Keine überirdische Erscheinung, sondern Deckenbeleuchtung und Tambourfenster in der Kuppel der St. Paul's Cathedral in London ©Matthew Lloyd/Getty Images

Wird in Deutschland immer weniger geglaubt? Laut einer Sinus-Umfrage aus dem Jahr 2013 messen Katholiken ihrer Kirche kaum noch Bedeutung bei, eine aktuelle Studie der Evangelischen Kirche kommt zu ähnlichen Ergebnissen. Statistiken über Kirchenaustritte weisen seit 1990 jährlich sechsstellige Zahlen auf. Demografischen Prognosen zufolge werden Christen in Deutschland in rund 20 Jahren eine Minderheit darstellen.

Aber das heißt nicht zwangsläufig, dass die Menschen nichts mehr mit Religion zu tun haben. Gerade in jenen Ländern, die einen schwindenden Einfluss der christlichen Konfessionen verzeichnen, steigt das Angebot an konfessionslosen Alternativen, so auch in Deutschland. Dies lässt auf ein ausgeprägtes Bedürfnis nach Spiritualität und Gemeinschaft schließen.

Dass diese Alternativen auch von Leichtigkeit und Humor geprägt sein können, wie zum Beispiel die aus England stammende Sunday Assembly oder die geradezu parodistisch agierende Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters, hat nichts mit mangelnder Ernsthaftigkeit zu tun. Sondern wohl eher mit dem Wunsch, sich abzusetzen von herkömmlichen Religionen, ihrem historischen Ballast und den Konflikten, die von ihrer unzeitgemäßen oder fundamentalistischen Auslegung ausgehen.

Wer den eigenen Glauben verteidigt oder den Glauben anderer bewertet, läuft Gefahr, Konflikte zu schüren. Wer von Gläubigen fordert, Position zu beziehen und sich für radikale Auswüchse ihrer Religion verantwortlich zu zeigen, schränkt sie in ihrer freien Glaubensausübung ein und gefährdet zugleich ihre gesellschaftliche Akzeptanz. Einer solchen Sichtweise wollen wir etwas entgegensetzen: Geschichten über das Glauben, erzählt von Lesern, die einen individuellen Zugang dazu haben.

Erzählen Sie uns von Ihrem Glauben

Haben Sie durch ein bestimmtes Erlebnis zum Glauben gefunden oder ihn verloren? Haben Sie Klostererfahrung, ob als Schweigeurlauber oder aktives Ordensmitglied? Üben Sie einen religiösen Beruf aus? Gehören Sie einer nicht als Religion anerkannten Glaubensgemeinschaft an? Sind Sie praktizierender Atheist? Hatten Sie ein Erweckungserlebnis oder eine Vision? Haben Sie eine Pilgerfahrt unternommen? Stehen Sie aufgrund Ihres Glaubens vor einer schwierigen Gewissensfrage? Egal, wie Ihre Berührung mit dem Religiösen aussieht, egal ob Sie entschieden glauben oder zweifelnd, ob Sie vom Glauben abgefallen sind oder zu neuem Glauben gefunden haben, schreiben Sie uns einen Leserartikel dazu (über das Formular oder an leseraufruf@zeit.de, Betreff "Glaube"; auf Wunsch veröffentlichen wir Ihren Beitrag unter Pseudonym).

Aus den Einsendungen soll ein kaleidoskopischer Blick auf das Thema Religion entstehen. Die Beiträge werden wir in Form einer fortlaufenden Serie mit dem Titel "Wer's glaubt" veröffentlichen. Unsere Social-Media-Aktivitäten zu diesem Thema bündeln wir unter dem Hashtag #wersglaubt. Wenn Sie Ihrerseits Wünsche oder Themenanregungen haben, hinterlassen Sie uns gern einen entsprechenden Kommentar.