Das Medienblog Carta bringt es auf den Punkt: "Demnächst könnte es heißen: Neues Android-Handy gekauft – 15 Euro Grundgebühr, 18 Euro GEZ-Gebühr." Ab 2013 sollen nämlich nicht nur Besitzer von Fernseh- oder Radiogeräten die monatliche Rundfunkgebühr von 17,98 Euro bezahlen, sondern auch alle, die ein internetfähiges Handy oder einen PC besitzen. Man könnte auch sagen: Jeder Haushalt, in dem zumindest eine Person halbwegs aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnimmt.

Die Ministerpräsidenten der Länder wollen demnach dafür sorgen, dass in Zukunft auch für "neuartige Rundfunkempfangsgeräte" wie Computer oder Smartphones der volle Tarif der GEZ-Gebühren beansprucht werden können, wie Carta dazu schreibt.

Martin Stadelmaier, Leiter der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz und Koordinator der Medienpolitik der Länder, bestätigte diese Pläne gegenüber Carta. Im Gespräch sei sowohl eine einheitliche Haushaltsabgabe, die unabhängig wäre vom Besitz jedweder Geräte, oder eine aktualisierte Geräteabgabe, die eben auch die vollen Gebühren für Computer und Handys beinhalte. "Wir diskutieren derzeit verschiedene Gebührenmodelle", zitiert Carta den Medienexperten. Im Sommer 2010 soll die neue Gebührenordnung dann verbindlich vereinbart werden.

Immer mehr könnten versuchen, sich um die GEZ-Gebühr zu drücken. Dazu muss man allerdings wissen, dass sich künftig auch die Beweislage umdrehen soll: Bislang mussten die Kontrolleure dem säumigen Zahler nachweisen, dass er sehr wohl in den Genuss öffentlich-rechtlicher Programme kommt. Jetzt muss umgekehrt der Nutzer nachweisen, dass er weder Radio hört noch auf öffentlich-rechtlichen Seiten surft. An der Höhe der Maximalgebühr von 17,97 soll sich aber vorerst nichts ändern.

Auch jetzt schon müssen Besitzer von PCs und Notebooks zahlen, wenn ihr Rechner fähig ist, eine Verbindung zum Internet herzustellen. Und das ganz gleich, ob sie damit jemals auf Seiten von ARD oder ZDF surfen oder deren Programme streamen und herunterladen. Nicht wenige werden auf die Kontrolleure hereingefallen sein, die im vergangenen Jahr verstärkt an deutschen Haustüren klingelten. Wer erfolgreich verneinte, ein Radio oder TV-Gerät zu besitzen, und sich bereits in Sicherheit wähnte, fiel spätestens mangels besseren Wissens doch auf die Frage herein: "Aber Sie besitzen doch sicherlich einen Computer?" "Ja klar, ich bin doch nicht blöd!", wird man sich gedacht haben – und war schon in den Fängen der GEZ, die einem daraufhin die vergünstigte Gebühr von 5,76 Euro in Rechnung stellte. Einmal von der GEZ erfasst, wird man sich künftig kaum dagegen verwehren können, auch bei der 200-prozentigen Gebührenerhöhung mitzuziehen. Es sei denn, man kann seinen Komplett-Rückzug aus der digitalen Gesellschaft glaubhaft belegen.

Sowohl die veränderte Beweislast als auch die Gebührenerhöhung für Computer selbst dürfte den Öffentlich-Rechtlichen und ihren Eintreibern von der GEZ harsche Kritik einbringen. Oder mindestens humorige Kommentare, wie zum Beispiel den von "Der Bj" unter einem entsprechenden Bericht von Zdnet.de: "Ich werde jetzt auch was ins www stellen, und mir ist es egal, ob es genutzt wird oder nicht, jeder hat dafür zu bezahlen! Und das nicht zu knapp. Oder ich beantrage Kindergeld. Ich habe zwar keine Kinder, aber das Gerät dafür ist vorhanden."