In der Rubrik Mein Wort-Schatz sammelt DIE ZEIT die Lieblingswörter ihrer Leser. Der folgende Beitrag präsentiert eine aktuelle Auswahl der dort veröffentlichten Einsendungen.

Den Anfang machte Lisa Hopfgarten, als sie uns für unsere Wortschatz-Rubrik das "Hümmelchen" schickte, einen Ausdruck, den man im Ruhrgebiet für kleine Küchenmesser verwendet. Seitdem erreichten uns über hundert Zuschriften mit regionalen Messerbegriffen – per Postkarte, Mail und aus der ZEIT ONLINE-Community –, was wiederum unsere Kollegen vom ZEITmagazin auf die Idee brachte, eine ihrer Deutschlandkarten damit zu bestücken.

Zum vierten (und letzten) Mal erweitern wir heute an dieser Stelle unseren Messer-Wortschatz um neue Einsendungen und sagen allen, die mitgemacht haben, vielen Dank!

1. Hümmelchen

"Meine Familie stammt aus dem Ruhrgebiet. Deswegen nenne ich ein kleines Allzweck-Küchenmesser Hümmelchen, wie es auch meine Eltern und Großeltern tun. Ich benutze dieses Wort sehr gerne, weil es für mich in der Küche ein Stück Heimat bedeutet. Bei Freunden sorgt der Begriff aber immer wieder für verständnislose Blicke, weil man zu einem solchen Messer hier in Hessen nämlich Kneipchen sagt." Lisa Hopfgarten, Mühlheim, Hessen

2. Kneipchen

"Meine Mutter ist schon einige Jahre tot, aber die muntere Küchenmesserdiskussion berührt mich. Als Kind wundere ich mich über mich über das Kneipchen und als Teenager spekulierte ich über eine Messerstecherei in einer Kneipe. Dank der ZEIT hab' ich die Hessen-Lösung bekommen." Angela Körner-Armbruster, Salem, Baden-Württemberg

3. Blämbe

"Mit Vergnügen las ich kürzlich in dieser Rubrik die Begriffe, die man im Ruhrgebiet und in Hessen fürs Küchenmesser benutzt – Hümmelchen beziehungsweise Kneipchen. Als gebürtiger Sachse ge­brauche ich immer noch den Ausdruck Blämbe für ein kleines, zumeist älteres Küchenmesser, vor allem, wenn es nicht mehr sehr scharf ist. Ebenso verwende ich diesen Begriff für ein dünnes oder abge­standenes Getränk. Die zweite Bedeutung wird auch hier am Mittelrhein verstanden, mit einem Messer verbindet dies aber kei­ner. Im Duden findet man beide Bedeu­tungen – allerdings unter der Schreibweise Plempe (also mit "hartem" B). Sächsisch­-korrekt ist dies nicht!" Thomas Voigtländer, Manubach, Rheinland­-Pfalz

4. Hölzstielchen

"In der ZEIT 8/15 standen wunderbare regionale Ausdrücke für das gemeine Küchenmesserchen. Ich kann noch einen hin­zufügen: In meiner oberbergischen Heimat (ich komme aus Waldbröl) wurde dieses Messer Hölzstielchen genannt. Und obwohl ich schon seit über 50 Jahren in Berlin lebe, ist Hölzstielchen für mich nach wie vor das Wort der Wahl." Almut Eberstein, Berlin

5. Klöschen

"In der Ausgabe 12/15 schreibt eine Leserin aus Waldbröl in Nordrhein-Westfalen, bei ihr zu Hause habe man kleine Küchenmesser Hölzstielchen genannt. Ich bin selbst gebürtige Waldbrölerin und musste schmunzeln, denn bei uns zu Hause heißt das kleine Messer Klöschen. Man könnte nun erkunden, ob vielleicht der Zuzug einzelner Familienmitglieder auf die Bezeichnung eingewirkt hat – man könnte sich aber auch einfach an der Vielzahl der Begriffe erfreuen." Anne Breckner, Paderborn

6. Schneidteufala

"Ergänzung zum Thema "Allzweckmesser": Bei uns in Franken werden die kleinen Küchenmesser Schneidteufala ("Schneideteufelchen") genannt. Und teuflisch schneiden sollten sie auch – voraus­gesetzt, sie sind fachgerecht geschärft." Renate Steinhorst, Bamberg