Open Access Wissenschaftler sollen ihre Ergebnisse online publizieren

Die DFG fördert "Open Access": das freie Publizieren von Forschungsergebnissen im Netz. Kritiker fürchten um Forschungsfreiheit und Zukunft der Wissenschaftsverlage

Hochschulen könnten jetzt Mittel bei der DFG beantragen, um Publikationen ihrer Wissenschaftler in Zeitschriften zu ermöglichen, auf die andere Nutzer im Internet kostenlos zugreifen können.

Die DFG setze so Anreize für Universitäten, verlässliche und dauerhafte Finanzierungsstrukturen für die Publikation in Open-Access-Zeitschriften zu entwickeln, heißt es in einer Mitteilung. Das sei bisher unterentwickelt – im Gegensatz zu den herkömmlichen Publikationsweisen, bei denen Hochschulen viel Geld für Forschungsmagazine ausgeben müssten.

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Die DFG wolle ihr neues "Publikationsparadigma" stärken, das konsequent auf den entgeltfreien Zugang zu Forschungsergebnissen im Internet setze. Die DFG geht davon aus, dass ihre Initiative auch ein Anreiz für Verlage sein dürfte, verstärkt Open-Access-Zeitschriften anzubieten – und ihre bisher im Abonnement vertriebenen Zeitschriften auf Open-Access-Format umzustellen.

Um den offenen Zugang zu wissenschaftlichen Ergebnissen im Internet tobt seit Langem ein heftiger Streit. Kritiker wie die Unterzeichner des "Heidelberger Appells" sehen durch den Open Access das Urheberrecht massiv verletzt.

 
Leser-Kommentare
  1. ich denke zu dem ein wenig blutleer wirkenden Artikel sind 2 Kommentare angebracht:

    Erstens ist open Access schon seit mehr als 10 Jahren in manchen Forschungsgebieten Standard (siehe z.B. www.Arxiv.org) und kann dort als ein großer Erfolg bezeichnet werden.

    Zweitens fragen sich heutzutage viele Wissenschaftler wozu man die Publisher eigentlich braucht, da die Artikel von oeffentlich bezahlten Wissenschaftlern geschrieben und reviewt werden. Dies steht in einem gewissen Kontrast zu literarischen Publikationen, bei denen der Autor von der Publikation an sich leben muss. Da viele Unterzeichner des Heidelberger Appels wahrscheinlich keinen Schimmer haben wie wissenschaftliche Praxis, insbsondere in den Naturwissenschaften, aussieht, kommt ihnen wohl nicht in den Sinn dass man sie hier fein fuer die Belange der Verlage instrumentalisiert.

    In dieser ganzen Copyrightdiskussion darf nicht vergessen werden, dass niemand etwas dafuer kann wenn gewissen Geschaeftsmodelle nicht mehr taugen, und man sich davor hueten sollte in blinden Protektionismus zu verfallen.

  2. 4.

    Bzgl. Impact-Faktor:

    Dieser ist eine Zahl dafür, wie oft Artikel aus der entsprechenden Zeitschrift von anderen Artikeln (auch in anderen Zeitschriften) zitiert werden, d.h. wie gross - auf diese Weise gemessen - die Bedeutung ihrer Artikel für die wissenschaftliche Gemeinschaft sind.

    Antwort auf "Kommentar Nr. 3"
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    ist das einzige, was einen an einer Fachzeitschrift zu interessieren hat, ist dieser doch das einzige Kriterium um entscheiden zu können, ob es sich um Forschung in der Bezirksliga oder 1. Bundesliga handelt...

    ist das einzige, was einen an einer Fachzeitschrift zu interessieren hat, ist dieser doch das einzige Kriterium um entscheiden zu können, ob es sich um Forschung in der Bezirksliga oder 1. Bundesliga handelt...

  3. ist das einzige, was einen an einer Fachzeitschrift zu interessieren hat, ist dieser doch das einzige Kriterium um entscheiden zu können, ob es sich um Forschung in der Bezirksliga oder 1. Bundesliga handelt...

    Antwort auf "Kommentar Nr. 4"
    • Evon
    • 19.10.2009 um 14:22 Uhr

    Der Autor dieser Randnotiz hat scheinbar nicht die Mühe gemacht hat den zietierte "Heidelberger Appell" zu lesen. Dort werden zwei von einander unabhängige Themen auf unzulässige Art und Weise vermischt: Zum Einen die "..inakzeptabel[e] politische Toleranz gegenüber Raubkopien, wie sie Google derzeit massenhaft herstellt.".
    Und zum Anderen die Art und Weise der naturwissenschaftlichen Publiktion in Fachjournalen. Welche auf geradezu demagogische Art und Weise mit dem ersten Problem gleichgesetzt wird.
    Die Verfasser und Unterzeichner jenes Appls scheinen keine Ahnung vom publizieren von Fachartikeln in Fachzeitschriften zu haben, gerade sechs (von 2666) Unterzeichner haben Erfahrung mit Naturwissenschaften. Der Großteil der Unterzeichner scheint dem Kreis von Uhrhebern zu gehören, die sich zu recht gegen Google & Co. zur Wehr setzen.
    Jedoch verbitte ich es mir als Naturwissenschaftler mit jenen und ihrem Publikationsdilemma gleich gesetzt zu werden. Da die Naturwissenschaft in einem anderen steckt. Den Kreis aud öffentlich finazierter Forschung und öffentlich finanzierten Publikation, die andere öffentlich finanzierte Forschungsanstalten dann wieder teuer einkaufen müssen, um sie lesen zu dürfen, einen schlechten Witz zu nennen ist eine Untertreibung. In Zeiten von großen Diskussionen über Nutzen und mögliche Risiken von z.B. grüner Gentechnik oder Impfen die entsprechenden Forschungsergebnisse für JEDERMANN da von jedermann bezahlt) als original Quelle vorliegen!

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    Eine Alternative zu "Open Access"-Journals sehe ich höchstens in einer generellen Nationallizenz für alle wissenschaftlichen Zeitschriften. Falls eine Flatrate zu teuer ist, kann man ja auch "pro abgerufenem Artikel" abrechnen; solange die aber $20 pro Artikel oder mehr haben wollen, wird das wohl nichts werden. Wenn man sich nicht einigt, wird das dazu führen, dass PLOS et al. in 10 Jahren einen Großteil der Neuveröffentlichungen verwalten wird...

    Eine Alternative zu "Open Access"-Journals sehe ich höchstens in einer generellen Nationallizenz für alle wissenschaftlichen Zeitschriften. Falls eine Flatrate zu teuer ist, kann man ja auch "pro abgerufenem Artikel" abrechnen; solange die aber $20 pro Artikel oder mehr haben wollen, wird das wohl nichts werden. Wenn man sich nicht einigt, wird das dazu führen, dass PLOS et al. in 10 Jahren einen Großteil der Neuveröffentlichungen verwalten wird...

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