Katastrophenmanagement Eine Notfall-SMS an alle Supermarkt-Kunden
Forscher stellen auf der Cebit ein neues System für das städtische Krisenmanagement vor. Es hilft bei der Wahl des jeweils effizientesten Kommunikationsweges.
© Frank Magdans

Ein Fraunhofer-Mitarbeiter zeigt, wie ihn das System über einen Brand informiert
Geboren wurde die Idee der Großbildschirmüberwachung in der dystopischen Literatur. Nicht zuletzt in alten James-Bond-Filmen hat man sie bereits bewundern können. Jetzt haben sich einige Fraunhofer-Institute ans Werk gemacht, konkrete Anwendungen für die interaktiven Karten zu entwickeln. Auf der Cebit stellen die Forscher erstmals vor, wie Einsatzgebiete dafür aussehen könnten.
Wenn es bei Rettungsaktionen zu Pannen kommt, machen sich Helfer häufig Vorwürfe. Sie fragen sich, weshalb sie nicht schneller am Ort des Geschehens sein konnten, wieso manche Menschen sterben mussten. Vielleicht weil ihnen einfach der Überblick gefehlt hat? Vielleicht weil die Nachricht zwei Minuten zu spät kam? Insofern sei es bei Katastrophen wie einem Tsunami wichtig, "die richtige Info zur richtigen Zeit am richtigen Ort" zu erhalten, sagt Jürgen Beyerer, der das Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB) leitet.
Zu diesem Zweck haben die Forscher mehrerer Fraunhofer-Institute einen sogenannten Smart Control Room entworfen. Mit ihm können Behörden und Rettungskräfte so früh wie möglich erkennen, wo gerade Hilfe gefragt ist: Ein Großbildschirm an der Wand und ein Computertisch mit einem Display stellen ein und dieselbe Karte der jeweiligen Umgebung dar. Mehrere im Raum verteilte Kameras erkennen, wo die Angestellten im Raum stehen und worauf sie ihren Blick richten. Das Display reagiert zusätzlich auf Berührung und Gesten.
Schaut jemand im Moment einer hereinkommenden Nachricht auf die Wand, so zeigt ihm das System die Info auf der Wand an und nicht auf dem Tisch. Fällt der Blick auf den Tisch, dann poppt keine Info auf der Wand auf, sondern nur auf dem Tisch. Dies soll gewährleisten, dass der jeweilige Mitarbeiter sofort reagieren und ein Rettungsteam zum Unfallort schicken oder andere Aktionen wie Absperrungen und dergleichen einleiten kann. Grundlage der Kommunikation ist eine Vielzahl von unterschiedlichen Sensoren, die sowohl am Boden, in der Luft als auch zu Wasser zum Einsatz kommen.
Anders als bisher stellt nicht jede Überwachungskamera ein Bild dar, wodurch das Krisenteam ohnehin schnell den Überblick verliert. "Unser Paradigma heißt Aufgabenorientierung", sagt Beyerer. "Das heißt, es gibt für jede Aufgabe nur ein Fenster". Die Informationen werden gefiltert und gebündelt an den Smart Control Room weitergegeben. Das solle auch die Bedienbarkeit des Systems erleichtern. Zumal man im Ernstfall ja sowieso dazu neigt, schnell in Hektik zu verfallen.
Kritiker werfen Projekten, die das urbane Leben erleichtern sollen, immer wieder zu große Alltagsferne vor. Doch der Smart Control Room hebt sich davon deutlich ab. Das System verbindet viele Informationstechniken (Biometrie, Funk, GPS, Foto und Video) miteinander und passt sich an bestehende Verhältnisse und Infrastrukturen an.
Schließlich setzen die Forscher bei der Frage an, wie intelligente Netze voneinander profitieren und maschinell Vertrauen ineinander fassen können. Möglicherweise würde das System den Bürgern dann im Ernstfall eine SMS senden oder eine Information auf dem Display im Auto oder dem Großbildschirm in einem Einkaufscenter anzeigen. Technisch wäre das vielleicht gar nicht einmal so aufwendig zu realisieren. Es stellt sich eher die Frage, wie viele Daten der Einzelne von sich preisgeben mag, um innerhalb eines solchen Notfalls-System auch erreichbar zu sein. Wenn es um Leben und Tod geht, sind vielleicht sogar mehr Bürger dazu bereit als bei vielen anderen Anwendungsbereichen.
- Datum 03.03.2011 - 06:19 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
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"Schaut jemand im Moment einer hereinkommenden Nachricht auf die Wand, so zeigt ihm das System die Info auf der Wand an, und nicht auf dem Tisch. Fällt der Blick auf den Tisch, dann poppt keine Info auf der Wand auf, sondern nur auf dem Tisch."
Würde man die Info einfach überall gleichzeitig "aufpoppen" lassen, dann bräuchte man keine Sensoren oder Kameras. Aber das wäre ja zu einfach.
Eine Lautsprecherdurchsage wäre z.B. auch noch eine kostengünstige Option...
Desweiteren finde ich es irritierend, daß man sich in Zeiten, in denen mangels Personal/Geld nicht einmal annähernd die angemessene Pflege/Versorgung von Alten und Kranken sichergestellt werden kann, mit solchen Hirngespinsten auseinandersetzt, deren Kosten-Nutzenbilanz vermutl schlicht lächerlich ausfällt.
Wann wird endlich die automatische Spülwindel mit Anschluß ans Abwassersystem erfunden, mit der sich die Bettlägerigen selbst reinigen können, damit sie nicht Stunden auf jemanden warten müssen, der ihnen die Windel wechselt?
Das wäre mal ein Fortschritt in die richtige Richtung.
Im übrigen sollte jedes Pflegebett serienmäßig mit Kamera, Display, Mikrofon und Lautsprecher ausgestattet sein, damit Angehörige den Zustand des Patienten jederzeit mit eigenen Augen überprüfen und ggf mit ihm kommunizieren können.
wie in #1 habe ich auch gedacht. Jetzt, wo ich noch eine Minute vom oben verlinkten Video gesehen habe, finde ich das ganze noch absurder. Irgendwelche aufpoppenden und fadenden, rundeckigen Boxen haben sicher nichts mit Effizienz zu tun. Dabei spürt man schon förmlich, den Javascript-Aussetzer oder den Bluescreen im entscheidenden Augenblick.
Wir leben in einer technophilen Gesellschaft und haben den Blick fürs Wesentliche verloren. Und wenn man die ganzen verspielten Westeuropäer so sieht, deren größter Traum ein glänzendes I-Pad (bzw. der jeweils aktuelle „heiße Scheiß“) ist, dann kann man schon fast die Argumente der fundamentalistischen Gruppierungen drüben im nahen Osten nachvollziehen, wenn Sie uns als dekadente Gesellschaft ohne echte Werte bezeichnen.
wie in #1 habe ich auch gedacht. Jetzt, wo ich noch eine Minute vom oben verlinkten Video gesehen habe, finde ich das ganze noch absurder. Irgendwelche aufpoppenden und fadenden, rundeckigen Boxen haben sicher nichts mit Effizienz zu tun. Dabei spürt man schon förmlich, den Javascript-Aussetzer oder den Bluescreen im entscheidenden Augenblick.
Wir leben in einer technophilen Gesellschaft und haben den Blick fürs Wesentliche verloren. Und wenn man die ganzen verspielten Westeuropäer so sieht, deren größter Traum ein glänzendes I-Pad (bzw. der jeweils aktuelle „heiße Scheiß“) ist, dann kann man schon fast die Argumente der fundamentalistischen Gruppierungen drüben im nahen Osten nachvollziehen, wenn Sie uns als dekadente Gesellschaft ohne echte Werte bezeichnen.
Ein youtube Video, das den Fraunhofer Smart Control Room im Einsatz zeigt:
http://www.youtube.com/wa...
Moin,
und hier schaffen wir die nächsten Milliardengräber, nachdem schon die kleinen Lösungen (digitaler BOS-Funk, Patientenkarte, etc.) gnadenlos in den Sand gesetzt worden sind. Wenn ich mir die Bandbreite auch nur vorzustellen versuche, die jenes Katastrophen-Management-Schauspiel generiert, dann wird sehr schnell klar, es geht um den Verkauf von Infrastruktur. Was aber, wenn die Infrastruktur in der Katastrophe mit betroffen ist? Was, wenn das Netz oder die Wolke, wie es jetzt so schön euphemistisch heißt, mit zusammengebrochen ist? Die letzten Übungen, bei denen solche anfällige Technik eingesetzt war, hatten immer Szenarien, die keinen Ausfall auch nur eines Datenknotens bringen konnten. Hochwasser, Erdbeben, Stromausfall, alles nicht berücksichtigt. Wenn der Smart-Control-Room ausfällt, dann schwärmen wieder Melder aus, mit Meldertasche und Notizblock.
Vielleicht sollte man sich auch nur einmal überlegen, welche Mängel man in den digitalen BOS-Funk eingebaut hat, welche Ressourcen sparenden Protokolle und Dienste schlicht vergessen wurden. Aber jetzt schnell das nächste Spiel aufmachen, dann fällt es nicht weiter auf. Absicht? Und möglichst wieder schön viele neue Wortschöpfungen schaffen, dann fällt der alte Wein in den neuen Schläuchen nicht so auf.
Noch ein Tipp, in Wolken kann man nichts sehen außer weißem Neben, das sollte zu Denken geben.
Beste Grüße
Grabert
"Möglicherweise würde das System den Bürgern dann im Ernstfall eine SMS senden..."
-> So etwas finde ich besorgniserregend - während die Idee für die ganze Handyverrückte Jugend sicherlich gut ist, hat sie auch viele Nachteile.
Manche Leute schauen gar nicht mehr so oft auf ihre Geräte (ich zum Beispiel nur um das Datum zu überprüfen und den Wecker zu stellen, eine SMS kann ich so auch schon mal um ein paar Stunden verpassen) andere besitzen einfach gar keines.
Das Problem welches ich hier sehe ist wie man dies mißbrauchen kann - höhere Versicherungsbeträge für nicht-Handynutzer, oder Vorwürfe von der Versicherung a la "ja hätten sie ihr Gerät überprüft" oder "schauen sie öfters auf das Gerät" nachdem ein Personenschaden entstanden ist.
In diesem Sinne muss ich mich doch den vorherigen Kommentatoren anschließen - zur Informierung der Öffentlichkeit wäre eine Lautsprecheransage wesentlich besser geeignet - und im Zweifelsfalle müsste diese über ein eigenes Stromnetz verfügen, unabhängig von Rest des Einkaufzentrum/Supermarkt, das wäre auch relativ leicht umzusetzen und in Bezug auf Kosten nicht besonders teuer.
... an dem ich verpflichtet werde, ein eingeschaltetes Handy mit mir herumzutragen, werde ich auswandern!
Anschnallpflicht, massenweise Geschwindigkeitsbegrenzungen auf der Autobahn, tausend Virenschutzprogramme für den Computer, Impfungen wegen jeder Lappalieninfektion, noch nie war die Welt so sicher. Trotzdem kommen immer noch viele Menschen durch vermeidbare Unfälle zu Tode - die allermeisten, weil die Zeitgenossen diese weichgespülte Welt nicht mehr aushalten, zuviel trinken, wahllos prügeln oder schießen oder ihr Auto als Mordwaffe benutzen.
Solche Schwachsinnsprogramme kosten einen Haufen Geld und verschlimmern die Probleme, indem sie die Entpersönlichung vorantreiben. Keiner ist für nichts mehr verantwortlich, alles macht die Maschine. Pech, wer, nicht mit ihr vernetzt ist. Das erinnert mich fatal an die Videokameras in den U-Bahnstationen, und die Passanten, die bei Problemen wegschauen, denn die Kamera wird's schon richten - oder?
und wenn gerade keine Katastrophe ist, kann man über den Bildschirm Werbung ausstrahlen, natürlich mit direkter SMS zu den nun angeschalteten Handys der Kunden, jetzt verstehe ich den Sinn des Systems!
... an dem ich verpflichtet werde, ein eingeschaltetes Handy mit mir herumzutragen, werde ich auswandern!
Anschnallpflicht, massenweise Geschwindigkeitsbegrenzungen auf der Autobahn, tausend Virenschutzprogramme für den Computer, Impfungen wegen jeder Lappalieninfektion, noch nie war die Welt so sicher. Trotzdem kommen immer noch viele Menschen durch vermeidbare Unfälle zu Tode - die allermeisten, weil die Zeitgenossen diese weichgespülte Welt nicht mehr aushalten, zuviel trinken, wahllos prügeln oder schießen oder ihr Auto als Mordwaffe benutzen.
Solche Schwachsinnsprogramme kosten einen Haufen Geld und verschlimmern die Probleme, indem sie die Entpersönlichung vorantreiben. Keiner ist für nichts mehr verantwortlich, alles macht die Maschine. Pech, wer, nicht mit ihr vernetzt ist. Das erinnert mich fatal an die Videokameras in den U-Bahnstationen, und die Passanten, die bei Problemen wegschauen, denn die Kamera wird's schon richten - oder?
und wenn gerade keine Katastrophe ist, kann man über den Bildschirm Werbung ausstrahlen, natürlich mit direkter SMS zu den nun angeschalteten Handys der Kunden, jetzt verstehe ich den Sinn des Systems!
... an dem ich verpflichtet werde, ein eingeschaltetes Handy mit mir herumzutragen, werde ich auswandern!
Anschnallpflicht, massenweise Geschwindigkeitsbegrenzungen auf der Autobahn, tausend Virenschutzprogramme für den Computer, Impfungen wegen jeder Lappalieninfektion, noch nie war die Welt so sicher. Trotzdem kommen immer noch viele Menschen durch vermeidbare Unfälle zu Tode - die allermeisten, weil die Zeitgenossen diese weichgespülte Welt nicht mehr aushalten, zuviel trinken, wahllos prügeln oder schießen oder ihr Auto als Mordwaffe benutzen.
Solche Schwachsinnsprogramme kosten einen Haufen Geld und verschlimmern die Probleme, indem sie die Entpersönlichung vorantreiben. Keiner ist für nichts mehr verantwortlich, alles macht die Maschine. Pech, wer, nicht mit ihr vernetzt ist. Das erinnert mich fatal an die Videokameras in den U-Bahnstationen, und die Passanten, die bei Problemen wegschauen, denn die Kamera wird's schon richten - oder?
und wenn gerade keine Katastrophe ist, kann man über den Bildschirm Werbung ausstrahlen, natürlich mit direkter SMS zu den nun angeschalteten Handys der Kunden, jetzt verstehe ich den Sinn des Systems!
Welche Risiken werden durch so eine Technik reduziert und um wie viel?
Ich vermute die Antwort erlaubt einem recht schnell, das als Resourcenverschwendung zu entlarven und sich wieder etwas sinnvollerem zuzuwenden. Denn als Grundlagenforschung geht es wohl kaum durch und bei Anwendungen darf/ muss man eben Kosten und Nutzen abwägen.
Die Wissenschaft, Wissenschaftler, Wissenschaftsförderer, usw. sollten dringend Prioritäten setzen, bzw. gesetzt bekommen. Es wird einem schlecht, sieht man für welche "Forschungen" richtig Geld (u.a. hart verdientes Steuerzahlergeld) regelrecht zum Fenster rausgeworfen wird.
Bei solchen Berichten wie hier wird mir aktuell klar, warum "die Wissenschaft" sofort aufschäumend reagiert, wenn an ihr (wie durch die Guttenberg-"Doktorarbeit")gekratzt wird. Da wachen die hochsubventionierten Damen und Herren "Forscher" sofort auf, wird
doch ihre sonst eher unauffällige Spezies unter die Lupe genommen.
Sieht man die steuerlich geförderten Forschungsaktivitäten in ihrer Vielfalt und ihrer totalen Unübersichtlichkeit, ist es höchste Zeit, nachvollziehbar prüfbare Strukturen einzuziehen.
Und das gilt nicht nur für die Vermeidung paralleler Forschung innerhalb Deutschlands! Wir sind inzwischen bei allen EU-Pflichten der grösste Kostenträger. Warum sollen wir EU-weit in Forschung und Entwicklung durch viel mehr gemeinsame Projekte nicht einen sinnvollen Nutzen haben?
Die Politik übersieht das Wissenschaftswirrwarr schon lange nicht mehr. Die Wissenschaft verhält sich existenzberechtigungsbedingt ruhig und "kassiert" viel Geld für oft aberwitzige Ergebnisse (siehe diesen zeit-Bericht).
Wissenschaft und Forschung aus Hochschulen, Instituten und der Wirtschaft müssen an einen Tisch, um mit weniger Mitteln mehr Ergebnisse zu erreichen. Das funktioniert - wenn man das denn will!
Moin,
Sie liegen leider falsch mit der Annahme, dass eine Orientierung zu den Unternehmen, der Wirtschaft, zu einer effizienteren Forschung führt. Die sog. Verbundprojekte des BMFT zeigen mir gerade das Gegenteil, da ist eben der "smart control room" nur eine Absurdität unter vielen. Knackpunkt aller Projekte ist die wahnsinnige Infrastruktur, die all diese Projekte erfordern und die teuer verkauft wird, und zwar aus der Wirtschaft an den Staat.
Wir haben eine ganze Reihe von Projekten, wo es schon so gelaufen ist.
Die Idee einer Warnung oder Alarmierung der Bevölkerung via Mobiltelefon (SMS) scheitert nicht nur an mangelder Akzeptanz, wie in anderen Beiträgen geschrieben, auch technisch sind hier enge Grenzen gesetzt.
Es gibt ein Grünbuch von vier MdBs, die in der letzten Legisaturperiode im Innenausschuss waren, darin sind die Probleme der ausfallenden Infrastruktur im Katastrophenfall beschrieben. Die richtigen Schlüsse daraus haben sie aber selbst nicht gezogen, dafür großen Unternehmen eine Plattform geboten, weiter überteure Infrastruktur zu vermarkten.
Wenn Sie in Richtung auf die Wirtschaft überhaupt etwas positives erreichen wollen, dann nur über den Weg, kleinen und mittleren Unternehmen mehr vom Kuchen zukommen zu lassen, wo man die Ressourcen noch würdigt und Ressourcenfresser weniger zu beachten. In dieser Richtung habe ich inzwischen eigene grausame Erkenntnisse im digitalen BOS-Funk ("Polizeifunk").
Beste Grüße
Grabert
Moin,
Sie liegen leider falsch mit der Annahme, dass eine Orientierung zu den Unternehmen, der Wirtschaft, zu einer effizienteren Forschung führt. Die sog. Verbundprojekte des BMFT zeigen mir gerade das Gegenteil, da ist eben der "smart control room" nur eine Absurdität unter vielen. Knackpunkt aller Projekte ist die wahnsinnige Infrastruktur, die all diese Projekte erfordern und die teuer verkauft wird, und zwar aus der Wirtschaft an den Staat.
Wir haben eine ganze Reihe von Projekten, wo es schon so gelaufen ist.
Die Idee einer Warnung oder Alarmierung der Bevölkerung via Mobiltelefon (SMS) scheitert nicht nur an mangelder Akzeptanz, wie in anderen Beiträgen geschrieben, auch technisch sind hier enge Grenzen gesetzt.
Es gibt ein Grünbuch von vier MdBs, die in der letzten Legisaturperiode im Innenausschuss waren, darin sind die Probleme der ausfallenden Infrastruktur im Katastrophenfall beschrieben. Die richtigen Schlüsse daraus haben sie aber selbst nicht gezogen, dafür großen Unternehmen eine Plattform geboten, weiter überteure Infrastruktur zu vermarkten.
Wenn Sie in Richtung auf die Wirtschaft überhaupt etwas positives erreichen wollen, dann nur über den Weg, kleinen und mittleren Unternehmen mehr vom Kuchen zukommen zu lassen, wo man die Ressourcen noch würdigt und Ressourcenfresser weniger zu beachten. In dieser Richtung habe ich inzwischen eigene grausame Erkenntnisse im digitalen BOS-Funk ("Polizeifunk").
Beste Grüße
Grabert
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