Telefonkosten Telekom muss auf ungewöhnlich hohe Rechnungen hinweisen
Nachhaken statt kassieren: Die Telekom muss ihre Kunden über auffällig hohe Telefonrechnungen informieren. Dies, so ein Bonner Gericht, gebiete ihre Fürsorgepflicht.
5756,19 Euro für fünf Monate
Surfen im World Wide Web
? Genau diese Summe hatte die Deutsche Telekom einer jungen Kundin in Niedersachsen in Rechnung gestellt und teilweise auch vom Konto abgebucht – ohne sich über die exorbitante Höhe der Kosten zu wundern.
Nach einem Urteilsspruch des Bonner Landgerichts ist dies in Zukunft ausgeschlossen. Die Richter der 7. Zivilkammer entschieden, dass die Telekom in solchen Fällen ihre Kunden auf die
auffällig hohe Rechnung
aufmerksam machen oder sich um die Ursachen kümmern muss. Schließlich habe das Unternehmen eine Fürsorgepflicht für ihre Kunden.
In dem vorliegenden Fall waren die hohen Kosten durch eine fehlerhafte Einstellung eines neu installierten DSL-Routers entstanden, der einen ständigen Zugang zum Internet hatte und im Minutentakt abrechnete, ohne dass die Kundin das wusste. Die monatlichen Belastungen explodierten von rund 40 auf mehr als 1000 Euro.
Nach Ansicht des Bonner Gerichts hätte der Telekom das "ungewöhnliche Internetnutzungsverhalten" der Kundin auffallen müssen. Dann hätte das Unternehmen innerhalb weniger Tage reagieren müssen. Stattdessen habe die Telekom weiter kassiert. Damit habe sich das Bonner Unternehmen einer Pflichtverletzung schuldig gemacht und wurde verurteilt, die Kosten in der Gesamthöhe von rund 5300 Euro an die Kundin zurückzuerstatten.
Allerdings sah das Bonner Gericht bei der Kundin eine Mitschuld wegen nachlässigen Verhaltens. Die Frau hatte in den gesamten fünf Monaten weder die Online- Rechnungen noch ihre Kontoauszüge überprüft. Von der Gesamtsumme muss sie deshalb nun 460 Euro selbst tragen. Darin enthalten sind die tatsächlich angefallenen Telefonkosten sowie monatlich 50 Euro für eine Internet-Flatrate.
- Datum 12.08.2010 - 18:40 Uhr
- Quelle dpa
- Kommentare 15
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*Ironie an*
Wenn also mein Nutzungsverhalten in EINEM Monat völlig untypisch ist, darf mir das Telefonunternehmen eine Rechnung schicken, die mit dem Satz beginnt:
"Hinweis: Ungewöhnlich hohe Rechnung!"
Ich hatte genau das selbe Problem -allerdings war es nicht ein so hoher Betrag. Das Ergebnis ist denkbar einfach - ich bin seit einigen Jahren nicht mehr Kunde bei der Telekom.
Das Unternehmen hatte die hohen Kosten für die Internet Gebühren nicht einmal selbst versursacht, sie entstanden durch die Verwendung von Einwahlnummern von dubiosen Sub Unternehmen - aber im Ergebnis hat die Telekom jetzt trotzdem den Schaden. Ich bin kein Kunde mehr ... intelligent wäre damals doch gewesen, mich auf die hohen Kosten hinzuweisen und mir eine Flatrate anzubieten.
wird einem sämtliche Verantwortung abgenommen. Man kann quasi blind und ohne zu denken durch die Welt rennen und findet immer einen Dummen, der für die eigenen Fehler geradesteht.
Wie kann man so blöd sein, seine Kontoauszüge nicht zu kontrollieren?
Warum wurde die Bank nicht auch gleich mit verurteilt, die hätte schließlich auch merken müssen, wenn die Telekom plötzlich ungewöhnlich hohe Beträge abbucht. Ausserdem hätte doch die Bank die Kundin sicherlich vor Kontoabschluss schriftlich und per Unterschrift darauf hinweisen müssen, dass sie ihre Kontoauszüge regelmäsig zu lesen hat. Zwei Argumente, die Bank vor Gericht zu zerren und Schadenersatz zu fordern...
Diese Gesellschaft verblödet. Von Tag zu Tag mehr. Kein Wunder, dass wir bei Pisa immer schlechter abschneiden.
Ich kann der Dame uneingeschränkt folgende Seite empfehlen, aber ich habe Zweifel, dass sie dieses eigentlich tolle Programm installiert bekommt: http://brain.yubb.de/
Und dieses "blöde" Verhalten muss natürlich mit 5000 Euro bestraft werden, denn die ist ja selber schuld. Klar, und morgen lache ich den Typen aus, der querschnittsgelähmt ist, weil er ohne Fahrradhelm gefahren ist - er ist ja selbst Schuld.
Noch lachhafter ist eigentlich nur ihr Rückgriff auf die Pisa-Ergebnisse.
Und ja, ein Internetanbieter sollte durchaus darauf aufmerksam machen müssen, wenn die Kosten für das Internet in einer solchen Höhe liegen.
[...]
Mir weniger freundlichen Grüßen
Banishment
Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf persönliche Angriffe. Die Redaktion/cs
Hier geht es einfach um faires Verhalten zwischen Kunden und Anbieter. Die Gebühren in der Größenordnung entsprechen in keiner Weise der erbrachten Leistung der Telekom, da die selbe Leistung für 50€ also 1% der Forderung erhältlich ist (und das ist für eine DSL-Flatrate noch teuer, vor allem da sie von der Kundin ja vermutlich nicht ausgenutzt wurde. Dass der Router eine Verbindung zur Gegenstelle hält, kostet die Telekom ja nichts, so lange gar keine Daten übertragen werden).
Spätestens auf Nachfrage der Kundin hätte man kulant reagieren müssen, und alles bis auf den Preis einer Flatrate zurückerstatten sollen. Vermutlich hat die Kundin sowieso schon einen völlig überteuerten Tarif, der an Neukunden gar nicht mehr verkauft wird.
Dass man einen so groben Irrtum eines Kunden nicht ausnutzt, gehört einfach zu einem anständigen Geschäftsgebaren dazu.
Davon ist freilich bei der Telekom meist nicht viel zu merken.
Solche Dinge wie regelmäßig Kontoauszüge kontrollieren sollte zur Allgemeinbildung gehören und eine Nichtkontrolle ist meiner Meinung nach mehr als fahrlässig. Leider gibt es nämlich Menschen, die bei Überweisungen oder Abbuchungen Fehler machen. Und dann gibt es da noch Betrüger, die beispielsweise Girocard-Karten kopieren und unberechtigt Geld abheben, dann ist im schlimmsten Fall das Geld unwiderbringlich weg - und das kann mehr als 5.000 € sein, wenn ich niemals mein Konto kontrolliere. Wobei es die Banken den Verbrechern auch leicht machen, aber das ist ein anderes Thema.
Ich kann doch nicht kopf- und sorglos durch´s Leben spazieren; solch ein Urteil suggeriert aber: ich kann schon kopflos durch´s Leben spazieren, ich brauche mich um nichts zu kümmern... Der Telekom eine deutlich größere Schuld als der Kundin zu geben, finde ich einfach nicht richtig.
Und zum Thema Radfahrer: Radfahrer und Fußgänger sind die schwächsten Verkehrsteilnehmer. Deswegen darf ich mir als Radfahrer oder Fußgänger - schon aus Eigeninteresse - keinen Fehler erlauben - egal ob ich einen Helm aufhabe oder nicht - und darf auch nicht auf mein Recht pochen, wenn ich sehe, dass der andere Verkehrsteilnehmer dabei ist, einen Fehler zu begehen. Denn sonst bin ich unter Umständen nämlich leider tot. Und kein Urteil der Welt macht mich wieder lebendig...
und vor allem - es sollte mehr davon dieser Art geben.
Die Kundin hatte eine Flatrate, aber der neue DSL-Router (wo kam der her - von der Telekom?) war offensichtlich voreingestellt auf einen Einwahltarif der Telekom mit Minutenabrechnung (die meist ohnehin extrem hohe Kosten verursachen).
Da es immer noch nicht überall brauchbare DSL-Anbindungen gibt, müssen viele gar noch mit Modem-/ISDN-Einwahlen leben.
Da gibt es dann so nette Anbieter, mit Superpreisen (0,18 Ct/Min), die aber in kurzen Abständen die Rufnummern wechseln oder die billigen Zeiten zu teuren Zeiten umdrehen und dann für die gleiche Leistung 1,49€/Min abrechnen ohne jegliche vorherige Information.
Manche bieten gar über eine EINZIGE Einwahlnummer 10 verschiedene Tarife an, wo sich der jeweilige Preis nur über das Benutzerkennwort definiert - die dann natürlich in unregelmässigen Abständen verschoben werden.
Bei falschem Benutzernamen kommen immer 1,49€/Min. über die Telekomabrechnung ins Haus.
Wenn Mensch weiß, das die Telekom selbst von jedem Anbieter mindestens 0,4 Ct/Min. abkassiert, wird das Geschäftsmodell solcher Anbieter klar, das sie mit der angenommenen Vertrauensseligkeit (oder Dummheit) der Kunden rechnen, die sie bei Nutzung der 0,18 Ct-Tarife irgendwann über den Tisch ziehen müssen, um Gewinn zu machen.
Da lobe ich mir Anbieter wie Arcor, die langfristige ehrliche Tarife haben z.B. ab 0,67 Ct/Min.
obwohl sie noch im Internet angeboten werden!
Das ist regelwidrig und muss der Bundesnetzagentur gemeldet werden, damit es geahndet werden kann.
Bin leider ahnungslos selbst darauf hereingefallen.
Auf meine verwunderte Nachfrage wegen der hohen T.-Rechnung folgende Auskunft:
Seit Vodafone arcor übernommen hat gelten rund um die Uhr 1,99ct!!
Alles andere als ehrlich!
Telekom-Minute kostet jetzt 2,09 ct.pm.
Freundliche Grüße
Lucy
obwohl sie noch im Internet angeboten werden!
Das ist regelwidrig und muss der Bundesnetzagentur gemeldet werden, damit es geahndet werden kann.
Bin leider ahnungslos selbst darauf hereingefallen.
Auf meine verwunderte Nachfrage wegen der hohen T.-Rechnung folgende Auskunft:
Seit Vodafone arcor übernommen hat gelten rund um die Uhr 1,99ct!!
Alles andere als ehrlich!
Telekom-Minute kostet jetzt 2,09 ct.pm.
Freundliche Grüße
Lucy
... sollte man nicht auf die Telekom reduzieren. Die ganzen Billigheimer, die sich am Markt unterbieten, sind da keinen Deut besser. Eher im Gegenteil.
Zu diesem Fall: ungerheuerlich ist nicht, das da ein Fehler passiert und jemand eine überhöhte Rechnung bekommt. Ungeheuerlich ist es, das gegen jeden vernünftigen Verstand derart krude Fälle durch die Gerichte gezogen werden. Und das ist in der Kommunikationsbranche die Regel, nicht die Ausnahme!
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