de. Oder stell dich vor ein Studentenwohnheim, und frage jemanden, der herauskommt, ob du es dir anschauen darfst.