Laserdrucker Gesünder drucken mit Soja statt Erdöl
Soja-Patronen für Laserdrucker sollen weniger gesundheitsschädlich, günstiger und umweltfreundlicher sein. Allerdings gibt es in Europa bislang noch wenige Bezugsquellen.
© Ted Aljibe/AFP/Getty Images

Die Soja-Bohne als Energiequelle hat einige Vorteile, wenngleich auch ihr Anbau Energie kostet
Einig sind sich die Wissenschaftler zwar nicht, wie schädlich die Emissionen sind, die von Laserdruckern tatsächlich ausgehen. Und es ist auch immer noch nicht geklärt, ob sie tatsächlich Ursache für Krankheiten wie Krebs sind. Aber dass den mit Erdöl hergestellten Toner-Kartuschen ungesunde Gase wie Benzol und Toluol entweichen, kann als gesichert angesehen werden .
Ökoanbieter setzen daher neuerdings auf Toner, die aus Sojabohnen hergestellt werden.
Das Bundesinstitut für Risikobwertung war in einer Studie aus dem Jahr 2008 zu dem Ergebnis gekommen, dass während des Druckens gesundheitlich bedenkliche Mengen an sogenannten flüchtigen organischen Kohlenwasserstoffen freigesetzt würden. Wer Filter einsetze, könne diese Werte immerhin auf eine akzeptable Größe reduzieren, glaubte das Institut. Es riet zu Sicherheitsmaßnahmen, wie etwa, dass die Drucker in Firmen in abgeschlossenen Räumen aufzustellen seien.
In einer neuen Studie der Freiburger Uniklinik heißt es nun, dass durch Laserdrucker "prinzipiell und signifikant gentoxische Effekte in humanen Zielzellen induziert werden können." Weitere Studien an Probanden sollen folgen. "In Studien an Mitarbeitern in Copyshops in Indien konnte man bereits DNA-Schäden in Zellen der Mundschleimhaut nachweisen", sagt Studienautor Richard Gminski.
Der Vorteil pflanzlicher Druckerpatronen: In ihnen sind diese Gifte gar nicht erst enthalten. Nach Angaben der Herstellerfirma PRC Technologie, die sich auf Soja-Tinte spezialisiert hat, laufen derzeit Prüfungen, ob aus den Soja-Tonern andere Stoffe entweichen, die gesundheitsschädlich sein könnten. Das Feinstaub-Problem etwa lösen wohl auch die Bio-Toner nicht.
Dafür haben sie weitere Vorteile: Sie belasten nämlich die Umwelt weniger stark. Allein in Deutschland werden jedes Jahr acht Millionen Tonerkartuschen verwendet. Und in einer üblichen Kartusche stecken bis zu drei Liter Erdöl.
Die Soja-Pflanzen von PRC Technologie werden zudem ausschließlich auf Feldern in den USA angebaut, sind also zumindest über den Verdacht erhaben, den Regenwald zu verdrängen. Und weil sie aus einem nachwachsenden Rohstoff hergestellt werden, sind sie auch noch um bis zu zwanzig Prozent günstiger als Standard-Patronen.
Und wie steht es um die Qualität? Beim Drucken sorgen die kleinen Harzpartikel aus dem Erdöl normalerweise dafür, dass die Farbe auf dem Papier hält. Das gelingt den Soja-Ölen mindestens genauso gut: Die Druckqualität fällt anscheinend nicht einen Deut schlechter aus. In den USA hat man damit schon Erfahrung, weil bereits viele große Verlage aus Kostengründen umgestiegen sind auf den Soja-Druck, und von dort ist auch zu hören , dass die Farbqualität dadurch sogar gestiegen sei.
Bislang gibt es allerdings nur wenige Anbieter und Kartuschen längst nicht für alle Druckermodelle.
- Datum 09.07.2010 - 14:58 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Sehr interessant, danke für diesen Artikel. Ich hatte vor knapp zwei Jahren in der c't und auf Arstechnica von Bemühungen in diesem Bereich gelesen, leider hatte ich seither nichts mehr darüber gehört.
Nun interessiert mich, wann diese Kartuschen für meinen Drucker verfügbar sein werden.
Hallo Mangochutney,
für Tintenstrahldrucker gibt es wohl noch nix, soweit ich weiß. (Im Fall von Laserdruckern gibt es Angebote für ein paar Standard-Modelle, ich will hier nicht für eine konkrete Firma werben... im Zweifel mal im Netz suchen) Und wenn ich das richtig verstehe, suchen die hier auch noch Vertriebspartner: http://soyprint.net/purch...
Vielleicht einfach ins Soja-Druckertinten-Geschäft einsteigen?! :-)
LG, Tina Klopp
Hallo Frau Klopp,
die Bildunterschrift "Die Soja-Bohne als Energiequelle hat einige Vorteile, wenngleich auch ihr Anbau Energie kostet" (Text vom 10.07.2010) passt überhaupt nicht zum Thema!
Besser wäre ja wohl: "Die Soja-Bohne als Rohstoffquelle für Toner mit geringeren Gesundheitsgefahren." oder so ähnlich.
Ihre Anmerkung (#2) auf den Kommemtar #1 von Mangochutney verstehe ich nicht. Tintenstrahl-Drucker und Laserdrucker sind vollkommen unterschiedliche Technologien.
So wie ich es verstehe, wird bei der neuen Tehnologie das Tonerpulver, das in herkömmlichen Tonerkartuschen verwendet wird, durch Tonerpulver aus Sojabohnen ersetzt.
[Zitat aus http://soyprint.net/susta... ;
"What is Sustainable Printing?
...The Sustainable Printing Program incorporates the entire printing process. It starts with high quality, compatible SoyPrint™ toner cartridges using toner powder derived from soybeans instead of oil."]
Diese Aussage sagt aber noch nichts darüber aus, welche anderen Stoffe aus Erdöl im "Soja-Toner" enthalten sind.
Toner sind ein ziemlich komplexes (=ganz viele verschiedene Bestandteile) Stoffgemisch. Siehe dzu auch: http://de.wikipedia.org/w...
Ob also der "Soja-Toner" wirklich umweltfreundlicher ist, hängt auch von den vielen anderen Hilfsstofen ab, die drin sind und wie sich diese alle zusammen beim Druckprozess (=thermisches Fixieren auf dem Papier) verhalten.
Endgültige Klarheit kann nur eine genaue chemisch-physikalische Untersuchung der "Abgase" des Druckers beim Druckprozess bringen. Und darüber steht auf der Internetseite von SoyPrint leider nichts.
Hallo Frau Klopp,
die Bildunterschrift "Die Soja-Bohne als Energiequelle hat einige Vorteile, wenngleich auch ihr Anbau Energie kostet" (Text vom 10.07.2010) passt überhaupt nicht zum Thema!
Besser wäre ja wohl: "Die Soja-Bohne als Rohstoffquelle für Toner mit geringeren Gesundheitsgefahren." oder so ähnlich.
Ihre Anmerkung (#2) auf den Kommemtar #1 von Mangochutney verstehe ich nicht. Tintenstrahl-Drucker und Laserdrucker sind vollkommen unterschiedliche Technologien.
So wie ich es verstehe, wird bei der neuen Tehnologie das Tonerpulver, das in herkömmlichen Tonerkartuschen verwendet wird, durch Tonerpulver aus Sojabohnen ersetzt.
[Zitat aus http://soyprint.net/susta... ;
"What is Sustainable Printing?
...The Sustainable Printing Program incorporates the entire printing process. It starts with high quality, compatible SoyPrint™ toner cartridges using toner powder derived from soybeans instead of oil."]
Diese Aussage sagt aber noch nichts darüber aus, welche anderen Stoffe aus Erdöl im "Soja-Toner" enthalten sind.
Toner sind ein ziemlich komplexes (=ganz viele verschiedene Bestandteile) Stoffgemisch. Siehe dzu auch: http://de.wikipedia.org/w...
Ob also der "Soja-Toner" wirklich umweltfreundlicher ist, hängt auch von den vielen anderen Hilfsstofen ab, die drin sind und wie sich diese alle zusammen beim Druckprozess (=thermisches Fixieren auf dem Papier) verhalten.
Endgültige Klarheit kann nur eine genaue chemisch-physikalische Untersuchung der "Abgase" des Druckers beim Druckprozess bringen. Und darüber steht auf der Internetseite von SoyPrint leider nichts.
wundert sich noch jemand wirklich über steigende Krankheitskosten und abnehmende Widerstandskraft? - Warum nur dürfen erst einmal allüberall an allen Lebewesen Gifte bis zum Überdruß erprobt werden - und wer dann kank wird, hat noch selber Schuld und darf zusätzlich in seine ziemlich blanke Tasche greifen!? - Wer kennt die Spätfolgen?
...vor allem für die Menschen, die täglich ums Überleben kämpfen müssen, weil sie nichts zu essen haben. Ich frage mich gerade, wie ich wohl reagieren würde, wenn ich vor Hunger kaum laufen könnte. Achja, dann würde ich Lebensmittel in den Tank kippen, und schon könnte ich fahren.
Ich denke, zumindest momentan noch, es gibt genug Nahrungsmittel um jeden ernähren zu können, das Problem ist eher die Verteilung. Hier werden tonnenweise gute Lebensmittel weggeworfen, an denen es woanders mangelt.
Ich denke, zumindest momentan noch, es gibt genug Nahrungsmittel um jeden ernähren zu können, das Problem ist eher die Verteilung. Hier werden tonnenweise gute Lebensmittel weggeworfen, an denen es woanders mangelt.
Ich denke, zumindest momentan noch, es gibt genug Nahrungsmittel um jeden ernähren zu können, das Problem ist eher die Verteilung. Hier werden tonnenweise gute Lebensmittel weggeworfen, an denen es woanders mangelt.
Das Video über Monsanto ist echt empfehlenswert. Die Welt ist schon verseucht von transgenen Nahrungsmitteln, viel "natürlichen" Soja und Mais und wenn das so weiter geht überhaupt irgendwelchen Nahrungsmitteln wird es bald nicht mehr geben. Ich frag mich wo das enden soll, die Menschheit bringt sich so selber um, deutlich schneller als es durch einen Klimawandel überhaupt möglich wäre.
Das Video über Monsanto ist echt empfehlenswert. Die Welt ist schon verseucht von transgenen Nahrungsmitteln, viel "natürlichen" Soja und Mais und wenn das so weiter geht überhaupt irgendwelchen Nahrungsmitteln wird es bald nicht mehr geben. Ich frag mich wo das enden soll, die Menschheit bringt sich so selber um, deutlich schneller als es durch einen Klimawandel überhaupt möglich wäre.
Wir sollten nicht vergesse, das wir wohl mit künstlichem Verzicht nicht weiter kommen werden. Wieso also nicht SOWAS. Wir konsumieren diese Patronen, weil wir sie brauchen und leisten können und tun damit etwas gutes für die Umwelt. Viele würden deswegen bestimmt auch umsteigen, ich würde es mir auch überlegen. Billiger UND besser!
Und zu der Idee, das Menschen verhungern, wenn wir mit Soja drucken könnten. Genauso könnte ich behaupten das Menschen verhungern, weil wir soviel Tofu kaufen.
Ich wäre auch für Verpackung nur noch aus Stärke oder Milchsäure. Umweltschutz wird in Zukunft nur noch über Konsum funktionieren, wer was anderes glaubt lebt in einer Traumwelt.
Das kann es ja nun auch nicht sein.
Verrückte Welt. Für interessierte hier die Arte-Dokumentation zu Monsanto:
Monsanto - Mit Gift und Genen
Zwar etwas lang, aber zeigt sehr deutlich die Machenschaften dieses Konzerns auf, der sowohl in den USA, wie GB und auch in der EU seine "Freunde" ganz, ganz weit oben sitzen hat, die ungeprüft alles auf den Markt drücken und dafür vorgesehene Behörden ausbremst und kritische Wissenschaftler auf die Strasse wirft.
...was hat jetz denn Monsanto damit zu tun??? Es hat doch niemand etwas von round-up-ready-soja gesagt oder geschrieben. Lassen Sie doch bitte die Kirche im Dorf.
Das größte Problem der Monsanto-kritiker ist doch, das es bis auf die Machenschaften noch keine größeren Folgen durch zb. den BT-Mais gab.
...was hat jetz denn Monsanto damit zu tun??? Es hat doch niemand etwas von round-up-ready-soja gesagt oder geschrieben. Lassen Sie doch bitte die Kirche im Dorf.
Würde ich ja gerne (die Kirche im Dorf lassen). Natürlich hat niemand von "round-up-ready-soja" geschrieben - muß man ja auch nicht.
Nur leider basieren inzwischen 2/3 der Weltproduktion auf "round-up-ready-soja" - falls Ihnen das nicht bekannt sein sollte.
Das größte Problem der Monsanto-kritiker ist doch, das es bis auf die Machenschaften noch keine größeren Folgen durch zb. den BT-Mais gab.
Das ist wirklich ein riesiges Glück, das aber leider nicht mehr lange dauern wird. Anderswo gibt es durchaus deutliche Zeichen der Schädigung.
Es ist kein Problem der Monsanto-Kritiker, sondern ein Teilerfolg der Anbauverbote in Europa, die leider immer weiter aufgeweicht werden durch zu gute Beziehungsgeflechte.
Schauen Sie den Film an. Schauen Sie sich an, was in den USA geschieht, was in Südamerika und Indien.
Wir werden von Monsanto (& Co.), den Regierungen und gekauften Wissenschaftlern belogen - von vorne bis hinten - und nicht nur zu diesem Thema.
Also mir persönlich genügen die "Machenschaften", die durch den Film "Mit Gift und Genen" öffentlich wurden, um Monsanto gegenüber kritisch zu sein. Ich möchte gern hinterfragen aus welchen Sojabohnen der neue Toner hergestellt wird. Ich halte es für ziemlich wahrscheinlich, dass es round-up-ready Sojabohnen sind, wenn man sich den Weltmarktanteil ansieht. Außerdem würde ich gern wissen, ob noch mehr Regenwald weichen muss, damit wir "umweltfreundlicher" drucken. Es ist eine Crux.
...was hat jetz denn Monsanto damit zu tun??? Es hat doch niemand etwas von round-up-ready-soja gesagt oder geschrieben. Lassen Sie doch bitte die Kirche im Dorf.
Würde ich ja gerne (die Kirche im Dorf lassen). Natürlich hat niemand von "round-up-ready-soja" geschrieben - muß man ja auch nicht.
Nur leider basieren inzwischen 2/3 der Weltproduktion auf "round-up-ready-soja" - falls Ihnen das nicht bekannt sein sollte.
Das größte Problem der Monsanto-kritiker ist doch, das es bis auf die Machenschaften noch keine größeren Folgen durch zb. den BT-Mais gab.
Das ist wirklich ein riesiges Glück, das aber leider nicht mehr lange dauern wird. Anderswo gibt es durchaus deutliche Zeichen der Schädigung.
Es ist kein Problem der Monsanto-Kritiker, sondern ein Teilerfolg der Anbauverbote in Europa, die leider immer weiter aufgeweicht werden durch zu gute Beziehungsgeflechte.
Schauen Sie den Film an. Schauen Sie sich an, was in den USA geschieht, was in Südamerika und Indien.
Wir werden von Monsanto (& Co.), den Regierungen und gekauften Wissenschaftlern belogen - von vorne bis hinten - und nicht nur zu diesem Thema.
Also mir persönlich genügen die "Machenschaften", die durch den Film "Mit Gift und Genen" öffentlich wurden, um Monsanto gegenüber kritisch zu sein. Ich möchte gern hinterfragen aus welchen Sojabohnen der neue Toner hergestellt wird. Ich halte es für ziemlich wahrscheinlich, dass es round-up-ready Sojabohnen sind, wenn man sich den Weltmarktanteil ansieht. Außerdem würde ich gern wissen, ob noch mehr Regenwald weichen muss, damit wir "umweltfreundlicher" drucken. Es ist eine Crux.
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