Ermittlungen Website der Piratenpartei vorübergehend offline
Auf Bitten Frankreichs haben Ermittler auf Servern der Piraten nach Spuren von Hackern gesucht. Anlass war ein möglicher Online-Angriff auf den Energiekonzern EDF.
Nach einer Polizeiaktion ist die Piratenpartei in Deutschland vorübergehend offline gewesen: Die Staatsanwaltschaft Darmstadt habe "eine Vielzahl" von Servern beschlagnahmen lassen, teilte die Organisation mit. Das Verfahren richte sich allerdings nicht gegen die Partei und gehe auf ein französisches Rechtshilfeersuchen zurück, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.
Die Partei teilte mit, nach Angaben der Ermittler sei über eine Kommunikationsplattform der Piraten ein so genannter SSH Key veröffentlicht worden, der zu einem Angriff auf einen Server des französischen Energiekonzerns EDF verwendet werden könne. Das Ziel der Untersuchungen sei, die Motive für den Angriff zu ergründen. EDF betreibt in Frankreich mehrere Dutzend Atomkraftwerke.
Vor allem im Netz sorgte die Aktion für Aufsehen. Auf Twitter tauschten sich die Nutzer intensiv über den Vorfall aus. Nachdem am Nachmittag auch die Websites des Bundeskriminalamtes und der Polizei vorübergehend nicht mehr erreichbar waren, kam in dem Twitterfeed der Verdacht auf, Mitglieder des Online-Netzwerks Anonymous hätten eine Vergeltungsaktion gestartet. Die Piraten distanzierten sich vorsorglich von den möglichen Attacken.
Zwei Tage vor der Bürgerschaftswahl in Bremen sah sich die Partei, die Mail, Twitter, Online-Foren und andere Webtools intensiv nutzt, nun einer wichtigen Infrastruktur beraubt. "Das ist für uns ein sehr schwerer Schlag", sagte der erst am Wochenende gewählte Parteichef Sebastian Nerz. Man habe Wahlkampfveranstaltungen im Bremen, an denen Mitglieder aus dem ganzen Bundesgebiet teilnehmen wollten, zu koordinieren.
- Ohne Gesicht
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Der Name ist Programm – die Gruppe Anonymous agiert als Bewegung ohne sichtbare Hierarchie und Gesichter. Anhänger ihrer Aktionen (Anons) verkleiden sich gern mit einer Maske von Guy Fawkes. Der hatte 1605 ein Attentat auf den englischen König versucht. Das wiederum inspirierte die Autoren der Comicserie V – wie Vendetta in den achtziger Jahren, ihren Protagonisten hinter einer Fawkes-Maske versteckt zu zeigen. Er protestierte mit seinen Aktionen gegen einen unterdrückenden und überwachenden Staat, was wiederum einige Anons als Symbol für den eigenen Kampf aufgriffen.
Ursprung der Bewegung und des Namens ist das Imageboard 4chan. Auf der Seite kann jeder unzensiert und unmoderiert Bilder und Botschaften hinterlassen und dabei auch seinen Namen angeben. Allerdings tut das kaum jemand, weswegen die meisten Texte mit dem Namen "Anonymous" gekennzeichnet sind.
- Ohne Hierarchie
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Anonymous existiert nicht als Organisation. Es ist viel mehr eine Idee, eine Bewegung, der sich jeder anschließen und derer sich jeder bedienen kann. Auch Koordination gibt es nicht direkt. Wichtigstes Instrument dieser Nicht-Koordination ist der Internet Relay Chat (IRC). In diesem kostenlosen Dienst kann jeder Diskussionskanäle eröffnen und sich in ihnen mit beliebig vielen anderen Nachrichten schreiben.
In wechselnden Kanälen werden dort mögliche Ziele debattiert und Angriffe auf Websites koordiniert. Seit 2010 gibt es auch eine Website, auf der Botschaften verbreitet und neue Aktionen angekündigt werden. Derzeit ist sie erreichbar unter anonops.blogspot.net. Außerdem werden Informationen via Twitter und Facebook verbreitet.
Doch muss niemand in solchen Foren und Kanälen auftauchen, um ein Anon zu sein. Im Zweifel genügt es, Anonymous öffentlich zu unterstützen, wie es der amerikanische Bürgerrechtler John Perry Barlow tut, oder sich an den Attacken auf Server zu beteiligen. Die Software dazu, Low Orbit Ion Cannon genannt, gibt es kostenlos im Netz.
- Ohne Führer
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Es gibt keinen Chef, Leiter, Anführer oder ähnliches. Im Gegenteil: Jeder, der sich als solcher in Medien oder Internet präsentiert, kann davon ausgehen, in kürzester Zeit von den Anhängern von Anonymous beschimpft zu werden oder selbst Ziel von Angriffen zu sein. Das Selbstverständnis ist das eines Ameisenstaates. Damit ist Anonymous eine Umsetzung der Idee des Hive Minds, der Schwarmintelligenz. In der Masse, so die Idee, lässt sich enorme Wirkung entfalten, also sollte auch nur die Masse das Ergebnis für sich beanspruchen.
Trotzdem existiert so etwas wie eine Operationsebene innerhalb der Gruppe. Zumindest existieren einige Personen, die im IRC als Operator agieren, also auf die Einhaltung gewisser Regeln in den Chats achten und Verstöße dagegen ahnden. Sie haben aber nicht unbedingt etwas mit der Planung von Aktionen zu tun.
Gleichzeitig legt Anonymous Wert darauf, Verantwortung für die Aktionen zu übernehmen, die durch das Netzwerk koordiniert wurden. Daher werden üblicherweise Bekennerschreiben verfasst. Jedoch hat die Bewegung keinen Einfluss auf "Einzeltäter", die ihren Namen benutzen und will den auch nicht haben.
- Ohne Ziel
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Anonymous versteht sich als Bewegung, die für Netzfreiheit und gegen Zensur kämpft. Darüber hinaus aber gibt es keine klar formulierten Ziele. Aktionen können sich gegen Sekten ebenso richten (die älteste bekannte ist eine gegen Scientology) wie gegen rechtsradikale Foren, Kreditkartenkonzerne oder Manager von Unterhaltungskonzernen.
Auch ist es im Kern eigentlich keine politische Bewegung. Ursprünglich ging es um Streiche – im Namen unliebsamer Personen beispielsweise Unmengen Pizza zu bestellen. Der Spaß stand im Vordergrund, oder im Jargon des Netzes: the lulz. Gemeint sind Lacher, vor allem im Sinne von Schadenfreude.
Erst nach und nach ist daraus in den vergangenen Jahren so etwas wie eine Graswurzelbewegung erwachsen, bei der der Spaß aber immer noch im Vordergrund steht. Wie ZEIT-ONLINE-Leser BadLuckin einem Kommentar schrieb: "I came for the Lulz, but now i fight for Freedom of speech and for the free interweb." ("Ich kam wegen des Spaßes, nun kämpfe ich für Redefreiheit und ein freies Netz.")
Für die Teilnehmer allerdings können die Aktionen im Zweifel durchaus riskant sein, da einige Länder wie die USA, Großbritannien und die Niederlande begonnen haben, Attacken von Anonymous strafrechtlich zu verfolgen.
In der Partei begann die Ursachenforschung. Der designierte Parteisprecher Christopher Lang hielt für möglich, dass Anonymous-Aktivisten auf dem Server der Partei illegale Aktivitäten koordiniert haben könnten. Der Vorstand betonte, er werde im "Rahmen seiner gesetzlichen Verpflichtungen zur Aufklärung der durch die französischen Ermittlungsbehörden erhobenen Vorwürfe beitragen". Die Zugänge zur technischen Infrastruktur der Piratenpartei seien daher – so weit es den Ermittlungszielen dient – zur Verfügung gestellt worden: "Damit soll die zielgerichtete Suche nach einzelnen Daten ermöglicht werden."
Parteichef Nerz geht davon aus, dass die beanstandeten Inhalte mit dem sogenannten PiratenPad erstellt wurden – einer Web-Anwendung, mit der Nutzer gemeinsam an Dokumenten arbeiten. Auch Nicht-Mitglieder können auf das System zugreifen. "Wir nutzen das PiratenPad parteiintern relativ viel und tauschen uns darüber auch mit Externen aus", sagte Nerz. Vermutlich stammten die ins Visier geratenen Dokumente von Netzaktivisten, die nicht der Partei angehörten. Das PiratenPad basiert auf der Open-Source-Software EtherPad, die Google gekauft hat. Ihre Server hat die Partei laut eigenen Angaben bei einer Firma in Offenbach gemietet.
Nerz kritisierte die Aktion der Ermittler als überzogen. Er verstehe nicht, warum die Polizei so hart durchgriff. "Es wäre möglich gewesen, die Daten sicherzustellen, ohne die gesamte IT vom Netz zu nehmen", sagte er. Auch die Grünen zeigten Unverständnis. Einen Großteil der IT-Struktur lahmzulegen, sei falsch, twitterte Malte Spitz, Vorstandsmitglied der Partei.
Der Bundesvorstand der Piraten teilte mit, durch die Beschlagnahme werde "politisch ein massiver Schaden angerichtet" und kündigte eine juristische Prüfung an. Es sei zu klären, ob die Aktion rechtlichen Vorgaben entsprach und ob die Grundsätze der Verhältnismäßigkeit gewahrt gewesen seien.
Die Piraten versuchten, ihre Kommunikationsinfrastruktur über andere Server wieder zum Laufen zu bringen – etwa über die Schwesterpartei in Luxemburg. Am späteren Nachmittag war die Website wieder erreichbar.
- Datum 20.05.2011 - 19:40 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
- Kommentare 32
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denn es hat sich ja nicht das Netz gegen den Verteiduger gewandt, sondern die Polizei mit eindeutig nicht der Notwendigkeit entsprechenden Maßnahmen
wenn mich jemand 5 min vor einem bewerbungsgespräch wegen
5 km/h zu viel(die ein anderer mit meinem auto gefahren ist) verhaftet und ich den job deshalb nicht bekomme, wäre ich auch sauer
Mal ehrlich, eine Website in Deutschland zu hosten ist ja schon aus Gruenden der viel zu leichten Zensierbarkeit (dysfunktionales Abmahnwesen, fliegender Gerichtsstand, der fast immer beim beruechtigten LG Hamburg landet, ...) Zeichen fehlender Weitsicht und mangelnder Einschaetzung der politisch-juristischen Lage.
Diesen Server nicht redundant und mehrfach gespiegelt in verschiedenen Laendern zu hosten ist dafuer Zeichen fehlender IT-Kompetenz. Es muss nicht immer Akamai oder Amazon/EC sein, aber ein gewisses Mass an Redundanz mit geographischer Verteilung sollte schon drin sein fuer jede auch nur halbwegs wichtige Website.
Ausserdem... soooo gut ist deren Website auch wieder nicht. Der Inhalt koennte deutlich besser sein, und der Design... na ja.
Das ist schade, denn eine Buergerrechtspartei wie die PIRATEN, die gegen Zensur & Co. angeht ist dringender noetig denn je, jetzt wo sich die Roesler-FDP aus dem Buergerrechtsbereich endgueltig verabschiedet hat.
Und die Server von CDU/CSU, SPD & FDP stehen auch in fremden Ländern? Parteien unterliegen einem gewissen Schutz (normalerweise!). Wenn jemand beim gleichen Hoster auf dem z.B. die CDU ihren Inhalt hostet Schindluder treiben würde - da bin ich mir sicher - wäre es ein Ding der Unmöglichkeit, das die Ermittler die Server beschlagnahmen würden. Und das schon gar nicht, wenn ein StaAw aud Frankreich anfragen würde...
Und die Server von CDU/CSU, SPD & FDP stehen auch in fremden Ländern? Parteien unterliegen einem gewissen Schutz (normalerweise!). Wenn jemand beim gleichen Hoster auf dem z.B. die CDU ihren Inhalt hostet Schindluder treiben würde - da bin ich mir sicher - wäre es ein Ding der Unmöglichkeit, das die Ermittler die Server beschlagnahmen würden. Und das schon gar nicht, wenn ein StaAw aud Frankreich anfragen würde...
daß in aller Regel von solch überzogenen Maßnahmen seitens der Polizei immer systemkritische Medien und Organisationen betroffen sind. Wann war die letzte Razzia bei der BILD?
Ich hoffe der Schuß geht nach hinten los. Bessere Reklame ist schwer zu bekommen für die Piraten. Leute, die das nicht alarmiert, würden eh nie die Piraten wählen. Und bei den anderen geht vielleicht ein Licht auf.
Und die Server von CDU/CSU, SPD & FDP stehen auch in fremden Ländern? Parteien unterliegen einem gewissen Schutz (normalerweise!). Wenn jemand beim gleichen Hoster auf dem z.B. die CDU ihren Inhalt hostet Schindluder treiben würde - da bin ich mir sicher - wäre es ein Ding der Unmöglichkeit, das die Ermittler die Server beschlagnahmen würden. Und das schon gar nicht, wenn ein StaAw aud Frankreich anfragen würde...
Wenn ich richtig verstanden habe was hier vor sich ging: die Polizei Darmstadt ist in ein Rechenzentrum eingedrungen und hat wie gewohnt Server physisch beschlagnahmt. Dummerweise laufen auf einem Server oft viele Domains gleichzeitig. Es kann sein, dass die Piratenpartei auf so einem Shared Hosting Plan war (was ebenfalls auf el-cheapo hosting hinweist und ebenfalls kein gutes Licht auf die PIRATEN wirft!), und quasi als Kollateralschaden vom Netz genommen wurde, obwohl eine ganz andere Domain gemeint war.
Das Problem ist ja, dass der deutsche Polizei ganz offensichtlich die noetige Fachkompetenz (und wohl auch das qualifizierte Personal) fehlt, um in solchen Faellen richtig zu reagieren. Da wird gleich der ganze Server mitgenommen, statt eine Kopie der jeweils in Frage kommenden Domain zu ziehen und diese stillzulegen.
Genau deswegen ist das Hosten wichtiger Websites in Deutschland i.d.R. nicht zu empfehlen. Das ist in der Netzcommunity hinreichend bekannt, und gerade die PIRATEN haetten es wissen muessen.
Wenn ich richtig verstanden habe was hier vor sich ging: die Polizei Darmstadt ist in ein Rechenzentrum eingedrungen und hat wie gewohnt Server physisch beschlagnahmt. Dummerweise laufen auf einem Server oft viele Domains gleichzeitig. Es kann sein, dass die Piratenpartei auf so einem Shared Hosting Plan war (was ebenfalls auf el-cheapo hosting hinweist und ebenfalls kein gutes Licht auf die PIRATEN wirft!), und quasi als Kollateralschaden vom Netz genommen wurde, obwohl eine ganz andere Domain gemeint war.
Das Problem ist ja, dass der deutsche Polizei ganz offensichtlich die noetige Fachkompetenz (und wohl auch das qualifizierte Personal) fehlt, um in solchen Faellen richtig zu reagieren. Da wird gleich der ganze Server mitgenommen, statt eine Kopie der jeweils in Frage kommenden Domain zu ziehen und diese stillzulegen.
Genau deswegen ist das Hosten wichtiger Websites in Deutschland i.d.R. nicht zu empfehlen. Das ist in der Netzcommunity hinreichend bekannt, und gerade die PIRATEN haetten es wissen muessen.
Wenn ich richtig verstanden habe was hier vor sich ging: die Polizei Darmstadt ist in ein Rechenzentrum eingedrungen und hat wie gewohnt Server physisch beschlagnahmt. Dummerweise laufen auf einem Server oft viele Domains gleichzeitig. Es kann sein, dass die Piratenpartei auf so einem Shared Hosting Plan war (was ebenfalls auf el-cheapo hosting hinweist und ebenfalls kein gutes Licht auf die PIRATEN wirft!), und quasi als Kollateralschaden vom Netz genommen wurde, obwohl eine ganz andere Domain gemeint war.
Das Problem ist ja, dass der deutsche Polizei ganz offensichtlich die noetige Fachkompetenz (und wohl auch das qualifizierte Personal) fehlt, um in solchen Faellen richtig zu reagieren. Da wird gleich der ganze Server mitgenommen, statt eine Kopie der jeweils in Frage kommenden Domain zu ziehen und diese stillzulegen.
Genau deswegen ist das Hosten wichtiger Websites in Deutschland i.d.R. nicht zu empfehlen. Das ist in der Netzcommunity hinreichend bekannt, und gerade die PIRATEN haetten es wissen muessen.
aber warum sollten die PIRATEN auch mit so einer Aktion rechnen? Abgesehen davon, el-cheapo, ja warum nur? Weil die PIRATEN nicht so prall gefüllte Kassen haben wie die "etablierten Parteien"... Letztlich wird dieser Schuß für die Ermittler nach hinten losgehen, was den Schaden dieser sehr zweifelhaften Aktion für die PIRATEN eher minimieren wird. Wer weiß, vielleicht hosten sie in Zukunft an einem sicheren Ort. Wobei es schon deftig ist und für unser Rechtssystem spricht, wenn man seine Server irgendwo auf der Welt "verstecken" muß.
Laut Heise, ist sehr wohl die Piratenpartei das Ziel der Beschlagnahmung gewesen:
http://www.heise.de/newst...
aber warum sollten die PIRATEN auch mit so einer Aktion rechnen? Abgesehen davon, el-cheapo, ja warum nur? Weil die PIRATEN nicht so prall gefüllte Kassen haben wie die "etablierten Parteien"... Letztlich wird dieser Schuß für die Ermittler nach hinten losgehen, was den Schaden dieser sehr zweifelhaften Aktion für die PIRATEN eher minimieren wird. Wer weiß, vielleicht hosten sie in Zukunft an einem sicheren Ort. Wobei es schon deftig ist und für unser Rechtssystem spricht, wenn man seine Server irgendwo auf der Welt "verstecken" muß.
Laut Heise, ist sehr wohl die Piratenpartei das Ziel der Beschlagnahmung gewesen:
http://www.heise.de/newst...
Sie betiteln es also also als Unfug Infrastruktur bereitzustellen? Denn nichts anderes wurde von den Piraten gemacht. Also lieber keine Straße, Telefone oder E-Maildienste? Sie könnten ja von Kriminellen genutzt werden… Sollte also jemand bei ihrem Mailanbieter mal eine "böse" Mail schreiben, dann wäre es für sie gerechtfertigt bis zur Klärung keine Mails empfangen zu können?
Noch dazu direkt vor der einer Wahl. Ich frage mich, ob die CDU-IT-Infrastruktur auch in so einem Falle beschlagnahmt worden wäre.
Eine weitere interessante Einschätzung gibt es vom RA Udo Vetter: http://www.lawblog.de/ind...
Aha: Da hat also Frankreich ein Problem, dass sooo dringend ist, dass man der sechststärksten Partei in Deutschland paar Tage vor 'ner Wahl die Infrastruktur lahmlegen muss, und das nicht bis Montag warten kann.
Wobei z.B. - man beachte - diese Behörde sonst eher damit glänzt, zu desinteressiert oder zu doof zu sein scheint, gemeldete KiPo-Seiten zu löschen.
Und 'ne Kopie der relevanten Daten erstellen reicht natürlich auch nicht.
Da muss unbedingt der ganze Server vom Netz.
aber warum sollten die PIRATEN auch mit so einer Aktion rechnen? Abgesehen davon, el-cheapo, ja warum nur? Weil die PIRATEN nicht so prall gefüllte Kassen haben wie die "etablierten Parteien"... Letztlich wird dieser Schuß für die Ermittler nach hinten losgehen, was den Schaden dieser sehr zweifelhaften Aktion für die PIRATEN eher minimieren wird. Wer weiß, vielleicht hosten sie in Zukunft an einem sicheren Ort. Wobei es schon deftig ist und für unser Rechtssystem spricht, wenn man seine Server irgendwo auf der Welt "verstecken" muß.
Was el cheapo angeht, sogar eine einfache Privatperson kann mit wenig Mitteln zwei oder drei Dedicated Server irgendwo auf der Welt mieten. Bei dem Traffic den der Server der Piratenpartei verursacht, ist das durchaus bezahlbar.
Was der Unverhaeltnismaessigkeit der deutschen Justiz in Sachen Internet angeht, stimme ich Ihnen leider voellig zu. Es ist schon ein entscheidender Standortnachteil... und ich kann die deutschen Hosting-Firmen nur bedauern. Es ist wirklich ein Trauerspiel.
Was el cheapo angeht, sogar eine einfache Privatperson kann mit wenig Mitteln zwei oder drei Dedicated Server irgendwo auf der Welt mieten. Bei dem Traffic den der Server der Piratenpartei verursacht, ist das durchaus bezahlbar.
Was der Unverhaeltnismaessigkeit der deutschen Justiz in Sachen Internet angeht, stimme ich Ihnen leider voellig zu. Es ist schon ein entscheidender Standortnachteil... und ich kann die deutschen Hosting-Firmen nur bedauern. Es ist wirklich ein Trauerspiel.
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