Online-Dating Scheuklappen bei der digitalen PartnersucheSeite 2/2

Außerdem scheinen sie besonders misstrauisch zu sein. Die chinesische Partnerbörse Baihe.com gleicht Alter, Familienstand und andere persönliche Daten ihrer acht Millionen Kunden mit einer staatlichen Datenbank ab. Um Betrüger zu entlarven und das Vertrauen in die Dienste zu erhöhen, wie es heißt. Online Dating könnte ein Riesengeschäft werden, so viele alleinstehende Chinesen gibt es mittlerweile. Aber Umfragen zu Folge sollen 53 Prozent aller Online-Dater bereits betrogen worden sein.

Auch die Deutschen wollen sicher gehen. Allerdings interessieren sie sich weniger für die Berufe der Eltern oder die Essgewohnheiten. Parship fragt dafür 30 Persönlichkeitsmerkmale ab, die sicherstellen sollen, dass die Beziehung ewig hält. Zum Beispiel, was einem vor einer Party durch den Kopf geht: "Dass ich Wert darauf lege, einen guten Eindruck zu hinterlassen. Ob das, was wir mitbringen (Wein, Pralinen, Blumen ...), das Richtige ist. Dass ich eigentlich nicht gerne auf Partys gehe. Dass ich anziehen werde, was am bequemsten ist, weil es mir zu dumm ist, mich um die Kleiderordnung zu kümmern." Wer alle Fragen beantwortet, bekommt im Gegenzug ein 80-seitiges PDF mit seinem Partnerprofil zugeschickt. Ganz schön egozentrisch. Und es erinnert an Psychotests in Fernsehzeitschriften.

Bei Amerikanern ist eine andere Leitwissenschaft tonangebend in Sachen Beziehungsglück: die Chemie. Um bei Chemistry.com ein Profil anzulegen, wird zum Beispiel nach der Handform gefragt – weil das Verhältnis von Zeige- zu Ringfinger etwas über den Testosterongehalt einer Person aussagen soll. Und weil die testosterongeschwängerten "Directors", die gradlinig, analytisch, rational und kompetitiv sind, "Negotiators" bevorzugen, die durch ständige Östrogen-Ausschüttungen stets empathisch und intuitiv unterwegs sind.

Laut der Theorie der Wissenschaftlerin Helen Fischer umgeben sich dagegen die serotoningesättigten "Builder" gerne mit ihresgleichen, weil sie eher ruhig und sozial agieren und Werte und Traditionen bewahren. Die "Explorer" wiederum sind dank ihres erhöhten Dopamin-Spiegels auf der Suche nach neuen Erfahrungen, was sie am besten in Gesellschaft von anderen Explorern ausleben sollten.

Ob Bluttest, Psychoprofil oder Kastenzugehörigkeit, insgesamt geht das Netz ziemlich separationistisch zu Werke. Es ist wie mit den Buchempfehlungen bei Amazon oder den Netzwerken, in denen man Musik vorgeschlagen bekommt: Eigentlich wird immer nur nach Ähnlichkeiten gesucht und auf Dinge aus dem eigenen Umfeld hingewiesen. Nie stolpert man über einen neuen Menschen oder das abseitige Buch, wird neugierig, und probiert sein Glück.

Wenn die digitale Welt so etwas ist wie eine vereinfachte Abbildung der Wirklichkeit ist, dann funktionieren die Partnerbörsen wie digitale Scheuklappen. Zugespitzt formuliert: Online-Dating fördert Parallelgesellschaften in Sachen Liebe. Das Ausblenden von Andersartigem war jedenfalls nie so einfach.

 
Leser-Kommentare
  1. 1.

    eine ganz neue form der gesellschaftlichen abgrenzung ;-)

  2. Singlebörsen mögen ein gutes Geschäftsmodell sein, den Singles selber aber schaden sie. Die Begründung liegt in der fehlenden Transparenz der Konkurrenzsituation. Würde man die verschiedenen relevanten Parameter (Alter, Gesundheit, Bildungsabschluss, Vermögen etc) eines Menschen zu einem Wert zusammenfassen, ließe sich dieser als Marktwert benennen. Sowohl Männer als auch Frauen bevorzugen als Partner Menschen, die einen höheren Marktwert besitzen als sie selbst. Früher im Dorf oder im Stadtteil war das Angebot an Partnern übersichtlich. Wer zu wählerisch war, kam später oder nie zum Zug, eventuell weil dann zu alt, mit noch schlechteren Chancen. Aber jeder konnte einigermaßen einschätzen, wie seine Konkurrenz war, und er konnte ansatzweise erkennen, wann er "zuschlagen" sollte. bei Singlebörsen scheint zunächst das Angebot sehr groß zu sein. Die Konkurrenz des eigenen Geschlechts bleibt meist unsichtbar. Die Folge ist, dass sehr viele Männer und Frauen sehr lange versuchen oberhalb ihres Marktwerts zu suchen. Da dies beide Geschlechter tun, wird die Chance eines "Abschlusses" weiter verringert. Die Folge davon ist. dass die Zeit des Singledaseins tendenziell verlängert wird. Natürlich wird es immer ein paar Glückliche geben, die dort ihren Traumpartner finden. Für die breite Masse dürften solche Börsen eher zu Frust und Enttäuschung führen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    was bleibt ist die Erkenntnis ,daß Liebe auf den ersten Blick doch etwas prickelnder ist als dieselbe auf den ersten Klick
    ist doch irgendwie spannender und unvergleichbar, die erste Erfahrung mit dem Menschen und nicht mit seinen Webprofil zu machen
    wenn man sich denn die Zeit dazu nimmt ,aber die haben solche Leute ja meist nicht
    schade eigentlich wenn das wahre Leben an einen vorbeirauscht

    was bleibt ist die Erkenntnis ,daß Liebe auf den ersten Blick doch etwas prickelnder ist als dieselbe auf den ersten Klick
    ist doch irgendwie spannender und unvergleichbar, die erste Erfahrung mit dem Menschen und nicht mit seinen Webprofil zu machen
    wenn man sich denn die Zeit dazu nimmt ,aber die haben solche Leute ja meist nicht
    schade eigentlich wenn das wahre Leben an einen vorbeirauscht

  3. was bleibt ist die Erkenntnis ,daß Liebe auf den ersten Blick doch etwas prickelnder ist als dieselbe auf den ersten Klick
    ist doch irgendwie spannender und unvergleichbar, die erste Erfahrung mit dem Menschen und nicht mit seinen Webprofil zu machen
    wenn man sich denn die Zeit dazu nimmt ,aber die haben solche Leute ja meist nicht
    schade eigentlich wenn das wahre Leben an einen vorbeirauscht

    Antwort auf "kontraproduktiv"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Klar, dass es netter ist, einen Menschen zu treffen, als ein Profil. Aber wie trifft man die Menschen - per dating site natürlich! Oder baggern Sie Ihren Schwarm im Supermarkt an? Ist das "das wahre Leben"?

    Internetdating ist die beste Erfindung seit dem Humpa-Humpa-Däterä-Dorffest, auf dem sich naturgemäss, naja, eben nur Dörfler herumtreiben.

    Ansonsten frage ich mich, wo ihre Autorin die Angabe herhat, dass nur 4% der Deutschen Internetdating benutzen. Unter den 20-45-jährigen Singles sind wahrscheinlich fast alle dabei;-)

    Klar, dass es netter ist, einen Menschen zu treffen, als ein Profil. Aber wie trifft man die Menschen - per dating site natürlich! Oder baggern Sie Ihren Schwarm im Supermarkt an? Ist das "das wahre Leben"?

    Internetdating ist die beste Erfindung seit dem Humpa-Humpa-Däterä-Dorffest, auf dem sich naturgemäss, naja, eben nur Dörfler herumtreiben.

    Ansonsten frage ich mich, wo ihre Autorin die Angabe herhat, dass nur 4% der Deutschen Internetdating benutzen. Unter den 20-45-jährigen Singles sind wahrscheinlich fast alle dabei;-)

  4. Klar, dass es netter ist, einen Menschen zu treffen, als ein Profil. Aber wie trifft man die Menschen - per dating site natürlich! Oder baggern Sie Ihren Schwarm im Supermarkt an? Ist das "das wahre Leben"?

    Internetdating ist die beste Erfindung seit dem Humpa-Humpa-Däterä-Dorffest, auf dem sich naturgemäss, naja, eben nur Dörfler herumtreiben.

    Ansonsten frage ich mich, wo ihre Autorin die Angabe herhat, dass nur 4% der Deutschen Internetdating benutzen. Unter den 20-45-jährigen Singles sind wahrscheinlich fast alle dabei;-)

    Antwort auf "so ist es"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ist natürlich eine ,sollte aber nicht die einzige Option im Zuge der Partnersuche sein
    diese technische Möglichkeit eröffnet der heute jüngeren Generation viel Vorauswahl
    die aber m.M.auch zu mehr Oberflächlichkeit führt und bei der auch die Spontaneität mehr und mehr auf der Strecke bleibt
    soll ja alles passen,man will schliesslich kein unnötiges Risiko eingehen,so gesehen ist der Supermarkt natürlich eine absolute no go Area ;-)

    ist natürlich eine ,sollte aber nicht die einzige Option im Zuge der Partnersuche sein
    diese technische Möglichkeit eröffnet der heute jüngeren Generation viel Vorauswahl
    die aber m.M.auch zu mehr Oberflächlichkeit führt und bei der auch die Spontaneität mehr und mehr auf der Strecke bleibt
    soll ja alles passen,man will schliesslich kein unnötiges Risiko eingehen,so gesehen ist der Supermarkt natürlich eine absolute no go Area ;-)

  5. ist natürlich eine ,sollte aber nicht die einzige Option im Zuge der Partnersuche sein
    diese technische Möglichkeit eröffnet der heute jüngeren Generation viel Vorauswahl
    die aber m.M.auch zu mehr Oberflächlichkeit führt und bei der auch die Spontaneität mehr und mehr auf der Strecke bleibt
    soll ja alles passen,man will schliesslich kein unnötiges Risiko eingehen,so gesehen ist der Supermarkt natürlich eine absolute no go Area ;-)

    Antwort auf "Mensch statt Profil?"
  6. Der Artikel beschäftigt sich meiner Meinung nach zu einseitig mit dem Thema. Das Internet ist ein öffentlicher Raum in dem sich die Menschen als User begegnen. Wie sich Paare aber nicht nur Auf Singletreffs und durch Heiratsvermittler kennen und lieben lernen, so entstehen Feste Beziehungen über das Internet bei Weitem nicht nur über oben beschriebene Seiten.

    Feste Beziehungen entstehen meiner Erfahrung nach häufiger zwischen Menschen die sich "im" Internet kennengelernt haben, z.B einem Online Videospiel oder einem Forum über gemeinsame Interessen.

    Vielleicht halte ich aber auch einfach nichts von zielgerichteter Partnersuche ;)

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Ich halte nichts von Partnersuche überhaupt. Und von Partnerfinden auch nicht. Sollte verboten werden. Oder zumindest schmerzhaft besteuert.

    Ich las mal die Autobiographie eines uralten Bretonen vom Lande. Also vonn't Dörp. Die haben da eine ganz wirksame Verkupplungsmethode: Sie kennen vielleicht diese bretonischen Volkstänze, wo man im Kreis steht, auf den Boden stampft und die Fäuste schüttelt. Ganz schön anstrengend, schon beim Zusehen. Und das geht über Stunden. Und drumrum stehen die landbesitzenden Väter von Töchtern und registrieren, wer als Letzter schlappmacht. Und der ist dann auch bei der Ernte gut zu gebrauchen. Besser als schreibtischgemachte Psychologie in Fernsehzeitschriften und deren digitale Vermarktung.

    Aber mein Anliegen ist ein ganz anderes. Seit der Einschulung versucht man mir einzureden, daß ich am Thema vorbeirede. Ich weiß, ich bin hier verkehrt. Aber ich habe nichts Passenderes gefunden. Und als ich den Satz las: "Wer sich bei Shaadi anmeldet, muss Fragen eintippen, die höchstens das Herz eines Buchhalters höher schlagen lassen.", da habe ich zugeschlagen. Ich bin nämlich Buchhalter.

    In der ZEIT Nr. 40 vom 24.09.09 im Buch Wirtschaft, auf Seite 29, befindet sich die Rubrik "Macker und Märkte", und in der Mitte ist die Meldung "IT-Wissen: Mangelhaft". Sie können den Unsinn ja mal nachlesen. Obwohl hier Schreibende ja eigentlich nie die ZEIT lesen. Und überhaupt: Wer schreibt, der liest nicht auch noch.

    Herr Microsoft möge mal die Klappe halten.

    Bei Systemen, bei denen die Beratungskosten ein Mehrfaches der Anschaffungskosten ausmachen, wenn man mehr will als ein paar Privatbriefe zu tippen. Mit Texten, die an computerübersetzte japanische Gebrauchsanweisungen denken machen. Der sich vor Freude naßmacht, wenn 99 % klappt und vergißt, daß 1 % Nichtklappen eine Katastrophe sein können.

    Wenn mein Computer ein Auto wäre, könnte ich nur rückwärts fahren. Und wäre er ein Flugzeug, dann wäre ich schon lange tot. Was ich Herrn Microsoft & Co., diesen Berufsversagern, dringend wünsche. Es gehört sich einfach nicht, so einen Pfusch zu produzieren. Oder gar zu verkaufen.

    Merke: Kein Dingens ist besser als seine Gebrauchsanleitung.

    Wenn das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung herausgefunden hat, daß 1,8 Milliarden Euro des jährlichen Wertschöpfungszuwachses (des Zuwachses!) in Deutschland auf Qualifizierungsprogrammen im IT-Bereich beruhen, so ist anzumerken - soweit es sich um Anwenderschulung handelt -, daß man diesen Betrag in die Nordsee schmeißen können müßte. Denn ein gutes Programm ist auch für Analphabeten selbsterklärend (Das sollte kein Problem sein. Alle guten Programmierer sind zumindest Legastheniker.)

    Ich rege eines Schadensersatzklage dieses unseres Landes gegen Herrn Microsoft wegen Betrug an. Der hat doch gesagt, das funktioniert.

    Frage: Wie lange müßte eine Film-Einführung in die widhtigsten Anwendungen dauern, um auch einer ostfriesische Oma den Einstieg zu ermöglichen?

    Noch eine Frage: Ist hier jemand, der sich nicht zutraut, eine solche Einführung aus dem Stand zu konzipieren? Wenn nein: Wie viele Manntage würde das dauern?

    Ich halte nichts von Partnersuche überhaupt. Und von Partnerfinden auch nicht. Sollte verboten werden. Oder zumindest schmerzhaft besteuert.

    Ich las mal die Autobiographie eines uralten Bretonen vom Lande. Also vonn't Dörp. Die haben da eine ganz wirksame Verkupplungsmethode: Sie kennen vielleicht diese bretonischen Volkstänze, wo man im Kreis steht, auf den Boden stampft und die Fäuste schüttelt. Ganz schön anstrengend, schon beim Zusehen. Und das geht über Stunden. Und drumrum stehen die landbesitzenden Väter von Töchtern und registrieren, wer als Letzter schlappmacht. Und der ist dann auch bei der Ernte gut zu gebrauchen. Besser als schreibtischgemachte Psychologie in Fernsehzeitschriften und deren digitale Vermarktung.

    Aber mein Anliegen ist ein ganz anderes. Seit der Einschulung versucht man mir einzureden, daß ich am Thema vorbeirede. Ich weiß, ich bin hier verkehrt. Aber ich habe nichts Passenderes gefunden. Und als ich den Satz las: "Wer sich bei Shaadi anmeldet, muss Fragen eintippen, die höchstens das Herz eines Buchhalters höher schlagen lassen.", da habe ich zugeschlagen. Ich bin nämlich Buchhalter.

    In der ZEIT Nr. 40 vom 24.09.09 im Buch Wirtschaft, auf Seite 29, befindet sich die Rubrik "Macker und Märkte", und in der Mitte ist die Meldung "IT-Wissen: Mangelhaft". Sie können den Unsinn ja mal nachlesen. Obwohl hier Schreibende ja eigentlich nie die ZEIT lesen. Und überhaupt: Wer schreibt, der liest nicht auch noch.

    Herr Microsoft möge mal die Klappe halten.

    Bei Systemen, bei denen die Beratungskosten ein Mehrfaches der Anschaffungskosten ausmachen, wenn man mehr will als ein paar Privatbriefe zu tippen. Mit Texten, die an computerübersetzte japanische Gebrauchsanweisungen denken machen. Der sich vor Freude naßmacht, wenn 99 % klappt und vergißt, daß 1 % Nichtklappen eine Katastrophe sein können.

    Wenn mein Computer ein Auto wäre, könnte ich nur rückwärts fahren. Und wäre er ein Flugzeug, dann wäre ich schon lange tot. Was ich Herrn Microsoft & Co., diesen Berufsversagern, dringend wünsche. Es gehört sich einfach nicht, so einen Pfusch zu produzieren. Oder gar zu verkaufen.

    Merke: Kein Dingens ist besser als seine Gebrauchsanleitung.

    Wenn das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung herausgefunden hat, daß 1,8 Milliarden Euro des jährlichen Wertschöpfungszuwachses (des Zuwachses!) in Deutschland auf Qualifizierungsprogrammen im IT-Bereich beruhen, so ist anzumerken - soweit es sich um Anwenderschulung handelt -, daß man diesen Betrag in die Nordsee schmeißen können müßte. Denn ein gutes Programm ist auch für Analphabeten selbsterklärend (Das sollte kein Problem sein. Alle guten Programmierer sind zumindest Legastheniker.)

    Ich rege eines Schadensersatzklage dieses unseres Landes gegen Herrn Microsoft wegen Betrug an. Der hat doch gesagt, das funktioniert.

    Frage: Wie lange müßte eine Film-Einführung in die widhtigsten Anwendungen dauern, um auch einer ostfriesische Oma den Einstieg zu ermöglichen?

    Noch eine Frage: Ist hier jemand, der sich nicht zutraut, eine solche Einführung aus dem Stand zu konzipieren? Wenn nein: Wie viele Manntage würde das dauern?

  7. Ich halte nichts von Partnersuche überhaupt. Und von Partnerfinden auch nicht. Sollte verboten werden. Oder zumindest schmerzhaft besteuert.

    Ich las mal die Autobiographie eines uralten Bretonen vom Lande. Also vonn't Dörp. Die haben da eine ganz wirksame Verkupplungsmethode: Sie kennen vielleicht diese bretonischen Volkstänze, wo man im Kreis steht, auf den Boden stampft und die Fäuste schüttelt. Ganz schön anstrengend, schon beim Zusehen. Und das geht über Stunden. Und drumrum stehen die landbesitzenden Väter von Töchtern und registrieren, wer als Letzter schlappmacht. Und der ist dann auch bei der Ernte gut zu gebrauchen. Besser als schreibtischgemachte Psychologie in Fernsehzeitschriften und deren digitale Vermarktung.

    Aber mein Anliegen ist ein ganz anderes. Seit der Einschulung versucht man mir einzureden, daß ich am Thema vorbeirede. Ich weiß, ich bin hier verkehrt. Aber ich habe nichts Passenderes gefunden. Und als ich den Satz las: "Wer sich bei Shaadi anmeldet, muss Fragen eintippen, die höchstens das Herz eines Buchhalters höher schlagen lassen.", da habe ich zugeschlagen. Ich bin nämlich Buchhalter.

    In der ZEIT Nr. 40 vom 24.09.09 im Buch Wirtschaft, auf Seite 29, befindet sich die Rubrik "Macker und Märkte", und in der Mitte ist die Meldung "IT-Wissen: Mangelhaft". Sie können den Unsinn ja mal nachlesen. Obwohl hier Schreibende ja eigentlich nie die ZEIT lesen. Und überhaupt: Wer schreibt, der liest nicht auch noch.

    Herr Microsoft möge mal die Klappe halten.

    Bei Systemen, bei denen die Beratungskosten ein Mehrfaches der Anschaffungskosten ausmachen, wenn man mehr will als ein paar Privatbriefe zu tippen. Mit Texten, die an computerübersetzte japanische Gebrauchsanweisungen denken machen. Der sich vor Freude naßmacht, wenn 99 % klappt und vergißt, daß 1 % Nichtklappen eine Katastrophe sein können.

    Wenn mein Computer ein Auto wäre, könnte ich nur rückwärts fahren. Und wäre er ein Flugzeug, dann wäre ich schon lange tot. Was ich Herrn Microsoft & Co., diesen Berufsversagern, dringend wünsche. Es gehört sich einfach nicht, so einen Pfusch zu produzieren. Oder gar zu verkaufen.

    Merke: Kein Dingens ist besser als seine Gebrauchsanleitung.

    Wenn das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung herausgefunden hat, daß 1,8 Milliarden Euro des jährlichen Wertschöpfungszuwachses (des Zuwachses!) in Deutschland auf Qualifizierungsprogrammen im IT-Bereich beruhen, so ist anzumerken - soweit es sich um Anwenderschulung handelt -, daß man diesen Betrag in die Nordsee schmeißen können müßte. Denn ein gutes Programm ist auch für Analphabeten selbsterklärend (Das sollte kein Problem sein. Alle guten Programmierer sind zumindest Legastheniker.)

    Ich rege eines Schadensersatzklage dieses unseres Landes gegen Herrn Microsoft wegen Betrug an. Der hat doch gesagt, das funktioniert.

    Frage: Wie lange müßte eine Film-Einführung in die widhtigsten Anwendungen dauern, um auch einer ostfriesische Oma den Einstieg zu ermöglichen?

    Noch eine Frage: Ist hier jemand, der sich nicht zutraut, eine solche Einführung aus dem Stand zu konzipieren? Wenn nein: Wie viele Manntage würde das dauern?

    Antwort auf "Zu einseitig"
  8. In Deutschland benutzen sicherlich mehr Singles das Internet als sie es zugeben wollen. Vor allem Berufstätige finden häufig nicht die Zeit dafür, einen Partner kennenzulernen. Daher ist es sicherlich nicht schlecht, eine Möglichkeit zu haben, nach einem Gegenstück suchen zu können, der auch wirklich zu deiner eigenen Person passt. Ob die Kriterien sich an die Kultur der jeweiligen Länder anpassen, ist doch eher zweitrangig.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service