Noch stärker Richtung Infantilisierung geht eine weitere, nicht zufällig ebenfalls von einem Japaner erdachte Installation namens Garden . Kohei Asano fordert die Besucher auf, in einer Sandkiste aus Papierschnipseln mit Unbekannten herumzutollen und die Schnipsel freudig in die Luft zu werfen. Der Künstler belohnt sein Publikum dafür mit einem lichtinstallierten Blumenmeer.

Das Nemo Observatorium schließlich, das den Besucher im Auge des Sturms Platz nehmen lässt (er wird dort von wilden Styroporkugeln umweht) um ihm zu bedeuten, dass es auch im Orkan einen gelassenen Beobachterposten gibt, scheint als Kommentar zur aktuellen Krise dann doch allzu beruhigend, fast falsch.

Indes: Alle Werke sind schon einmal auf der Ars Electronic gezeigt und viele auch prämiert worden. Sie sind es weniger selbst, als ihre hier versammelte Auswahl, die das ganze deutlich zu gefällig erscheinen lassen.

Der künstlerische Leiter der Ars Electronica, Gerfried Stocker, sprach anlässlich der Eröffnung davon, dass Linz als Zentrum der Medienkunst dazu beigetragen haben mag, dass man hier so großartige Werke versammeln durfte. "Es wäre ansonsten nicht so einfach, etablierte Künstler zu bekommen – zu Konditionen, die weit unter denen anderer Ausstellungen liegen." Fragt sich, was Künstler und Ars Electronica sich genau von der Kooperation versprechen, wenn es noch nicht einmal das Geld ist. Und ob der Anspruch der Ars Electronica durch derartige Kooperationen nicht doch verwässert wird. "Ars Electronica interessiert sich für die weitreichenden kulturellen und gesellschaftlichen Folgewirkungen eines immer rasanteren technologischen Fortschritts", heißt es etwa auf der Startseite.

Auch wenn davon bei der Volkswagen Ausstellung nicht viel zu sehen ist, dem Publikum jedenfalls gefällt es. Und dass derjenige, der das Geld gibt, auch entscheidet, was gezeigt wird, ja sogar, was überhaupt Kunst genannt werden soll, das ist ja auch nix Neues. Der Hauptsponsor der Tate Gallery ist übrigens der BP Konzern.