Gebührenerhöhung PC und Handy-Pläne der GEZ stoßen auf Ablehnung
Widerstand aus Wirtschaft und von Verbrauchern: Eine erhöhte Gebühr von rund 18 Euro auf internetfähige Handys und Computer träfe jeden - und so vor allem die Falschen.
Die derzeit kursierenden Überlegungen der Ministerpräsidenten zur Reform der Rundfunkgebühr stoßen auf Ablehnung. Besonders die Überlegungen zur Erhöhung der GEZ-Gebühr für internetfähige Handys und Computer von derzeit 5,76 Euro auf den TV-Gebührensatz von 17,98 Euro steht in der Kritik. Der Bundesverband der Dienstleistungswirtschaft (BDWi) sagte, gerade für Unternehmen würde eine solche Anhebung zu einer Verdreifachung der Gebühren führen. "Die Ausweitung der Gebühren deckt sich nicht mit der Lebenswirklichkeit in den Betrieben. Computer und Mobiltelefone sind unverzichtbare Arbeitsmittel. Sie dienen nicht der Unterhaltung der Mitarbeiter durch Fernsehen und Rundfunk", sagte BDWi-Präsident Werner Küsters in Berlin.
Auch der Verband Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) sprach sich explizit gegen eine Erhöhung der Gebühren aus. "Das haben wir schon immer abgelehnt", sagte VPRT-Geschäftsführerin Ursula Adelt. Der Verband plädiere für eine Gebühr, die alles abdecke, und spreche sich gegen Mehrfachzahlungen aus. Am Dienstag war bekannt geworden, dass die Ministerpräsidenten der Länder derzeit über neue Modelle zur Erhebung der Rundfunkgebühr nachdenken. Dabei ist auch ein Modell im Gespräch, dass Smartphones und Internet-PCs mit Fernsehern gleichstellt, weil man über sie ebenfalls das TV-Angebot empfangen kann.
Allerdings würde dieser Schritt derzeit nur wenige Nutzer treffen, nämlich solche, die weder TV noch Radio besitzen, aber über ein internetfähiges Handy beziehungsweise einen entsprechenden Computer verfügen. Außerdem brächte das auch nur relativ wenige Mehreinnahmen von etwa 24 bis 30 Millionen Euro pro Jahr – bei einem Jahresgebührenaufkommen von derzeit 7,26 Milliarden Euro. Allerdings wäre dies auch eher eine in die Zukunft gerichtete Maßnahme, da die Anzahl der TV-Geräte in den nächsten Jahren eher abnehmen und die der sogenannten neuartigen Rundfunkgeräte zunehmen dürfte.
Im Jahr 2008 führte die GEZ 192.000 angemeldete Smartphones und PCs in ihrer Statistik – im Gegensatz dazu waren 43 Millionen Radios und 37 Millionen Fernseher angemeldet.
- Datum 09.12.2009 - 17:07 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
- Kommentare 11
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Viele Menschen wirtschaften am Rande ihrer Existenz, darauf nimmt das Einkommensteuersystem Rücksicht, die GEZ wie andere "Organisationen" jedoch nicht. Wäre das System komplett steuerfinanziert, könnte man sich die unnütze, weil nichts produzierende Verwaltung GEZ sparen. Statt des "Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks" sollte ein fortschrittliches System ins Leben gerufen werden, das zu guter Sendezeit kritische Berichterstattung anstatt Unterhaltung bietet, selbstverständlich ohne Werbung. Unterhaltung kann sich jeder woanders holen, Werbefinanziert oder Pay-Tv bzw Video on Demand.
Außerdem kann man bei der Gelegenheit gleich polit-und Gesellschaftsneutrale Printmedien und Internetportale schaffen. Die gegenwärtigen Zeitungen sagen ja selbst, daß sie ihren Kontrollauftrag nicht (mehr?) erfüllen können.
So, wie es jetzt ist, hat es wenig Niveau, erfüllt seinen Auftrag nicht und ist auch nicht politisch unabhängig.
Das wäre jedoch sehr wichtig, dafür müßte das ganze System unabhängig von Inhalten eine begrenzte Summe Geld bekommen, der Inhalt ganz den Redakteuren überlassen bleiben und ein vielköpfiger Ethikrat regelmäßig die Inhalte kommentieren. Auch für Leser/Hörer/Zuschauer muß ein uneingeschränkter Raum für Kommentare und Bewertungen zur Verfügung stehen. Diese Struktur könnte in eine zeitgemäße Richtung entwickelt werden.
Ich halte es für eine Perversion, das die GEZ Gebühren für PCs zu erheben. Wozu sollten wir extra für Medien von Politikers Gnaden (Siehe Koch / ZDF) auch noch bezahlen? Wenn es denn freie unabhängige Medien wären könnte man sich das ja nochmals überlegen - aber so ist es eine Frechheit.
die GEZ endlich ab!
Ich finde die Begründung zur von GEZ Seite her, wenn ein Gerät TV empfangen kann ist es gebührenpflichtig als sehr gewagt.
Mit modernen Methoden ist der Auschluss von nicht Gebührenzahlern technisch einfach machbar.
Ich würde eine Verschlüsselung von ARD/ZDF und Rest vorschlagen um somit eine TV Gebühr auf Mobilfunkgeräte/Computer mit TV Empfangsmöglichkeit zu verhindern.
Die Privaten machen dies schon seit Jahren so (sie Premiere alias Sky).
Augenblicklich ist der einzige Bereich wo nicht 100 % der Benutzer digitals Fernsehen besitzen der Kabel-Bereich. Aber auch hier wird sich dies in Zukunft ändern.
Verbunden damit müssen natürlich Logins auf den Onlineseiten von ARD/ZDF etc. sein damit nur GEZ Zahler auf das Programm Online zugreifen können (Streams,DLC, etc.).
Im Radiobereich ist dies leider nicht ohne weiteres möglich, da DAB sich nicht wirklich durchgesetzt hat. Dadurch scheitert oben genanntes Prinzip, da eine Verschlüsselung nicht möglich ist.
Auch die Entlassung von Herrn Brender aufgrund "schlechter Quoten" empfinde ich als bedenklich. Im GG ist der öffentlich rechtliche Rundfunk als Informationsmedium verankert nicht als Quotenbringer.
Diese Zwangsabgabe empfinde ich insgesamt als unfairen Wettbewerbsvorteil gegenüber den privaten Fernsehsendern.
Auch kritisiere ich die Kostenkontrolle bei den öffentlich Rechtlichen. In einem Privatabo hätte ich die GEZ schon längst gekündigt bei diesen Erhöhungen, ohne das gute Gegenleistung geliefert wird.
Mag das kleine Mädchen aus dem GEZ-Spot noch so niedlich, so blond und jung sein, es ändert nichts daran, dass man ihrer Aussage "Ich bezahle ja auch meine Brötchen, die beim Bäcker bekomme" entgegenhalten möchte: Sicherlich, aber der Bäcker berechnet mir auch nur die Brötchen, die ich tatsächlich bestellt habe und die ich dann tatsächlich mit nach Hause nehme. Aber so ist es nicht im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Dort bezahlt man für ein Produkt, unabhängig davon, ob man das Produkt tatsächlich konsumiert. Dies ist gerade bei der geplanten Gebührenerhebung für PCs besonders brisant. Der Grund, warum man auch für internetfähige PCs (das sind: alle PCs) GEZ-Gebühren zahlen muss, ist, dass die ö.-r. Sender ihr Angebot im Internet frei zugänglich anbieten. Wie einfach wäre es, den Zugang zu diesem Online-Angebot zu reglementieren. Jeder Gebührenzahler könnte mit der Rechnung ein Passwort erhalten, mit dem er das Online-Angebot nutzen kann. Wer nicht bezhalt, kann auch nicht nutzen oder andersherum: Wer nicht nutzt, braucht auch nichts zu bezahlen. Dieser Weg wäre einfach und gerecht. Dass darüber nicht diskutiert wird, erweckt den Anschein, dass die infrage stehende Sache nicht die gerechte und angemessene Gebührenerhebung ist, sondern die möglichst umfassende Gebührenerhebung.
Die Sache mit dem Bäcker hat leider einen Haken. Nehmen wir mal an, ZDF und ARD würden tatsächlich den ganzen Tag informatives, spannendes, anspruchsvolles Bildungs- und Kulturfernsehen bringen. Nun können Sie sagen "ich schaue das nicht" (weil Sie vielleicht andere Quellen, meinetwegen zeit.de und das lokale Theater lieber mögen). Dann würden Sie die Brötchen nicht kaufen. Aber trotzdem haben Sie doch sicher ein Interesse daran, dass es sowas wie einen Bäcker überhaupt gibt, oder? Schliesslich sollen, ja, müssen die Menschen in diesem Land die Möglichkeit haben, genugend geistige "Nahrung" zu bekommen, wenn sie sie wollen. Ehe ich mich jetzt in diesem Gleichniss verrenne, nochmal anders gesagt: natürlich brauchen wir wirtschafts- und politikunabhängige Medien, natürlich brauchen wir Medien, die ihr Programm nach Bildungs-, Informations- und Kulturbedürfnissen und nicht nach Quote ausrichten. Die Tatsache, dass einzelne das nicht konsumieren wollen (aus welcher Motivation auch immer), spielt überhaupt keine Rolle. Das Problem im Moment ist doch vielmehr, dass die ÖR genau diesem Bedarf und den wesentlichen Anforderungen (Unabhängigkeit von Quote und Lobbyismus) nicht (mehr?) nachkommen.
Die Sache mit dem Bäcker hat leider einen Haken. Nehmen wir mal an, ZDF und ARD würden tatsächlich den ganzen Tag informatives, spannendes, anspruchsvolles Bildungs- und Kulturfernsehen bringen. Nun können Sie sagen "ich schaue das nicht" (weil Sie vielleicht andere Quellen, meinetwegen zeit.de und das lokale Theater lieber mögen). Dann würden Sie die Brötchen nicht kaufen. Aber trotzdem haben Sie doch sicher ein Interesse daran, dass es sowas wie einen Bäcker überhaupt gibt, oder? Schliesslich sollen, ja, müssen die Menschen in diesem Land die Möglichkeit haben, genugend geistige "Nahrung" zu bekommen, wenn sie sie wollen. Ehe ich mich jetzt in diesem Gleichniss verrenne, nochmal anders gesagt: natürlich brauchen wir wirtschafts- und politikunabhängige Medien, natürlich brauchen wir Medien, die ihr Programm nach Bildungs-, Informations- und Kulturbedürfnissen und nicht nach Quote ausrichten. Die Tatsache, dass einzelne das nicht konsumieren wollen (aus welcher Motivation auch immer), spielt überhaupt keine Rolle. Das Problem im Moment ist doch vielmehr, dass die ÖR genau diesem Bedarf und den wesentlichen Anforderungen (Unabhängigkeit von Quote und Lobbyismus) nicht (mehr?) nachkommen.
Der Versorgungsauftrag wird durch die Ausstrahlung im terrestrischen Bereich erfüllt. Wenn die ÖR ungefragt mit ihrem Content ein internationales Computernetzwerk infiltrieren, müssen sie es mit einem Zugangsschutz mit Benutzernamen und Passwort absperren, wenn sie Geld dafür kassieren wollen. Sehen dürfen das Programm dann nur die GEZ-Zahler. Diesen Zugangsschutz schafft auch jede drittklassige Pornowebsite. Aber nein - das wird nicht gemacht. Denn es geht tatsächlich ja nur um Abzocke.
Die Sache mit dem Bäcker hat leider einen Haken. Nehmen wir mal an, ZDF und ARD würden tatsächlich den ganzen Tag informatives, spannendes, anspruchsvolles Bildungs- und Kulturfernsehen bringen. Nun können Sie sagen "ich schaue das nicht" (weil Sie vielleicht andere Quellen, meinetwegen zeit.de und das lokale Theater lieber mögen). Dann würden Sie die Brötchen nicht kaufen. Aber trotzdem haben Sie doch sicher ein Interesse daran, dass es sowas wie einen Bäcker überhaupt gibt, oder? Schliesslich sollen, ja, müssen die Menschen in diesem Land die Möglichkeit haben, genugend geistige "Nahrung" zu bekommen, wenn sie sie wollen. Ehe ich mich jetzt in diesem Gleichniss verrenne, nochmal anders gesagt: natürlich brauchen wir wirtschafts- und politikunabhängige Medien, natürlich brauchen wir Medien, die ihr Programm nach Bildungs-, Informations- und Kulturbedürfnissen und nicht nach Quote ausrichten. Die Tatsache, dass einzelne das nicht konsumieren wollen (aus welcher Motivation auch immer), spielt überhaupt keine Rolle. Das Problem im Moment ist doch vielmehr, dass die ÖR genau diesem Bedarf und den wesentlichen Anforderungen (Unabhängigkeit von Quote und Lobbyismus) nicht (mehr?) nachkommen.
Wenn ich keine Brötchen esse, um bei dem Beispiel zu bleiben, welches interesse habe ich dann an der Existenz einer Bäckerei? Richtig, keine! Um die Existenz von Bäckereien sollen sich die kümmern, die Brötchen kaufen wollen!
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Kommentar 7 trifft's genau!
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Was die Forderungen nach "GEZtapo abschaffen" betrifft - klar, besser gestern als heute, ist aber in etwa so realistisch wie die Heiligsprechung Osama bin Ladens durch den Pabst...
Oder glaubt irgendjemand ernsthaft daran, dass die Politiker ihre "Versorgungsanstalt für Ausgemusterte" freiwillig aufgibt???
Wenn ich keine Brötchen esse, um bei dem Beispiel zu bleiben, welches interesse habe ich dann an der Existenz einer Bäckerei? Richtig, keine! Um die Existenz von Bäckereien sollen sich die kümmern, die Brötchen kaufen wollen!
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Kommentar 7 trifft's genau!
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Was die Forderungen nach "GEZtapo abschaffen" betrifft - klar, besser gestern als heute, ist aber in etwa so realistisch wie die Heiligsprechung Osama bin Ladens durch den Pabst...
Oder glaubt irgendjemand ernsthaft daran, dass die Politiker ihre "Versorgungsanstalt für Ausgemusterte" freiwillig aufgibt???
Die ÖR schaffen immer weniger den Spagat zwischen Anspruchs- und Volksfernsehen. Denn das Volk (zumindest im Netz) will Soaps - wie die heutigen TOP 20 der ARD-Mediathek zeigen (ausschließlich Sturm der Liebe, Verbotene Liebe, Marienhof, Geld.Macht.Liebe, Rote Rosen). Man findet jedoch auch echte journalistische Formate - wenngleich unter ferner liefen. Die ÖR decken damit aber eine Bandbreite ab, die es jedem(!) erlaubt, ausreichend Sendungen zu finden, die das Gebührengeld nicht wert sind. Darf man nun so arrogant sein und Serienjunkies erzählen sie vergeuden den ganzen Tag ihre Zeit? Die ganze Diskussion driftet doch schon wieder in eine Programmdiskussion der ÖR ab, obwohl es eigentlich gar nicht das Thema ist. Denn die Frage ist doch, ob GEZ und GEMA überhaupt noch zeitgemäß sind. Beide wurden geschaffen, als öffentlich-rechtliches Radio und Fernsehen quasi konkurrenzlos waren. Meines Erachtens sind beide Systeme hoffnungslos überholt. Man müsste endlich fundiert und mit Nachdruck über eine Kulturflatrate nachdenken, die nebenbei auch das "Problem" der Raubkopien lösen würden. Dabei wäre wichtig ein möglichst einfaches System zu installieren, welches die Gelder transparent, nachvollziehbar und gerecht an Künstler und Sender verteilt. Eine Weiterführung und Ausdehnung des bisherigen Systems wäre ein Schlag ins Gesicht der modernen Informationsgesellschaft und würde das restliche verbliebene Vertrauen in die Medienkompetenz der handelnden Politiker gänzlich ruinieren.
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