Soziale Netzwerke Wie Netzdokumente aufklären helfenSeite 2/2

Und es stellt sich die Frage, ob Polizei und Staatsanwaltschaft sich diese große Fundgrube an Aussagen (die selbstverständlich überprüft werden müssen) bei den Ermittlungen zunutze macht. Ein Sprecher der Duisburger Polizei sagte dazu ZEIT ONLINE: "Natürlich versuchen wir, das vorhandene Material zu sammeln und zu sichern. Das ist ja teilweise auch ermittlungsrelevant. Auch die Staatsanwaltschaft, die ja Herrin des Verfahrens ist, wird da den einen oder anderen Schluss daraus ziehen." Man hoffe, dass einem keine Information durch die Lappen gehe. "Das ist ja ein unglaublicher Wust."

Zur Idee, eine zentrale Sammelstelle für alle Dokumente einzurichten, sagte der Sprecher: Dies sein ein Gedanke, der durchaus einen gewissen Charme habe. "Ob es dazu Pläne gibt, entzieht sich meiner Kenntnis. Wir hoffen jedenfalls, dass die Daten noch eine Weile im Netz abgreifbar sein werden", sagte er.

Schon im Vorfeld der Loveparade hatten etliche Internetnutzer vor den Sicherheitsrisiken des Großereignisses gewarnt . Doch so oft diese Warnungen ("ich sehe schon Tote") jetzt zitiert wurden, so wenig fanden sie vor dem Unglück Beachtung.

An der sozialen Funktion von Twitter gibt es indes keine Zweifel. Wie die bereits erwähnte "Twittersüchtige" in "Mehr als nur eine Kommunikationsplattform " schreibt:  " Auch auf die Frage, was passiert sei, bekam ich zahlreiche Antworten und super viele liebe Tweets und DMs mit Ratschlägen, was ich wie tun sollte, um a) wegzukommen und b) mich zu beruhigen ... ich bin noch immer total gerührt von dieser Unterstützung ."

 
Leser-Kommentare
  1. Es ist ja auch noch nicht geklärt, wieviele Besucher tatsächlich auf der Love-Parade waren. Jedes Handy versuchs sich doch an den umliegenden Sendemasten in der Netz-Zelle "einzuwählen". Wäre es nicht möglich anhand von diesen Einwahl-Versuchen unterschiedlicher SIM-Karten die ungefähre Besucherzahl zu bestimmen? Irgendwo werden diese Daten doch gespeichert. Da man davon ausgehen kann, dass ungefähr jeder Besucher ein Handy dabei hatte, könnte man doch so auf eine verläßlichere Zahl als die 105.000 Besucher kommen...

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    • Hany
    • 27.07.2010 um 1:12 Uhr

    Dein Gedanke ist zwar gut, aber nicht umsetzbar. Pro Zelle können sich im GSM Netz ca. 7 Teilnehmer anmelden (TDD=Zeitschlitzverfahren), jeder weiterer Teilnehmer wird erst gar nicht von der BS (Basisstation) aufgenommen.

    Das Handy versucht eine gewisse Anzahl (je nachdem wieviel Versuche programmiert bzw. festgelegt wurden), sich an der Basis anzumelden. Nach dem X Versuch, wird der Vorgang abgebrochen und ein Fehler (sichtbar oder nicht), wird ausgegeben (am Handy).

    Die BS hat von den Versuchen nichts mitbekommen... Dieses wird der Basis beim nächsten Empfang (auch Aus- u. Einschalten des Handys), auch nicht übertragen... Man könnte noch weiter ausholen (Eigenstörung = Handy stört Handy) aber lassen wir das mal...

    • Hany
    • 27.07.2010 um 1:12 Uhr

    Dein Gedanke ist zwar gut, aber nicht umsetzbar. Pro Zelle können sich im GSM Netz ca. 7 Teilnehmer anmelden (TDD=Zeitschlitzverfahren), jeder weiterer Teilnehmer wird erst gar nicht von der BS (Basisstation) aufgenommen.

    Das Handy versucht eine gewisse Anzahl (je nachdem wieviel Versuche programmiert bzw. festgelegt wurden), sich an der Basis anzumelden. Nach dem X Versuch, wird der Vorgang abgebrochen und ein Fehler (sichtbar oder nicht), wird ausgegeben (am Handy).

    Die BS hat von den Versuchen nichts mitbekommen... Dieses wird der Basis beim nächsten Empfang (auch Aus- u. Einschalten des Handys), auch nicht übertragen... Man könnte noch weiter ausholen (Eigenstörung = Handy stört Handy) aber lassen wir das mal...

    • hdz
    • 26.07.2010 um 16:43 Uhr

    Ganz sicher haben Social Media eine wichtige Rolle am Tag des Unglücks gespielt (Information, Dokumentation, ...) - und spielen sie noch. Wie Twitter in Notlagen helfen kann, habe ich selbst in einem viel weniger drastischen Zusammenhang erlebt und dokumentiert: http://goo.gl/T0m5

    Man darf aber auch nicht verkennen, dass z.B. am Samstagabend über Twitter auch eine grosse Menge wirklich blödes und wirres und kaum hilfreiches Zeug verbreitet wurde, genauso wie seitdem in Blogs und Kommentaren.

    Und auch findet man natürlich Aussagen von Teilnehmern wie "die Loveparade war super organisiert" - bei der Suche nach den Ursachen wurde diese - sicher unbeabsichtigt - bisher ausgeblendet.

    Twitter & Co sind eben soziale Mediem und damit auch Abbild der Gesellschaft! Mit allen Höhen und Tiefen!

  2. Twitter-Suche #loveparade - http://twitter.com/#searc...

    LoveParade-Counter - http://www.loveparaderave...

    • Hany
    • 27.07.2010 um 1:12 Uhr

    Dein Gedanke ist zwar gut, aber nicht umsetzbar. Pro Zelle können sich im GSM Netz ca. 7 Teilnehmer anmelden (TDD=Zeitschlitzverfahren), jeder weiterer Teilnehmer wird erst gar nicht von der BS (Basisstation) aufgenommen.

    Das Handy versucht eine gewisse Anzahl (je nachdem wieviel Versuche programmiert bzw. festgelegt wurden), sich an der Basis anzumelden. Nach dem X Versuch, wird der Vorgang abgebrochen und ein Fehler (sichtbar oder nicht), wird ausgegeben (am Handy).

    Die BS hat von den Versuchen nichts mitbekommen... Dieses wird der Basis beim nächsten Empfang (auch Aus- u. Einschalten des Handys), auch nicht übertragen... Man könnte noch weiter ausholen (Eigenstörung = Handy stört Handy) aber lassen wir das mal...

  3. Auf Wunsch des Lesers entfernt. Die Redaktion/sh

  4. Es gibt einen unmittelbaren Vorteil der Bilder: die am Wochenende vielfach getätigte Aussage der Verwaltung, es sei genügend Platz gewesen und die Leute seien die Treppe hoch, um schneller zum Festival zu gelangen (und nicht etwa aus Todesangst, seien folglich selbst schuld), ist widerlegt, für jeden sichtbar und ohne Grundlage für weitere Diskussion (man sieht ja sogar, wie Polizisten den Menschen bei der Flucht über die Treppe helfen).

    Das ist, abseits von einer juristischen Wahrheitsfindung, nicht zu unterschätzen: die Bevölkerung hat sich ein allgemeines Urteil über die politisch Verantwortlichen und die Veranstalter bilden können, und das schnell (anders als bei der Hillsborough-Katastrophe, wo Medien und Bevölkerung zunächst der Irreführung der Polizei glaubten, die Opfer seien selbst schuld, da betrunken, aggressiv...)

    Wer die Schuld in Duisburg konkret trägt, wird sich schwerer aufklären lassen. Im WDR hieß es gestern, die Polizei sei nur bis zum Beginn des Tunnels zuständig gewesen. An der Rampe standen dann Ordnungskräfte und/oder Polizisten. Haben die kommuniziert? Wieso kam es dann zu dieser Überfüllung? Und wer trägt dann die Verantwortung? Die Ordner? Veranstalter? Doch die Polizei? Hätte die überhaupt Leute in den Tunnel lassen dürfen bei unübersichtlicher Lage? usw. Das wird minitiös ausgewertet müssen, und zwar juristisch, wo Schuld/Verantwortung sehr differenziert gesehen wird und Zeugenaussagen/Videos maximal Aussagen bestätigen oder widersprechen können.

  5. Es ist wieder sehr seltsam warum die Zeit hier aus Blogs zetiert die einfach ohne jegliches Fachwissen zum Beispiel der Polizei die Schuld geben.

    " Hier ist zum Beispiel von "Polizeiversagen" die Rede "

    In dem Beitrag wird es so dargestellt als ob die Polizei die Veranstaltung gurchgeführt hätte. Es wird bemänfgelt, dass seitens der Polizei keine Beschilderung durchgeführt wurde. Weiterhin hätte die Polizei die Menge von Anfang an mit Durchsagen leiten sollen.

    Jedem Menschen sollte klar sein, dass dies die Aufgabe des Veranstalters ist und nicht die der Polizei. Ob die Polizei die Gefährlichkeit der Lage unter Umständen früher hätte erkennen können um so notwendige Maßnahmen einzuleiten mag sein und wird sicherlich geprüft. Das die Zeit solche Artikel einfach zitiert ist für mich Stimmungsmache gegen die Polizei. Was auch immer sich die Autoren davon versprechen.

  6. Ich versuche, Videos, Bilder und Berichte ein bisschen strukturiert zu sammeln:

    http://loveparade2010doku...

    u.a. mit einer Google Karte, Zeitlisten, Zusammenfassung von Augenzeugenberichten, u.ä.

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