Türkische Migranten "Niemand hat uns einen Deutschkurs angeboten"
Türkische Gastarbeiter der ersten Generation fühlen sich von Sarrazins Thesen tief gekränkt. Zwei Einwanderer erzählen vom harten Leben in einem Land, das niemals Heimat wurde.
„Ich hätte meine Kinder niemals zurücklassen sollen“, sagt Süleyman Topaloglu. „Als ich sie nachholte, war es zu spät, um noch eine Beziehung aufzubauen.“ Dursun Güzel nickt: „Letzte Woche habe ich meine 46-jährige Tochter zum Flughafen gebracht“, erzählt er. „Ich wollte sie umarmen, aber es ging einfach nicht. Da habe ich ihr die Hand gegeben und ihr einen guten Flug gewünscht.“ Dem stattlichen grauhaarigen Mann stehen Tränen in den Augen: „Auch wenn meine Kinder in der Türkei gut versorgt wurden, ich hätte sie nicht so lange dort lassen dürfen.“
Süleyman Topaloglu (65) und Dursun Güzel (66) gehören zu den rund 825.000 türkischen Arbeitern, die deutsche Firmen ab 1961 auf Grundlage eines Abkommens zwischen der Bundesrepublik und der Türkei anwarben. Gastarbeiter der ersten Generation nennt man sie heute.
„Wir haben 40 Jahre lang auf dem Bau und in verschiedenen Firmen die härtesten Jobs gemacht, die kein anderer machen wollte“, sagt Güzel. „Wir haben anfangs unter fast unmenschlichen Bedingungen in Baracken gelebt, in Schichten gearbeitet, später die Familien nachgeholt und Steuern gezahlt. Heute erhalten wir zwischen 600 und 800 Euro Rente, weil wir als Ungelernte wenig verdienten. Und nun müssen wir uns von Herrn Sarrazin sagen lassen, dass die Gastarbeiter überflüssig waren und wir Schmarotzer sind?“
Wie viele Türken der ersten Generation, die sich entschieden, in Deutschland zu bleiben, sind Topaloglu und Güzel empört über die Art und Weise, wie sich Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin (noch SPD) in seinem Buch über sie äußert. Aber im Gegensatz zu vielen ihrer Landsleute, die ihren Zorn in sich hineinfressen, wollen die beiden nicht dazu schweigen. Gemeinsam mit anderen Männern der türkischen Vätergruppe Neukölln werden sie am Mittwoch auf einer Pressekonferenz ihre Meinung zu den Thesen des Berliner Ex-Senators sagen, die sie als pauschal und verletzend empfinden. Und sie werden von ihrem Leben erzählen. Auf Türkisch, mit Übersetzer.
„Ja, wir können immer noch nicht so gut Deutsch wie unsere Kinder und Enkel“, sagt Topaloglu. „Aber dafür gibt es doch auch Gründe: Niemand hat uns damals einen Deutschkurs angeboten.“
Topaloglu war 1968 einer der letzten türkischen Gastarbeiter, ließ Frau und Kinder und seine Stellung als Beamter nur deshalb zurück, weil sein Sohn schwer krank wurde und er glaubte, in Deutschland genug Geld für die Behandlung verdienen zu können. Er schleppte Gipssäcke, hatte Sehnsucht nach der Familie, wollte nur zwei, drei Jahre in Berlin bleiben.
„Ich habe gedacht, Geld ist das Wichtigste“, sagt er. „Wenn man aus der Armut herauswill, ist das so. Heute weiß ich, dass ich mich lieber um die Beziehungen zu meinen Kindern hätte kümmern sollen. Ich habe viel falsch gemacht. Aber jetzt will ich den Jungen helfen, ihren Weg in Deutschland zu finden.“
- Datum 31.08.2010 - 12:30 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
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Zweifelsohne ist dieses Schicksal nicht wünschenswert. Dennoch muss man sich zwei Dinge im Hinterkopf behalten:
1. Die türkischen Arbeiter wurden rechtmäßig entlohnt. Es war ein Abkommen, das einvernehmlich von beiden Seiten geschlossen wurde. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein türkischer Arbeiter unter Zwang die Arbeit in Deutschland antrat. Über den Lohn, den sie erhielten, wurde ihre Arbeit honoriert. Es gibt keinen zweingenden Grund, nun weitere Wertschätzung zu fordern. Wir gedenken auch nicht allenthalben der Trümmerfrauen von damals oder der Putzfrauen von heute. Oder der Ärzte oder Chirurgen, die Unvorstellbares leisten. Deren Arbeit möchte auch nicht jeder freiwillig leisten.
2. Dass es keine Deutschkurse gab, lag vermutlich daran, dass nicht geplant war, dass sich die "Gast"arbeiter in Deutschland niederlassen. Insofern klingt das natürlich grausam, machte aber in der damaligen Situation Sinn, es war der Pragmatismus, der intensive Deutschkurse als nicht notwenig entlarvte.
http://lucidior.blogspot....
Woher weisst du ob sie rechtmässig entlohnt worden sind?
Und deine Argumente über Ärzte und Chirurgen ist einfach lächerlich.Oder willst du mir erzählen,das ein deutscher Chirurg es schwerer hatte,als ein Türke am Fliessband?
Da erzählt ein Türke,was er damals erlebt und gefühlt hat,und du machst dich lächerlich.Es halt eben typisch deutsch.
wurde eben in den meisten Fällen nicht bezahlt! Da wurden den "Gastarbeitern" teilweise die Pässe vom Arbeitgeber weggenommen, die Baracken teuer vermietet. Überstunden und Wochenendarbeit war ja auch inklusive. Die wenigsten haben sich dagegen zur Wehr gesetzt, da sie teilweise mit hanebüchenen Drohungen eingeschüchtert wurden. Etliche wurden nicht sozialversichert usw. Desweiteren war es ja gewollt diese Gastarbeiter dumm zu halten. So können sie sich viel schwerer wehren.
Woher weisst du ob sie rechtmässig entlohnt worden sind?
Und deine Argumente über Ärzte und Chirurgen ist einfach lächerlich.Oder willst du mir erzählen,das ein deutscher Chirurg es schwerer hatte,als ein Türke am Fliessband?
Da erzählt ein Türke,was er damals erlebt und gefühlt hat,und du machst dich lächerlich.Es halt eben typisch deutsch.
wurde eben in den meisten Fällen nicht bezahlt! Da wurden den "Gastarbeitern" teilweise die Pässe vom Arbeitgeber weggenommen, die Baracken teuer vermietet. Überstunden und Wochenendarbeit war ja auch inklusive. Die wenigsten haben sich dagegen zur Wehr gesetzt, da sie teilweise mit hanebüchenen Drohungen eingeschüchtert wurden. Etliche wurden nicht sozialversichert usw. Desweiteren war es ja gewollt diese Gastarbeiter dumm zu halten. So können sie sich viel schwerer wehren.
Das finde ich jetzt schon ein wenig diskriminierend - es ging niemals darum, daß niemand die harten Jobs in Deutschland machen wollte.
Es ging darum, daß diejenigen, DIE sie machten, ein Stückchen von den Gewinnen der Stahl-, Kohle- und Autobarone ABHABEN wollten...die Menschen in Deutschland wollten anständige LÖHNE. Und wenn sie die nicht bekommen haben, hatten sie damals - dank Vollbeschäftigung - die Möglichkeit, den Job zu wechseln.
Klar, daß dem Kapital das nicht passte - also hat man Ausländer ins Land geholt, als Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt, um die Löhne und die Ansprüche der deutschen Arbeitnehmer klein zu halten. Hat ja effektiv auch funktioniert.
Wen ich in ein anderes Land auswandere, dann kümmere ich mich auch darum die Sprache zu erlernen. Eindeutig eine Bringschuld ggü. dem Gastland und mir selbst.
Nach 40 Jahren einen Sprachkurs zu absolvieren - da fällt mir echt nix dazu ein.
...ich habe in England, Portugal und Indien gearbeitet. Heute lebe ich in Irland.
In keinem Land wäre meinem Arbeitgeber oder sonst jemanden eingefallen mir einen Sprachkurs anzubieten.
Ich wollte arbeiten, also mußte ich die Sprache lernen.
Ich kenne mehrere deutsche Auswanderer in Portugal, die nach Jahren noch immer kein Wort Portugiesisch sprechen und die nur unter sich bleiben. Das gleiche gilt für Spanien (Mallorca", aber nicht nur dort) und Türkei. Sobald kleinere Grupopen von Deutschen im Ausland sind, bleiben diese oftmals unter sich, haben keine oder nur die allernotwendigsten Kontakte zu den Einwohnern. Schauen sie sich nur die gnazen Auswanderer-Dokus im TV an - immer wieder das Gleiche, überall auf der Welt. Die Deutschen sind da keinen Deut besser. Positive Ausnahmen gibt es bei allen Nationalitäten. Und die Leute, die in den 60ern und 70ern richtig harte körperliche Arbeit gemacht und sich nicht selten ihre Gesundehit ruiniert haben - die sollten Abends, nach 8 - 12 Stunden härtester Arbeit, noch Deutschkurse besuchen? Ach sorry ich vergaß, das können die ganzen Couchpatatos hier sicher toll beurteilen.
Es geht vielleicht auch darum, dass Fremdsprachen nicht einfach jedem einfach liegen. Würden Sie zutrauen, Türkisch lernen, eine Sprache, die mit Ihrer Muttersprache kaum Ähnlichkeiten hat?
eine Woche unter den damaligen Arbeitumständen meistern. Da ging es darum zu überleben, da gab es keine schöne Urlaubsreisen und teilweise keine freien Wochenenden. Die ganze Woche schuften von morgens bis in den Abend, viel Spaß beim lernen. Vor allem - es gab damals gar keine Kurse! Und da sich dadurch eben diese Paralellgesellschften gebildet haben, wo man sich eben nur in der Heimatsprache unterhält, war es der Anfang eines Teufelskreises. Und bei vielen Dingen die die Gastarbeiter erleben mussten kann ich deren Verbitterung und auch die Vorbehalte gegen Deutschland und den Deutschen durchaus nachvollziehen. Auf der Straße und in den Schulen wurden sie als ... oder ... beschimpft bzw. verunglimpft! Das ist natürlich ein spitzenmässiger Nährboden für ein harmonievolles Zusammenleben!
...ich habe in England, Portugal und Indien gearbeitet. Heute lebe ich in Irland.
In keinem Land wäre meinem Arbeitgeber oder sonst jemanden eingefallen mir einen Sprachkurs anzubieten.
Ich wollte arbeiten, also mußte ich die Sprache lernen.
Ich kenne mehrere deutsche Auswanderer in Portugal, die nach Jahren noch immer kein Wort Portugiesisch sprechen und die nur unter sich bleiben. Das gleiche gilt für Spanien (Mallorca", aber nicht nur dort) und Türkei. Sobald kleinere Grupopen von Deutschen im Ausland sind, bleiben diese oftmals unter sich, haben keine oder nur die allernotwendigsten Kontakte zu den Einwohnern. Schauen sie sich nur die gnazen Auswanderer-Dokus im TV an - immer wieder das Gleiche, überall auf der Welt. Die Deutschen sind da keinen Deut besser. Positive Ausnahmen gibt es bei allen Nationalitäten. Und die Leute, die in den 60ern und 70ern richtig harte körperliche Arbeit gemacht und sich nicht selten ihre Gesundehit ruiniert haben - die sollten Abends, nach 8 - 12 Stunden härtester Arbeit, noch Deutschkurse besuchen? Ach sorry ich vergaß, das können die ganzen Couchpatatos hier sicher toll beurteilen.
Es geht vielleicht auch darum, dass Fremdsprachen nicht einfach jedem einfach liegen. Würden Sie zutrauen, Türkisch lernen, eine Sprache, die mit Ihrer Muttersprache kaum Ähnlichkeiten hat?
eine Woche unter den damaligen Arbeitumständen meistern. Da ging es darum zu überleben, da gab es keine schöne Urlaubsreisen und teilweise keine freien Wochenenden. Die ganze Woche schuften von morgens bis in den Abend, viel Spaß beim lernen. Vor allem - es gab damals gar keine Kurse! Und da sich dadurch eben diese Paralellgesellschften gebildet haben, wo man sich eben nur in der Heimatsprache unterhält, war es der Anfang eines Teufelskreises. Und bei vielen Dingen die die Gastarbeiter erleben mussten kann ich deren Verbitterung und auch die Vorbehalte gegen Deutschland und den Deutschen durchaus nachvollziehen. Auf der Straße und in den Schulen wurden sie als ... oder ... beschimpft bzw. verunglimpft! Das ist natürlich ein spitzenmässiger Nährboden für ein harmonievolles Zusammenleben!
Gastarbeitern (so der damalige Begriff, der Programm war) gar nicht negativ.
Der sehr hohe Arbeitswille gerade der trkischen Gastarbeiter der 1. Generation ist nicht nur unbestritten, sondern weithin anerkannt.
...dann hätten die am Ende sicht genauso wie die Deutschen geweigert, diese Jobs zu diesem Geld zu machen, währen die Kapitaleigner dadurch reich wurden - durch Nichtstun.
...dann hätten die am Ende sicht genauso wie die Deutschen geweigert, diese Jobs zu diesem Geld zu machen, währen die Kapitaleigner dadurch reich wurden - durch Nichtstun.
Nein, niemand hat ihnen einen Deutschkurs angeboten. Das bedeutet aber nicht, dass es zu der Zeit keine Deutschkurse gegeben hätte. Sobald man sich entschließt in einem Land zu bleiben - und zwar länger als 2,3 Jahre- dann sollte man sich schon selbst um seine eigene Integration bemühen. Sicherlich ist der Staat dafür verantwortlich, dass dieser nichts im weg steht und sollte sie auch fördern.. aber eine gehörige Portion Eigeninitiative sollte man schon zeigen, wenn man in einem fremden Land seine neue Heimat finden möchte. Dass dies nicht unmöglich ist, zeigen andere Einwanderer, bei denen man schon gar nicht mehr merkt, dass sie erst vor wenigen Jahren eingewandert sind..
Das ändert allerdings nichts an der Tatsache, dass Herr Sarrazin sich extrem ungeschickt und sehr anmaßend äußert.
noch ausführlicher und häufiger über das Leben der Gastarbeiter berichtet. Denn in der Vergangenheit habe ich fast nichts über ihre Lebensumstände und ihre Wünsche erfahren. Ich möchte gern mehr erfahren darüber, was sie bewegt hat, nach Deutschland zu kommen und hier eine neue Heimat zu finden. Denn wie sich an den gräßlichen und zum Teil unmenschlichen Kommentaren hier und überhaupt ablesen läßt, kann es incht immer eine schöne Zeit gewesen sein. Diese Menschen haben Westdeutschland mit aufgebaut und viele der deutschen Müßiggänger von damals (und heute) konnten sich auf den Knochen dieser Leute ausruhen. Ihnen sollte deshalb Respekt entgegengebracht werden. Von Bringschuld zu reden oder von Eigeninitiative finde ich sehr verkehrt, weil es hier um Lebensgeschichten geht, um persönlicher Zerrissenheit zwischen zwei Ländern und eben dem Gang der Dinge.
Es ist traurig zu sehen, dass man in Deutschland immer wieder über das eigene nationalistische Bein stolpert, anstatt in demokratischer und freundlicher Manier einmal zu fragen, wer die Menschen sind und ihnen Gehör zu schenken. Deutschland ist kein einfaches Land und in vielen Hinsichten paranoid. Es behandelt Menschen auch selten in ihrer Individualität, sondern stets als Problem. Dass es manchen da ganz einfach die Lust verschlägt, sich darauf einzulassen, ist nachvollziehbar.
noch ausführlicher und häufiger über das Leben der Gastarbeiter berichtet. Denn in der Vergangenheit habe ich fast nichts über ihre Lebensumstände und ihre Wünsche erfahren. Ich möchte gern mehr erfahren darüber, was sie bewegt hat, nach Deutschland zu kommen und hier eine neue Heimat zu finden. Denn wie sich an den gräßlichen und zum Teil unmenschlichen Kommentaren hier und überhaupt ablesen läßt, kann es incht immer eine schöne Zeit gewesen sein. Diese Menschen haben Westdeutschland mit aufgebaut und viele der deutschen Müßiggänger von damals (und heute) konnten sich auf den Knochen dieser Leute ausruhen. Ihnen sollte deshalb Respekt entgegengebracht werden. Von Bringschuld zu reden oder von Eigeninitiative finde ich sehr verkehrt, weil es hier um Lebensgeschichten geht, um persönlicher Zerrissenheit zwischen zwei Ländern und eben dem Gang der Dinge.
Es ist traurig zu sehen, dass man in Deutschland immer wieder über das eigene nationalistische Bein stolpert, anstatt in demokratischer und freundlicher Manier einmal zu fragen, wer die Menschen sind und ihnen Gehör zu schenken. Deutschland ist kein einfaches Land und in vielen Hinsichten paranoid. Es behandelt Menschen auch selten in ihrer Individualität, sondern stets als Problem. Dass es manchen da ganz einfach die Lust verschlägt, sich darauf einzulassen, ist nachvollziehbar.
„Fast alle Menschen blühen auf, wenn sie die Möglichkeit erhalten, sich weiterzubilden.“
Sobald wir dies begreifen (auch und vor allem die Migranten), werden wir uns aus einer Rückwärts- in eine Vorwärtsbewegung katapultieren.
Die Aufnahmegesellschaft positioniert sich und unterbreitet ein innovatives Angebot: ( http://www.bundespraeside... )
Man kann diese Einladung nicht mißverstehen, man kann sich nur verweigern. Macht mit, engagiert Euch, kämpft für diese Gesellschaft! Wenn nicht jetzt, wann dann? Jede Verachtung der einheimischen Kultur kann nur Gegenverachtung auslösen. Wir müssen uns in der Mitte treffen!
„Fast alle Menschen blühen auf, wenn sie die Möglichkeit erhalten, sich weiterzubilden.“ Warum macht der Muslimrat dieses Prinzip nicht zu seiner eigentlichen Kampfparole in diesem Land? Warum stellt er nicht die Erfolgsgeschichten der Einwanderer (auch Frauen!) ins Licht, die zu echten Orientierungsmodellen werden könnten? Solche Beispiele gibt es mehr als genug!
Noch haben wir uns nicht gegeneinander isoliert ...
für Ausländer. Man mußte aber selber hingehen, die Kurse waren zwar billig, aber nicht umsonst.
Vorraussetzung dafür war und ist, dass man lesen und schreiben kann.
damit haben Sie schon den Kern des Themas getroffen und erklärt.
Wo bleibt die Eigenmotivation der Türken?
[...]
Integration beginnt in den Köpfen der Immigranten.
Leider scheinbar nicht bei allen.
Bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion/is
damit haben Sie schon den Kern des Themas getroffen und erklärt.
Wo bleibt die Eigenmotivation der Türken?
[...]
Integration beginnt in den Köpfen der Immigranten.
Leider scheinbar nicht bei allen.
Bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion/is
Man muß auch mal von sich aus etwas unternehmen und nicht immer darauf warten, daß man alles in den Schoß gelegt bekommt. In so manch anderem Land wird erwartet, daß man die Sprache einigermaßen beherrscht, b e v o r man einwandert.
Leider ist man in Deutschland immer mehr dazu übergegangen, alles von ober her für die Leute regeln zu wollen. Daß jetzt viel zu viele bei jedem Probelm(chen) nach Staatshilfe rufen, ist die traurige Bilanz.
Zum Thema Sprachkurs fällt mir eine eigene Geschichte ein.
Fremdsprachen lernen fiel mir immer sehr leicht. Ich lernte Englisch, Französisch, an der Uni Chinesisch, da ich Sinologie studiert habe, und nebenbei Spanisch. Ich hatte es meistens einfach, weil es mir immer Spaß machte.
Dann kam ich vor zwei Jahren nach Katalonien, um einen Master zu machen. Katalonien ist in Spanien, aber ich sage bewusst Katalonien. Was außerhalb der Halbinsel nicht sehr bekannt ist, ist dass das Katalanische durch eine sehr radikale Politik der Provinzregierung "vor dem Aussterben bewahrt" werden soll - eine Reaktion auf die Franco-Zeit, in der Katalanisch verboten war. Die Uni, an der ich war, liegt etwas mehr auf dem Land, daher sind viele Studenten mit krassen Einstellungen. Wer mit Spanisch ankommt, wird belächelt, bekommt keine Antworten oder nur auf Katalanisch. "Entschuldige, hast du mal Feuer?" - "Ja, aber das bekommst du nur, wenn du das nochmal auf Katalanisch fragst." Einmal im Kurs fragte ich einige Studentinnen, warum alle darauf beharren. Wir diskutierten etwa eine halbe Stunde lang, ziemlich aneinander vorbei, bis sie meinte "Das liegt halt daran, dass du das nicht verstehst." Ich blieb weiterhin vom Großteil der Leute in meinen Kursen durch diese mutwillige Sprachbarriere ausgeschlossen, denn die meisten verstehen sehr gut Spanisch. Ich machte Freunde meist nur mit anderen Ausländern oder Spaniern.
Ich versuchte einen Sprachkurs zu belegen. Der einzige, in dem ich je durchgefallen bin. Obwohl ich mir Mühe gab, konnte ich die Sprache nicht aufnehmen. Ich hatte ein Blockade im Kopf. Die Sprache hatte für mich eine emotionale Symbolik von Ablehnung. Seitdem weiß ich, dass man Sprachen nicht durch Zwang lernen kann, auch wenn man sich bemüht.
Wenn ich mir vorstelle, dass jemand 40 Jahre in einem Land lebt, und "die Sprache immer noch nicht kann", dann liegt das mit Wahrscheinlichkeit nicht an Faulheit oder Sturheit. Es liegt auch zum großen Teil an der Art, wie sie hier aufgenommen werden, welche Erfahrungen sie machen und wie man sie behandelt. Anhand der vielen zum Teil sehr selbstgefälligen und hässlichen Kommentare, die einige Leser hier in die Zeitung werfen, sehe ich meine Vermutung bestätigt, dass viele Türken hier auf eine ablehnende, nicht integrationsbereite Gesellschaft gestoßen sind.
Wer Menschen ins Land holt und von ihnen verlangt, dass sie Mitmenschen werden, der muss genauso bereit sein, sich zu öffnen, in die eigene Kultur einzuladen, Türen aufmachen. Integration, liebe Deutsche, braucht immer zwei Seiten. Und bei all den Schelten frage ich mich, wer hier eigentlich die Integration verschlampt.
//Wer Menschen ins Land holt//
Die Menschen wurden nicht geholt, sondern sind auf eigenen Wunsch nach Deutschland gekommen. Die Initiative ging von der Türkei, nicht der BRD aus.
Erst die Menschen in 60ern anwerben und 40 Jahre später den Hinweis geben , dass es ja an den Volkshochschulen Deutschkurse angeboten wurden?!? Die Arbeitgeber haben auf Überstunden bestanden und haben gar kein Interesse gehabt , dass diese Menschen sich fortbilden. Bis ende der 80er Jahre waren wir an den Schulen die "Gastarbeiterkinder", warum eingentlich ?? Meine Gäste dürfen sich maximal 2 Tage als Gast behandeln lassen , dann ist schluß mit lustig. Die Politik und die Bürger wollten nur das beste für die Gastarbeiter , am besten alle in ein Stadtteil zusammen ferchen, damit sie sich hier wohlfühlen und dann wundern sich alle das es zu Parallelgesellschaften gekommen ist . Herzlichen Glückwunsch Herr Sarazin
Zum Thema Sprachkurs fällt mir eine eigene Geschichte ein.
Fremdsprachen lernen fiel mir immer sehr leicht. Ich lernte Englisch, Französisch, an der Uni Chinesisch, da ich Sinologie studiert habe, und nebenbei Spanisch. Ich hatte es meistens einfach, weil es mir immer Spaß machte.
Dann kam ich vor zwei Jahren nach Katalonien, um einen Master zu machen. Katalonien ist in Spanien, aber ich sage bewusst Katalonien. Was außerhalb der Halbinsel nicht sehr bekannt ist, ist dass das Katalanische durch eine sehr radikale Politik der Provinzregierung "vor dem Aussterben bewahrt" werden soll - eine Reaktion auf die Franco-Zeit, in der Katalanisch verboten war. Die Uni, an der ich war, liegt etwas mehr auf dem Land, daher sind viele Studenten mit krassen Einstellungen. Wer mit Spanisch ankommt, wird belächelt, bekommt keine Antworten oder nur auf Katalanisch. "Entschuldige, hast du mal Feuer?" - "Ja, aber das bekommst du nur, wenn du das nochmal auf Katalanisch fragst." Einmal im Kurs fragte ich einige Studentinnen, warum alle darauf beharren. Wir diskutierten etwa eine halbe Stunde lang, ziemlich aneinander vorbei, bis sie meinte "Das liegt halt daran, dass du das nicht verstehst." Ich blieb weiterhin vom Großteil der Leute in meinen Kursen durch diese mutwillige Sprachbarriere ausgeschlossen, denn die meisten verstehen sehr gut Spanisch. Ich machte Freunde meist nur mit anderen Ausländern oder Spaniern.
Ich versuchte einen Sprachkurs zu belegen. Der einzige, in dem ich je durchgefallen bin. Obwohl ich mir Mühe gab, konnte ich die Sprache nicht aufnehmen. Ich hatte ein Blockade im Kopf. Die Sprache hatte für mich eine emotionale Symbolik von Ablehnung. Seitdem weiß ich, dass man Sprachen nicht durch Zwang lernen kann, auch wenn man sich bemüht.
Wenn ich mir vorstelle, dass jemand 40 Jahre in einem Land lebt, und "die Sprache immer noch nicht kann", dann liegt das mit Wahrscheinlichkeit nicht an Faulheit oder Sturheit. Es liegt auch zum großen Teil an der Art, wie sie hier aufgenommen werden, welche Erfahrungen sie machen und wie man sie behandelt. Anhand der vielen zum Teil sehr selbstgefälligen und hässlichen Kommentare, die einige Leser hier in die Zeitung werfen, sehe ich meine Vermutung bestätigt, dass viele Türken hier auf eine ablehnende, nicht integrationsbereite Gesellschaft gestoßen sind.
Wer Menschen ins Land holt und von ihnen verlangt, dass sie Mitmenschen werden, der muss genauso bereit sein, sich zu öffnen, in die eigene Kultur einzuladen, Türen aufmachen. Integration, liebe Deutsche, braucht immer zwei Seiten. Und bei all den Schelten frage ich mich, wer hier eigentlich die Integration verschlampt.
//Wer Menschen ins Land holt//
Die Menschen wurden nicht geholt, sondern sind auf eigenen Wunsch nach Deutschland gekommen. Die Initiative ging von der Türkei, nicht der BRD aus.
Erst die Menschen in 60ern anwerben und 40 Jahre später den Hinweis geben , dass es ja an den Volkshochschulen Deutschkurse angeboten wurden?!? Die Arbeitgeber haben auf Überstunden bestanden und haben gar kein Interesse gehabt , dass diese Menschen sich fortbilden. Bis ende der 80er Jahre waren wir an den Schulen die "Gastarbeiterkinder", warum eingentlich ?? Meine Gäste dürfen sich maximal 2 Tage als Gast behandeln lassen , dann ist schluß mit lustig. Die Politik und die Bürger wollten nur das beste für die Gastarbeiter , am besten alle in ein Stadtteil zusammen ferchen, damit sie sich hier wohlfühlen und dann wundern sich alle das es zu Parallelgesellschaften gekommen ist . Herzlichen Glückwunsch Herr Sarazin
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