Steve Jobs Manischer Mikromanager

Steve Jobs ist immer seiner Intuition gefolgt. Das hat ihm viele Rückschläge gebracht und viele Menschen verstört. Aber es war auch die Quelle seines enormen Erfolges.

Im und vor dem Apple Store an der Fifth Avenue in New York, einem von weißen Bahnen verhüllten Glaskubus, der Tag und Nacht geöffnet hat, liegen Blumen. Kerzen sind angezündet. Verstörte Fans stehen hier. Manche haben Tränen in den Augen, manche tippen in ihre Laptops, die meisten können es nicht fassen: Steve Jobs ist tot.

Der Apple-Chef, der Guru aus dem Silicon Valley, der revolutioniert hat, wie wir Musik hören, Filme sehen, Filme machen, Fotos sammeln, Bücher schreiben, ist an Bauchspeicheldrüsenkrebs gestorben. Im August erst hatte er sich aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen. Dass er schwer krank war, konnte jeder sehen. Bei seinem letzten öffentlichen Auftritt stand ein abgemagerter weißhaariger 56-Jähriger auf der Bühne. Aber dass es so schnell gehen würde, war doch ein Schock.

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Steve Jobs war eine amerikanische Erfolgsgeschichte, ein Märchen eigentlich. "From Rags to Riches", heißt es in den USA, wenn jemandem das gelingt, was er geschafft hat, von Lumpen zu Reichtümern: Ein Findelkind, das der berühmteste Vorstandsvorsitzende der Welt wurde.

Jobs hat seine eigene Firma, die ihn herausgeworfen hatte und die kurz vor dem Untergang stand, zur wertvollsten Marke der USA gemacht. Er hat das iPhone erfunden, den iPod, das iPad – schlanke, elegante Geräte, die aussehen wie Requisiten aus Star Trek (und fast auch so funktionieren). Er hat den PC revolutioniert, dem Touchscreen zur weltweiten Verbreitung verholfen und dem digitalen Kino zum Durchbruch.

Jobs hat einen Kult geschaffen. Er hat ein Markenlogo fast in eine Religion verwandelt, die in jedem zweiten Hollywoodfilm zitiert wird und die die Simpsons-Macher parodierten. Und trotz aller Kritik an seinem Führungsstil und den Verkaufsmethoden seines Konzerns blieb er für viele der Weiße Ritter, der es schaffte, das Monopol von Microsoft und IBM zu brechen.

Kaum hatte sich die Nachricht seines Todes verbreitet, kondolierte ganz Amerika. Es war, als sei Lady Di gestorben. Oder John F. Kennedy. Oder John Lennon. Es war, als sei eine glückliche Ära vorbei.

Präsident Barack Obama erklärte, die Welt habe einen Visionär verloren. Sein Erzfeind Bill Gates sagte, er werde ihn immens vermissen. Jack Welch, der frühere Vorstandsvorsitzende von General Electric meinte, Jobs habe jeden berührt. Mark Zuckerberg dankte ihm dafür, dass er sein Mentor gewesen sei. Arnold Schwarzenegger twitterte, dass Steve den "kalifornischen Traum" gelebt und die Welt für alle von uns geändert habe. Jon Huntsman, der republikanische Präsidentschaftskandidat kondolierte, genau wie Kaliforniens Gouverneur Jerry Brown und New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg.

Leser-Kommentare
  1. 1. [...]

    Entfernt. Wir bitten Sie, dem Anlass angemessen zu kommentieren. Danke. Die Redaktion/sh

  2. 2. [...]

    Entfernt. Bitte diskutieren Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/sc

  3. Entfernt. Bitte wenden Sie sich bei Fragen oder Hinweisen zur Moderation an community@zeit.de. Danke. Die Redaktion/sc

    • noitom
    • 06.10.2011 um 12:14 Uhr

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    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Es ist traurig, wie viele herzlose Basher sich hier versammeln - unfähig die Leistung anderer zu würdigen ... aber arrogant genug, den Kapitän eines riesigen kapitalträchtigen Schiffes auf stürmischer See mit den Ratschlägen von Landratten zu bewerfen.

    So wird man diesem Menschen aber nicht gerecht. Außer dessen Lebenswerk muß man auch dessen Anderstsein und dessen besondere Situation im (Kapital)Markt bedenken - er erschuf (für uns) die (Produkt)Träume, zu denen MS und IBM so unfähig waren. Er kam, sah und tat es. Ein Mann der Tat, aber auch ein Mann mit Visionen ... und ein sehr sehr guter Ratgeber : darum hier nochmal den Autor zitierend :

    2005, vor sechs Jahren, schien es, als sei Jobs dem Tod von der Schippe gesprungen. Er hielt damals eine legendäre Rede vor Studenten an der Stanford University. Er hatte von seinem Krebs erfahren, die Ärzte hatten ihm nur wenige Monate gegeben. Aber er hatte den Krebs überwunden. Niemand wolle sterben, sagte er damals, auch nicht die, die in den Himmel wollten (Jobs war Buddhist). "Eure Zeit ist begrenzt, also verschwendet sie nicht, das Leben eines anderen zu leben. Lasst euch nicht von Dogmen gefangen nehmen – davon, so zu leben, wie andere Menschen denken. Lasst den Lärm anderer Meinungen nicht eure eigene innere Stimme übertönen. Und, am wichtigsten, habt den Mut, eurem Herzen und eurer Intuition zu folgen. Die wissen, was ihr wirklich wollt, alles andere ist sekundär." Und er fügte hinzu: "Bleibt hungrig. Bleibt albern."

    Es ist traurig, wie viele herzlose Basher sich hier versammeln - unfähig die Leistung anderer zu würdigen ... aber arrogant genug, den Kapitän eines riesigen kapitalträchtigen Schiffes auf stürmischer See mit den Ratschlägen von Landratten zu bewerfen.

    So wird man diesem Menschen aber nicht gerecht. Außer dessen Lebenswerk muß man auch dessen Anderstsein und dessen besondere Situation im (Kapital)Markt bedenken - er erschuf (für uns) die (Produkt)Träume, zu denen MS und IBM so unfähig waren. Er kam, sah und tat es. Ein Mann der Tat, aber auch ein Mann mit Visionen ... und ein sehr sehr guter Ratgeber : darum hier nochmal den Autor zitierend :

    2005, vor sechs Jahren, schien es, als sei Jobs dem Tod von der Schippe gesprungen. Er hielt damals eine legendäre Rede vor Studenten an der Stanford University. Er hatte von seinem Krebs erfahren, die Ärzte hatten ihm nur wenige Monate gegeben. Aber er hatte den Krebs überwunden. Niemand wolle sterben, sagte er damals, auch nicht die, die in den Himmel wollten (Jobs war Buddhist). "Eure Zeit ist begrenzt, also verschwendet sie nicht, das Leben eines anderen zu leben. Lasst euch nicht von Dogmen gefangen nehmen – davon, so zu leben, wie andere Menschen denken. Lasst den Lärm anderer Meinungen nicht eure eigene innere Stimme übertönen. Und, am wichtigsten, habt den Mut, eurem Herzen und eurer Intuition zu folgen. Die wissen, was ihr wirklich wollt, alles andere ist sekundär." Und er fügte hinzu: "Bleibt hungrig. Bleibt albern."

  4. ein sehr umstrittender charakter sicherlich, ich kann nicht sagen das ich ihn sympathisch fand und achten kann ich menschen auch nicht die für ihre ideen über leichen gehen, trotzdem muss man anerkennen das dieses arbeitstier sich aus der asche erhoben hat wie kein zweiter.

  5. sicher !

    Gleichwohl darf mann traurig sein !

    Schade das er nicht mehr unter uns ist.

    Wetering

  6. Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich konstruktiv. Danke, die Redaktion/se

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