Urheberrechte Musiker fordern mehr Geld von iTunes
Die amerikanischen Verwertungsgesellschaften kämpfen um eine Aufführungs-Gebühr von iTunes, Amazon + Co. Sie soll sogar schon fällig werden, wenn der Kunde nur Probe hört.
© Chip Somodevilla/Getty Images

Rich Carnes (rechts) im Vorfeld einer Senats-Anhörung zum Schutz Geistigen Eigentums im Jahr 2005, mit Senator Orrin Hatch (links). Damals begann sich die Politik mit der Lizensierung von Musikdownloads zu befassen
Wenn es um die Enteignung künstlerischen Eigentums via Internet geht, ist meist von illegalen Tauschbörsen die Rede. Die amerikanischen Verwertungsgesellschaften ASCAP und BMI haben nun jedoch einen neuen Gegner entdeckt: Unternehmen wie Apple oder Amazon, die über ihre Portale ganz legal Musik verkaufen. Die Verwerter beklagen, dass ihnen durch den Online-Vertrieb andere Erlöse wegbrächen, zum Beispiel Gebühren aus Aufführungsrechten. Daher solle Apple künftig auch Gebühren bezahlen, wenn Kunden Musikstücke oder Videos im iTunes-Shop nur probeweise abspielen.
Dabei schienen bisher alle so glücklich damit, dass der Musikverkauf im Netz endlich durchgestartet ist und der Branche zunehmend Geld bringt. Doch profitieren davon unterschiedliche Teile der Musikverwertungskette in unterschiedlichem Maße.
Die protestierenden Verbände vertreten die Musiker, Texter und Komponisten. Im Gegensatz zu den Labels und den Händlern spüren sie bislang wenig vom Erfolg der digitalen Läden. Die Plattenlabel verdienen an den Lizenzen, davon geht aber nur ein geringer Anteil an die Verwertungsgesellschaften. Während also die Labels beim Verkauf eines Songs über iTunes den überwiegenden Teil des Kaufpreises einstreichen, erhalten die Verwerter nur wenige Cents zur Verteilung an die Musiker.
Offline sieht das anders aus: So streicht etwa die deutsche Gema auch Geld ein, wenn ein Club, ein Fitnessstudio oder ein Radiosender Musik der von ihr vertretenen Künstler spielt. Im Internet fehlen diese Einnahmequellen.
Nach Wünschen der Künstler sollen daher künftig Gebühren auch für Streaming-Angebote in Online-Radios, für Hintergrundmusiken in Videos, oder eben für die 30-Sekunden-Kostproben in den Shops anfallen. Deshalb betreiben die Verwerter derzeit Lobbyarbeit im US-Kongress. Sie wollen eine Gesetzesänderung für die Downloadangebote erreichen. Demnach soll die Aufführungsgebühr für jeden verkauften Download direkt an die Verwerter fließen.
In der Regel allerdings haben Fernseh- oder Filmproduktionen für die Vertonung oder Synchronisation ihrer Produktionen schon eine Gebühr bezahlt und deshalb bezeichnen sie die zusätzliche Forderung als eine "Doppelbesteuerung". Es sei bedauerlich zu sehen, dass die Künstler aus den Aufführungsrechten keinen Gewinn mehr ziehen könnten, geben auch sie zu. Das sei besonders dann tragisch, wenn Künstler ihre Synchronisations- und andere Verwertungsrechte in der Hoffnung abgetreten haben, von späteren Aufführungsrechten zu profitieren. Doch die Vertriebswege hätten sich nun einmal geändert.
Dazu muss man wissen, dass die Musiklabels gerne mit den armen Künstlern argumentiert haben, solange es um den Kampf gegen Tauschbörsen und Gratisangeboten im Netz ging. Letztlich sind sie in diesem Kampf heute ein gutes Stück vorangekommen, ohne dass die breite Masse der Musiker davon profitiert hat. Rick Carnes, Präsident der Songwriters' Guild of America erzählte dem Technikportal Cnet in diesem Zusammenhang, dass er am Vortag einen Scheck über zwei Cents erhalten habe. "Kein Witz. Die Menschen denken, wir verdienen ein Vermögen im Netz", sagte der Musiker. "Aber es sind klägliche Beträge. Wir brauchen mehrere Einnahmequellen, oder das wird nicht funktionieren."
Doch die Verwertungsgesellschaft bekommen jetzt die Wut der Nutzer zu spüren, die fürchten, dass sich die Forderungen zwangsläufig in höheren Preisen niederschlagen werden. Apple kämpft noch immer gegen den Unmut, der iTunes ersten und einzigen Preiserhöhung Anfang des Jahres gefolgt war. So schlägt die Empörung über die Forderungen der Musiker in den amerikanischen Foren bereits hohe Wellen, "Verbrecherbande" und "gieriges Pack" sind noch die freundlicheren Bezeichnungen.
Das ist am Ende zwar ungerecht, aber eigentlich müsste der Kampf an anderer Stelle ausgetragen werden: nämlich an der Stelle in der Verwertungskette, an der sich Produzenten und Vertrieb um ihre Anteile streiten. Nicht jedoch beim Endkunden, und schon gar nicht bei seinem Recht, den Song Probe zu hören, bevor er ihn kauft.
- Datum 18.09.2009 - 15:10 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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sind absolut überflüssig, vlt. sollten die Künstler ihre Songs einfach selbst vermarkten, wenn sie das nicht können müssen sie damit leben das ihr Anteil kleiner ausfällt. Der Verbraucher wird sich wohl kaum weiter schröpfen lassen.
dass die CD-Verkäufe sich aus den Plattenläden ins Netz und auf Downloads verlagert haben, steht zweifelsohne fest. Und das wiederum müsste als logische Konsequenz nach sich ziehen, dass die Künstler sich von den angestaubten, langsamen Labels lösen - erhöht den Anteil, den sie von den Erlösen abkriegen, und ermöglicht auch größere künstlerische Freiheit.
Ich bin überzeugter Online-Musik-Käufer, - und habe keine Lust, mit mind. 0,99 EUR je Song einen Verwaltungsapparat durchzufüttern.
sind zwei verschiedene Schuhe und haben nichts gemeinsam. Der eine ist der Kreative und der andere ist der Verwerter. => Überschrift des Artikels ist falsch!
Allerdings vertreten die Verwerter die Musiker. Vielleicht ist diese Vertretung nicht immer ganz Freiwillig, aber natürlich ist es gerade im Sinne der Verwerter ganz eindeutig so, dass sie die Künstler repräsentieren. Wenn man allerdings die Differenz von Zahlungen an die GEMA und Zahlungen an die Künstler von der GEMA betrachtet, kommen einem erhebliche Zweifel. Die Verwertungsgesellschaften müssen massiv schlanker gemacht werden. Im Moment sind sie wohl noch nötig, aber was sie an Geld schlucken, gleich einem schwarzen Loch.
Allerdings vertreten die Verwerter die Musiker. Vielleicht ist diese Vertretung nicht immer ganz Freiwillig, aber natürlich ist es gerade im Sinne der Verwerter ganz eindeutig so, dass sie die Künstler repräsentieren. Wenn man allerdings die Differenz von Zahlungen an die GEMA und Zahlungen an die Künstler von der GEMA betrachtet, kommen einem erhebliche Zweifel. Die Verwertungsgesellschaften müssen massiv schlanker gemacht werden. Im Moment sind sie wohl noch nötig, aber was sie an Geld schlucken, gleich einem schwarzen Loch.
Allerdings vertreten die Verwerter die Musiker. Vielleicht ist diese Vertretung nicht immer ganz Freiwillig, aber natürlich ist es gerade im Sinne der Verwerter ganz eindeutig so, dass sie die Künstler repräsentieren. Wenn man allerdings die Differenz von Zahlungen an die GEMA und Zahlungen an die Künstler von der GEMA betrachtet, kommen einem erhebliche Zweifel. Die Verwertungsgesellschaften müssen massiv schlanker gemacht werden. Im Moment sind sie wohl noch nötig, aber was sie an Geld schlucken, gleich einem schwarzen Loch.
Vielleicht gelingt es den Verwertungsgesellschaften ja irgendwann, den Kunden das Internet gründlich zu vergällen. Dann brechen die goldenen Zeiten wieder an. Vielleicht mal was Neues ausprobieren? Wie wäre es mit Kundenfreundlichkeit? Ich hätte gerne eine legale Möglichkeit, mir englische Filme im Internet auszuleihen. Fehlanzeige. Die Lösung: Ich muss mit dem Auto in die Videothek fahren, dort bekomme ich aber mitgeteilt, dass ich den gewünschten Film nicht ausleihen kann, weil er bereits ausgeliehen wurde und daher ja nicht mehr da ist. Argh! Weil man daran gewöhnt ist, fällt einem die Absurdität des Ganzen gar nicht auf.
Besonders hohe Einbußen hat die Musikindustrie übrigens durch Ohrwürmer zu verzeichnen. Statt wie es sich gehört im Laden (!) auf CD (!) gekauft zu werden, dudelt der Ohrwurm den ganzen Tag völlig umsonst im Kopf herum. Off-mind sieht das ganz anders aus, da streichen die Verwertungsgesellschaften ja auch Geld ein, wenn der Song im Radio gespielt wird. Diese Enteignung künstlerischen Eigentums in den Köpfen muss endlich ein Ende haben. Daher fordern Verbände künftig Gebühren für Ohrwürmer. Wer nicht zahlt, aber dabei erwischt wird, wie er illegal einen Ohrwurm vor sich hinsummt, bekommt sofort ein rotes Stoppschild auf den Mund gepappt. Zudem wird die Festplatte zwischen den Ohren von der Polizei konfisziert und so lange aufbewahrt, bis sie eine Möglichkeit gefunden hat, das in den Synapsen gespeicherte illegale Material sicherzustellen...
"Musiker fordern mehr Geld von iTunes". So ein geschäftsschädigender Schwachsinn wie von den Verwertungsgesellschaften ASCAP und BMI gefordert fällt keinem Musiker ein, sondern nur den Volldeppen des mittleren und gehobenen Managements.
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