nachrichten.de Sieben Kontroversen zur Zukunft des Journalismus

Hubert Burdas Nachrichten-Portal will Verlage am Umsatz beteiligen. Es ist mutig, technische Fragen nicht mehr denen zu überlassen, die davon etwas verstehen. Kommentar

Hubert Burda auf der Digital Life Design (DLD) Konferenz in München. Der Verlagschef hat vor allem das Internetunternehmen Google zu seinem persönlichen Feind auserkoren

Hubert Burda auf der Digital Life Design (DLD) Konferenz in München. Der Verlagschef hat vor allem das Internetunternehmen Google zu seinem persönlichen Feind auserkoren

Eigentlich ist die Idee ja gar nicht blöd: Statt immer nur darüber zu klagen, dass der Raubfisch Google Geld macht mit Inhalten, die er nicht selbst produziert hat, will Hubert Burda mit Nachrichten.de jetzt ein eigenes Portal etablieren, bei dem die Verlage am Werbeerlös beteiligt werden. Das Portal soll automatisiert funktionieren, es bewertet die Relevanz eines Themas einzig danach, wie oft das Thema bei den "tonanagebenden Websites" auftaucht. "Denn im Gegenteil zu vielen journalistischen Angeboten, die sich in ihrer Nachrichten-Auswahl abheben wollen, verfolgen wir den gegenteiligen Ansatz", heißt es dazu im Nachrichten.de-Blog.

Aber handelt es sich dann überhaupt noch um ein journalistisches Angebot? Die Stärke von Journalisten ist normalerweise, Informationen zu verarbeiten, zu beurteilen und einzuordnen. Im Zeitalter der Information müsste die Nachfrage nach dieser Leistung eher zu- als abnehmen. Doch fehlt es bislang an Modellen, diese Fähigkeiten im Netz gewinnbringend zu vermarkten. Stattdessen stürzt sich ein Verleger wie Burda in ein Geschäft, in dem ihm Technologieunternehmen um Jahre voraus sind: Algorithmen zu programmieren dürfte eine Kernkompetenz von Google sein. Und auch die anderen Ideen, wie man Informationen im Netz erfolgreich präsentieren kann, stammten bislang eher selten aus der Feder eines Verlags – wie die folgende, kleine Gegenüberstellung zeigt.

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Leser-Kommentare
  1. ... die klassischen Verlage nicht.
    Der Beitrag spricht es ja aus. Größere und kleinere Portale werden eine wichtige Position einnehmen.
    Jeder Journalist kann mit einem Fotografen/Grafiker, einem Web-Entwickler und einem Webadministrator ein paar Online-Redakteuren einen "digitalen Verlag" eröffnen.
    Neben diesen, wird sich ein Stamm an Bloggern "etablieren", bzw digital herumsprechen.
    Demokratie at it´s best!

  2. Anspruchsvoll ist der Ansatz der automatisierten Nachrichten-Auswahl und -zusammenstellung. Technologisch war das sicher nicht ganz einfach. Aber Burda hat das wohl auch nicht allein gemacht, wie im Artikel geschrieben ("...Stattdessen stürzt sich ein Verleger wie Burda in ein Geschäft, in dem ihm Technologieunternehmen um Jahre voraus sind: Algorithmen zu programmieren dürfte eine Kernkompetenz von Google sein..."). Offenbar haben sie sich da einen Suchmaschinen-Spezialisten ins Boot geholt, siehe http://neofonie.de/

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