Cebit 2010 Das intelligente HausSeite 2/2

Um die alltägliche Vernetzung in der Wohnung anzutreiben, haben Hersteller, Energieversorger und Forschungseinrichtungen im Juni 2009 den Verein Connected Living mit Sitz in Berlin gegründet. Dazu gehören unter anderem Cisco, die Deutsche Telekom, Miele und Vattenfall. Weitere Firmen sollen hinzukommen.

Connected-Living-Geschäftsführer Yusuf Özcelik sagte in Hannover: "Wir wurden mit acht Partnern gegründet. Der Anstieg auf 26 Firmen zeigt, wie relevant heute das Thema Heimvernetzung für die Industrie ist." Wichtig ist ein Verbund vor allem daher, um sich auf einen gemeinsamen Standard zu einigen. Denn bis dato existieren überwiegend Insellösungen. Ziel des Vereins ist es demnach, branchenübergreifende Lösungen zu entwickeln.

In Hannover zeigt der Verein zum Beispiel, wie das Haus der Zukunft aussehen könnte. Herzstück ist – anders als zu erwarten – kein Betriebssystem, sondern eine Schaltzentrale, die die Hausbewohner über den Fernsehbildschirm bedienen. Die optisch an eine übersichtlich gestaltete Website erinnernde Plattform verwaltet sämtliche Geräte. "Dabei unterstützen digitale Assistenten den Nutzer in jedem Lebensbereich", erklärt Özcelik. So gehört etwa zum Fitnessraum ein Gesundheitsassistent, der den Trainingsfortschritt aufzeichnet und gegebenenfalls zusätzlich Ernährungstipps gibt. Diese Daten werden dann an die Applikation in der Küche übermittelt.

Einen ähnlichen Ansatz verfolgt derweil Microsoft. Auf der Cebit hat das Unternehmen ein digitales Klassenzimmer innerhalb eines Glaspavillons aufgebaut. "Wir zeigen, wie moderne Technologien dazu beitragen, die Grenzen des herkömmlichen Klassenzimmers zu überwinden", sagt Henrik Tesch, der bei Microsoft das gesellschaftliche Engagement verantwortet. Im Rahmen des Physikunterrichts, in dem ein Lehrer gerade das Thema Astronomie behandelt, ist zum Beispiel eine Schaltung zur Sternwarte auf der kanarischen Insel La Palma möglich. Der dortige Astronom hält dann die Unterrichtsstunde via Videokonferenz.

Anwendungsbeispiele gibt es folglich allerhand. Wie sehr die Ansätze unser Leben in diesem Jahrzehnt durchdringen werden, bleibt allerdings abzuwarten. Von Spielereien sollte man dennoch nicht sprechen. Schon allein deshalb nicht, weil die Technik bereits darauf ausgelegt ist, dem Menschen zusätzlich aufzuzeigen, wo er Strom sparen kann. Und das kommt allen zugute – auch der Umwelt. Oder wollen wir auch damit warten, bis das intelligente Haus von der Stange kommt?
 

 
Leser-Kommentare
  1. 25% unserer Mitbürger haben kein DSL oder ähnliches, das ist die Realität. Außerdem ist vieles im Datenverkehr so unsicher, daß man sich gut überlegen sollte, ob man wirklich noch mehr Daten aus dem Leben übertragen sollte. Wo ein Angebot ist, ist der Dieb nicht weit.

    Eine weitere Realität ist: ca. 30% der Surfer sind mit veralteten Browsern unterwegs, Internet Explorer 6 z.B. der 10 Jahre alt ist und seit vielen Jahren nicht mehr Sicherheits-unterstützt wird. Es ist nicht weit her mit der allgemeinen Technisierung, von den Freaks abgesehen. Die meisten Menschen wollen es einfacher, nicht komplizierter.

  2. Ich denke, es kommt darauf an, wie einfach und intuitiv die Loesung ist, dann kann auch ein intelligentes Haus eine Hilfe sein.

  3. 3. horror

    Die ersten horrorfilme zum thema "Computer-Haus macht sich selbstständig und tötet Bewohner" gab es schon vor jahren. Also ich fönd sowas gruselig und garnicht wünschenswert.

  4. 4. bizarr

    Auf der einen Seite gibt es nicht genug Kita Plätze und auf der anderen Seite wird von ViKo-Anlagen in Klassenzimmern berichtet, die in der Anschaffung weit über 50.000 Euro kosten.

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