Open Access Wissenschaftler sollen ihre Ergebnisse online publizieren
Die DFG fördert "Open Access": das freie Publizieren von Forschungsergebnissen im Netz. Kritiker fürchten um Forschungsfreiheit und Zukunft der Wissenschaftsverlage
Hochschulen könnten jetzt Mittel bei der DFG beantragen, um Publikationen ihrer Wissenschaftler in Zeitschriften zu ermöglichen, auf die andere Nutzer im Internet kostenlos zugreifen können.
Die DFG setze so Anreize für Universitäten, verlässliche und dauerhafte Finanzierungsstrukturen für die Publikation in Open-Access-Zeitschriften zu entwickeln, heißt es in einer Mitteilung. Das sei bisher unterentwickelt – im Gegensatz zu den herkömmlichen Publikationsweisen, bei denen Hochschulen viel Geld für Forschungsmagazine ausgeben müssten.
Die DFG wolle ihr neues "Publikationsparadigma" stärken, das konsequent auf den entgeltfreien Zugang zu Forschungsergebnissen im Internet setze. Die DFG geht davon aus, dass ihre Initiative auch ein Anreiz für Verlage sein dürfte, verstärkt Open-Access-Zeitschriften anzubieten – und ihre bisher im Abonnement vertriebenen Zeitschriften auf Open-Access-Format umzustellen.
Um den offenen Zugang zu wissenschaftlichen Ergebnissen im Internet tobt seit Langem ein heftiger Streit. Kritiker wie die Unterzeichner des "Heidelberger Appells" sehen durch den Open Access das Urheberrecht massiv verletzt.
- Datum 19.10.2009 - 10:46 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
- Kommentare 11
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wird von der Allgemeinheit finanziert, also hat die Allgemeinheit auch Recht auf konstenlosen Zugang zu den Ergebnissen.
ich denke zu dem ein wenig blutleer wirkenden Artikel sind 2 Kommentare angebracht:
Erstens ist open Access schon seit mehr als 10 Jahren in manchen Forschungsgebieten Standard (siehe z.B. www.Arxiv.org) und kann dort als ein großer Erfolg bezeichnet werden.
Zweitens fragen sich heutzutage viele Wissenschaftler wozu man die Publisher eigentlich braucht, da die Artikel von oeffentlich bezahlten Wissenschaftlern geschrieben und reviewt werden. Dies steht in einem gewissen Kontrast zu literarischen Publikationen, bei denen der Autor von der Publikation an sich leben muss. Da viele Unterzeichner des Heidelberger Appels wahrscheinlich keinen Schimmer haben wie wissenschaftliche Praxis, insbsondere in den Naturwissenschaften, aussieht, kommt ihnen wohl nicht in den Sinn dass man sie hier fein fuer die Belange der Verlage instrumentalisiert.
In dieser ganzen Copyrightdiskussion darf nicht vergessen werden, dass niemand etwas dafuer kann wenn gewissen Geschaeftsmodelle nicht mehr taugen, und man sich davor hueten sollte in blinden Protektionismus zu verfallen.
Wenn ein Fachwissenschaftler in einer bestimmten Zeitschrift publizieren möchte, dann wird seine Zuschrift nach einer oberflächlichen Qualitätskontrolle anonym an andere Fachwissenschaftler weitergeleitet (zwei bis drei sog. "Referees") welche die Zuschrift inhaltlich und formell zu bewerten haben - ohne für diese Arbeit eine Vergütung zu erhalten. Wird der Publikation zugestimmt, ggf. nach einer Reihe von Korrekturen, wird der Artikel von Verlagsseite in das Layout gesetzt und publiziert. Inhaltlich trägt also der Verlag wenig bis nichts zur Publikation bei, es geht nur ums Redigieren. Diese Aufgabe könnten auch von der DFG angestellte Layouter erledigen. Die Preise, welche einige Verlage dafür verlangen, dass ein bestimmter Artikel "Open Access" gestellt wird (d.h. man kann seinen Artikel "freikaufen"), sind ziemlich hoch und die Verlage sind damit hoffnungslos überbezahlt, dasselbe gilt für die Preise für Zeitschriftenabonnements - für Zeitschriften, wohlgemerkt, ohne jeden redaktionellen Inhalt, den Inhalt stellen alle Autoren unentgeltlich zur Verfügung. Diese Situation schreit gerade danach, die Fachzeitschriften den gierigen Klauen der Fachverlage zu entreissen und allgemein zugänglich zu machen. Entscheidend ist dabei, hohe Qualitätsstandards zu seztzen, mit welchen ein hoher "Impact Factor" begründet werden kann.
Bzgl. Impact-Faktor:
Dieser ist eine Zahl dafür, wie oft Artikel aus der entsprechenden Zeitschrift von anderen Artikeln (auch in anderen Zeitschriften) zitiert werden, d.h. wie gross - auf diese Weise gemessen - die Bedeutung ihrer Artikel für die wissenschaftliche Gemeinschaft sind.
Bzgl. Impact-Faktor:
Dieser ist eine Zahl dafür, wie oft Artikel aus der entsprechenden Zeitschrift von anderen Artikeln (auch in anderen Zeitschriften) zitiert werden, d.h. wie gross - auf diese Weise gemessen - die Bedeutung ihrer Artikel für die wissenschaftliche Gemeinschaft sind.
Bzgl. Impact-Faktor:
Dieser ist eine Zahl dafür, wie oft Artikel aus der entsprechenden Zeitschrift von anderen Artikeln (auch in anderen Zeitschriften) zitiert werden, d.h. wie gross - auf diese Weise gemessen - die Bedeutung ihrer Artikel für die wissenschaftliche Gemeinschaft sind.
ist das einzige, was einen an einer Fachzeitschrift zu interessieren hat, ist dieser doch das einzige Kriterium um entscheiden zu können, ob es sich um Forschung in der Bezirksliga oder 1. Bundesliga handelt...
ist das einzige, was einen an einer Fachzeitschrift zu interessieren hat, ist dieser doch das einzige Kriterium um entscheiden zu können, ob es sich um Forschung in der Bezirksliga oder 1. Bundesliga handelt...
denn von ihr wird sie bezahlt, ob durch Zuschüsse, durch Produktkauf, durch Buchkauf oder sonstwas. Die Wissenschaft hat Aufklärung und Freiheit zu dienen. Deshalb sollten auch die Datengrundlagen der Untersuchungen veröffentlicht werden, um Transparenz zu ermöglichen und unsinnige Wiederholungen gleicher Versuchsaufbauten zu vermeiden.
Also das wird aber aller, aller, aller höchste Zeit. Das wollte mir schon nicht einleuchten als ich noch wissenschaftlicher Mitarbeiter war … dass man als Öffentlichkeit einmal bezahlt um Forschung überhaupt zu betreieben und dann gleich nochmal um sie auch anschauen zu dürfen. Das ist mir Denken nicht zu rechtfertigen, heute weniger denn je.
ist das einzige, was einen an einer Fachzeitschrift zu interessieren hat, ist dieser doch das einzige Kriterium um entscheiden zu können, ob es sich um Forschung in der Bezirksliga oder 1. Bundesliga handelt...
Der Autor dieser Randnotiz hat scheinbar nicht die Mühe gemacht hat den zietierte "Heidelberger Appell" zu lesen. Dort werden zwei von einander unabhängige Themen auf unzulässige Art und Weise vermischt: Zum Einen die "..inakzeptabel[e] politische Toleranz gegenüber Raubkopien, wie sie Google derzeit massenhaft herstellt.".
Und zum Anderen die Art und Weise der naturwissenschaftlichen Publiktion in Fachjournalen. Welche auf geradezu demagogische Art und Weise mit dem ersten Problem gleichgesetzt wird.
Die Verfasser und Unterzeichner jenes Appls scheinen keine Ahnung vom publizieren von Fachartikeln in Fachzeitschriften zu haben, gerade sechs (von 2666) Unterzeichner haben Erfahrung mit Naturwissenschaften. Der Großteil der Unterzeichner scheint dem Kreis von Uhrhebern zu gehören, die sich zu recht gegen Google & Co. zur Wehr setzen.
Jedoch verbitte ich es mir als Naturwissenschaftler mit jenen und ihrem Publikationsdilemma gleich gesetzt zu werden. Da die Naturwissenschaft in einem anderen steckt. Den Kreis aud öffentlich finazierter Forschung und öffentlich finanzierten Publikation, die andere öffentlich finanzierte Forschungsanstalten dann wieder teuer einkaufen müssen, um sie lesen zu dürfen, einen schlechten Witz zu nennen ist eine Untertreibung. In Zeiten von großen Diskussionen über Nutzen und mögliche Risiken von z.B. grüner Gentechnik oder Impfen die entsprechenden Forschungsergebnisse für JEDERMANN da von jedermann bezahlt) als original Quelle vorliegen!
Eine Alternative zu "Open Access"-Journals sehe ich höchstens in einer generellen Nationallizenz für alle wissenschaftlichen Zeitschriften. Falls eine Flatrate zu teuer ist, kann man ja auch "pro abgerufenem Artikel" abrechnen; solange die aber $20 pro Artikel oder mehr haben wollen, wird das wohl nichts werden. Wenn man sich nicht einigt, wird das dazu führen, dass PLOS et al. in 10 Jahren einen Großteil der Neuveröffentlichungen verwalten wird...
Eine Alternative zu "Open Access"-Journals sehe ich höchstens in einer generellen Nationallizenz für alle wissenschaftlichen Zeitschriften. Falls eine Flatrate zu teuer ist, kann man ja auch "pro abgerufenem Artikel" abrechnen; solange die aber $20 pro Artikel oder mehr haben wollen, wird das wohl nichts werden. Wenn man sich nicht einigt, wird das dazu führen, dass PLOS et al. in 10 Jahren einen Großteil der Neuveröffentlichungen verwalten wird...
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