Trauer um Steve Jobs"Thank you, Steve"

Der Tod des Apple-Mitgründers hat nicht nur in den USA Trauer und Bestürzung ausgelöst. Weltweit äußern Menschen Bewunderung für den Menschen und Unternehmer Jobs. von dpa

Ein Passant verbeugt sich vor den Blumen, die am Apple-Laden in Tokyo auf der Straße liegen.

Ein Passant verbeugt sich vor den Blumen, die am Apple-Laden in Tokyo auf der Straße liegen.  |  © YOSHIKAZU TSUNO/AFP/Getty Images

Wenige Menschen haben das tägliche Leben des modernen Menschen so beeinflusst wie er: Längst nicht nur die Computerwelt trauert um den Visionär Steve Jobs. Die Zahl der Nachrufe in der Presse steigt stetig. Vor der Apple-Zentrale in Cupertino und vor seinem Wohnhaus in Palo Alto versammeln sich die Menschen, um gemeinsam Abschied zu nehmen.

"Thank you for making the iPhones, Computers and iPads. I really miss you. Jasmine." Es sind nur ein paar Worte, in Kinderschrift auf den Bürgersteig vor Jobs' Haus in Palo Alto geschrieben. Doch sie drücken aus, was viele Menschen über den Verlust des Apple-Mitgründers und langjährigen Konzernchefs empfinden. "Dankeschön fürs Bauen der iPhones, Computer und iPads. Ich vermisse Dich."

Anzeige

"Viele Leute sind heute Abend hergekommen, haben Blumen abgelegt, einen Moment inne gehalten", sagt ein Polizist. Viele weitere werden noch kommen, vermuten er und seine Kollegen, die sich auf eine lange Nacht einstellen. Denn Jobs ist vor allem in den USA für viele ein Held. "Steve, Du hast unser Leben einfacher gemacht", hat einer auf das Pflaster geschrieben. Dafür lieben sie ihn – auch über den Tod hinaus.

Apple würdigt das Lebenswerk

"Wir sind zutiefst betrübt, dass wir den Tod von Steve Jobs bekannt geben müssen," erklärte der Verwaltungsrat des Unternehmens. "Steves Brillanz, seine Leidenschaft und Energie waren der Quell zahlloser Innovationen, die das Leben von uns allen bereichern und verbessern."

Sein Nachfolger, Apple-Chef Tim Cook, würdigte seinen Mentor als "kreatives Genie". In einer E-Mail an die Angestellten des Unternehmens schrieb er: "Die Welt hat einen unglaublichen Menschen verloren. Diejenigen von uns, die glücklich genug waren, (ihn) zu kennen und mit Steve zusammenzuarbeiten, haben einen lieben Freund und inspirierenden Mentor verloren."

Google bewundert Jobs Talent

Google-Chef Eric Schmidt hatte früher selbst eine führende Position bei Apple inne und hatte so die Möglichkeit, Jobs persönlich kennen zu lernen: "Steve war so charismatisch brillant, dass er Menschen inspirierte, das Unmögliche zu tun." Er werde als der größte Computererfinder in der Geschichte in Erinnerung bleiben, sagte Schmidt und sprach von einem sehr traurigen Tag "für uns alle".

Larry Page, Mitbegründer von Google "ist sehr, sehr traurig" über die Nachricht von Steve Jobs' Tod. "Er schien immer in der Lage zu sein, in nur wenigen Worten das zu sagen, was man eigentlich schon gedacht haben hätte sollen, bevor man es gedacht hat.

Geschäftsmann mit "Kultsymbolcharakter"

Der frühere Microsoft-Chef Bill Gates erklärte, auf der Welt gebe es selten jemanden, der einen so tiefgreifenden Einfluss wie Jobs gehabt habe. Die Auswirkungen würden für viele künftige Generationen spürbar sein. "Ich werde Steve enorm vermissen", schrieb Gates.

Microsoft-Mitgründer Bill Gates war Jahrzehnte lang ein Konkurrent von Jobs.

In den vergangenen Jahren lag Apple vor allem mit Google über Kreuz. Auf der Seite der täglich milliardenfach angeklickten Suchmaschine stand am Donnerstag "Steve Jobs, 1955 - 2011", der Klick auf den Namen führt direkt zur Startseite des Konkurrenten.

Die Chefin von Hewlett-Packard, Meg Whitman, meinte, Steve Jobs sei ein Unternehmer und Geschäftsmann mit Kultsymbolcharakter gewesen, dessen Einfluss auf die Technologie über das Silicon Valley hinaus zu spüren war. Er werde wegen Innovationen, die er auf den Markt gebracht und Inspiration, die er der Welt gebracht habe, in Erinnerung bleiben, sagte sie.

Auch der südkoreanische Apple-Wettbewerber Samsung beschrieb Jobs als innovativen Geist und großen Unternehmer. Der Geschäftsführer und Vizevorsitzende, G.S. Choi, sprach im Namen des Elektronikkonzerns der Familie und den Kollegen von Jobs sein "tiefstes Mitgefühl" aus.

Leserkommentare
  1. Wir bitten Sie, dem Anlass angemessen zu kommentieren und Ihre Kritik an Apple an anderer Stelle zu äußern, zum Beispiel hier: http://www.zeit.de/digita...
    Danke. Die Redaktion/sc

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Derika
    • 06. Oktober 2011 16:28 Uhr

    Entfernt. Bitte diskutieren Sie sachlich und konstruktiv. Danke, die Redaktion/mk

    • Lutz2
    • 06. Oktober 2011 12:55 Uhr
    2. [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf pietätlose Kommentare. Danke, die Redaktion/mk

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Pietätlosigkeiten. Danke, die Redaktion/se

    Lutz2, was für ein nonsens. Typisch Deutscher Michel. Kann es einfach nicht fertigbringen andere Menschen auch mal für deren Leistung zu loben - noch nicht mal beim Abschied am Grab. Erbärmlich.

    Und darüberhinaus ist es so unsinnig Dinge miteinander zu vergleichen, die nichts miteinander zu tun haben. JEDE positive Leistung ist zu würdigen. Und man sollte sich erlauben es mit Freude und so oft wie möglich zu tun. Wir vergeben uns damit nichts. Das gilt gegenüber Hausfrauen und Feuerwehrmänner genauso wie für Manager und Visionäre.

    Und es gibt immer weit mehr als nur die Wahl zwischen dies und das. Vielfalt beherrscht unseren Planeten (und zeichnet diesen aus). Und vielfältig dürfen (und sollten) auch Ansichten und (Lebens)Entwürfe sein können. Es kann gar nicht genug Wahrheiten geben, die nebeneinander stehen dürfen (all die Schattierungen würdigend, die ein Werk oder ein Leben aufzuweisen hat).

    Was soll immer die Einschränkung auf nur eine Sichtweise. Wir bauen mit dieser eigenen Begrenztheit doch nur unser eigenes Gefängnis - und das Gefängnis für unsere Kinder dazu. Großzügigkeit und Pluralismus sollten wir lehren, sowie die Kunst "das Kind in uns" über die Zeit des Erwachsenwerdens hinwegzuretten.

    Das Leben ist zu kurz, sich über Gestern zu ärgern und deswegen Freude am Jetzt zu begrenzen.

    Und es gibt keinen Grund mehr sich über Steve Jobs zu ärgern. Denn er hat Platz gemacht für Neues.

    So genial hat er es gesehen. Diese Größe ist zu würdigen.

  2. Gegen all die Skeptiker, mit innerer Ueberzeugung fuer die Verbesserung der Welt einzutreten, keiner konnte das besser in Technik giessen als Steve Jobs:

    http://www.youtube.com/wa...

    He really knew what it means to think different.

    • xtraa
    • 06. Oktober 2011 13:00 Uhr

    …finally came to an end. Gemeint ist der Lebensweg von Steve Jobs, doch er hat gut vorgesorgt für Apple. Produkte wie das iPad waren schon vor acht Jahren in der Schublade, und seine Welt, sein Playground, den er hinterlässt, hat dementsprechend auch noch viele künftige Entwicklungen zu bieten.

    Wichtig für Apple wird nun sein, seine risikofreudige Innovationsbereitschaft beizubehalten, und mit dem gleichen Enthusiasmus weiterzumachen. Die richtigen Leute hat er dafür positioniert und eingekauft. Jetzt geht es darum, Apples Kultur auch weiterhin zu verfolgen. Das wäre nicht nur in Steves Sinn, sondern in unser aller Sinn. Technische Entwicklungen voranzutreiben und auf einem begeisternden, simplen, marktreifen, praktikablen Level anzubieten - das soll der Weg für Apple in der Post-Jobs-Ära sein.

    Danke Steve, für die letzten 37 Jahre, für einen neuen technischen Lebensstandard.

  3. Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Pietätlosigkeiten. Danke, die Redaktion/se

    Antwort auf "[...]"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Ich bin ebenfalls Apple-Kritiker, aber Ihre Sicht der Dinge ist doch etwas kurz gegriffen.
    Viele Menschen beschweren sich darüber, dass Jobs - z.B. bei Spiegel Online - in einem Atemzug mit Einstein genannt wird.
    Doch was hat Einstein der Menschheit gebracht? Welche seiner Theorien würde uns heute ernsthaft fehlen, wenn es sie nicht gäbe? Welchen Einfluss hatte Einstein auf Ihr persönliches Leben? Sollten Sie nicht gerade Physiker sein, vermutlich keinen besonders großen. Und doch werden Sie vermutlich anerkennen, dass Einstein eine bedeutende Persönlichkeit war und einen Nachruf auf ZEIT Online verdient hätte.
    Steve Jobs dagegen HAT den Alltag vieler Menschen verändert. Und seine Produkte werden auch Ihr Leben verändern, selbst wenn Sie keine Apple-Produkte kaufen. Ob man das nun gut findet oder nicht, ist zunächst einmal zweitrangig.
    Jobs hat mit Apple den Computermarkt revolutioniert. Er hat verändert, wie Menschen mit Computern und Telefonen umgehen und was sie - nicht nur in Sachen Design - von ihnen erwarten. Im Rahmen der digitalen Revolution eine Leistung, die man durchaus anerkennen sollte. Hinzu kommt sein maßgeblicher Einfluss auf die Rezeption von Musik (iPod und iTunes) und die Filmindustrie (Pixar). In all diesen Bereichen hat sich Jobs weniger als kreativer Kopf bzw. Designer ausgezeichnet, sondern vielmehr als Impulsgeber, Visionär und Marketinggenie. Insofern ist der Vergleich mit Einstein tatsächlich unangebracht. Thomas Alva Edison ist ihm viel näher.

  4. Man kann es mit dem Personenkult auch mächtig übertreiben.

    Andererseits: erst kürzlich hat eine Studie gezeigt, dass bei hartgesottenen Apple-"Jüngern" im Gespräch über ihren Kultus dieselben Hirnregionen aktiv sind wie bei religiösen Menschen, die über ihren Glauben sprechen.

    Dass die Jobs-Verehrung nun also schon beinahe religiöse Dimensionen annimmt, sollte da nicht mehr allzu sehr überraschen.

    Bei aller Kritik möchte ich nun aber doch noch versöhnlich anfügen: Ruhe in Frieden, Steve Jobs.

    • hareck
    • 06. Oktober 2011 13:35 Uhr

    Entfernt. Kritik an der Moderation richten Sie bitte an community@zeit.de. Danke, die Redaktion/se

    • Zack34
    • 06. Oktober 2011 13:37 Uhr

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Artikel Auf einer Seite lesen
  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Schlagworte Bill Gates | Google | Barack Obama | Eric Schmidt | Apple | Disney
Service