Google-Manager Hugo Barra präsentiert den neuen Tablet-Computer Nexus 7. © Christoph Dernbach/dpa

Für den Preis von knapp 200 Dollar will Google seinen eigenen Tablet-Computer Nexus 7 auf den Markt bringen. Der Konzern stellte das Gerät am Mittwoch auf seiner Entwicklerkonferenz Google I/O in San Francisco vor. Das Nexus 7 soll in den Vereinigten Staaten, Kanada , Großbritannien und Australien ab Mitte Juli verkauft werden. Man muss es direkt bei Google online bestellen, gebaut wird es vom taiwanesischen Hersteller Asus. In Deutschland kommt das Gerät zunächst nicht auf den Markt.

Nexus 7 hat eine Bildschirmdiagonale von sieben Zoll. Das ist so groß wie der Bildschirm eines Amazon Kindle Fire und erheblich kleiner als ein iPad. Nach Angaben von Google wiegt das Nexus 340 Gramm und bietet entweder acht oder sechszehn Gigabyte Speicher. Der Akku soll acht Stunden aktiven Betrieb leisten können. Die Hardware-Details (Tegra-3-Chipsatz, sieben Zoll) erinnern an ein Gerät, das Asus Anfang des Jahres vorgestellt hatte. Allerdings besitzt das Nexus mit seinem Chip in Vier-Kern-Architektur einen stärkeren Prozessor.

Nexus 7 ist kein Arbeitsgerät, das war die Botschaft der Präsentation, sondern eine Entertainment-Maschine. Damit dürfte Google vor allem Amazon Konkurrenz machen. Amazon hatte mit seinem 199 Dollar teuren Sieben-Zoll-Tablet Fire den US-Markt aufgerollt: Das erst im November 2011 eingeführte Kindle Fire konnte bereits im Dezember einen US-Marktanteil von 29,4 Prozent unter den Tablets mit Android-Betriebssystem erobern und diesen bis Februar 2012 sogar auf 54,4 Prozent steigern und somit fast verdoppeln.


Bislang hat Apple mit seinem iPad den größten Marktanteil im Geschäft mit Tablet-Computern. Mitte Juni hat aber auch Microsoft erste eigene Tablet-Rechner mit dem neuen System Windows 8 vorgestellt.

Android enthält Spracherkennung

Auf seiner Entwicklerkonferenz präsentierte Google zudem eine neue Version des Betriebssystems Android. Die Software für Smartphones und Tablet-Computer enthält eine Spracherkennung, die dem Apple-System Siri ähnelt, und stellt Informationen zu Straßenverkehr, Flügen und Nachrichten in Echtzeit dar . Die Auslieferung von Android 4.1 – Codename Jelly Bean (Gelee-Bonbon) – soll Mitte Juli beginnen. Bis Nutzer die Software auf ihrem Gerät haben, vergeht erfahrungsgemäß aber einige Zeit.

Die Spracherkennung ist vollständig auf dem Gerät installiert und funktioniert somit ohne Internetverbindung. Sie ist zunächst lediglich in Englisch verfügbar, weitere Sprachversionen sollen bald folgen. Weitere Neuerungen: Über die Nahfunk-Technologie NFC sollen Nutzer Kontakte, Fotos und Videos mit einer simplen Geste austauschen können. Die Verbindung mit Bluetooth-Geräten wie Kopfhörern oder Headsets wird wesentlich vereinfacht. Zudem überarbeitet Google die Benutzeroberfläche.

Zahlen belegen Bedeutung von Android

Mit neuen Zahlen unterstrich Google die Bedeutung von Android. Jeden Tag würden eine Million Geräte mit dem System aktiviert. Mittlerweile sei die Marke von 400 Millionen Geräten überschritten. Auf der Software-Plattform Google Play seien 600.000 Applikationen und Spiele verfügbar. Seit dem Start verzeichnete Google mehr als 20 Milliarden Installationen.

Zur Google I/O haben sich mehr als 6.000 Programmierer und Internet-Experten in San Francisco versammelt. Ein wesentlicher Bestandteil der Konferenz sind die technischen Sitzungen, in denen das Unternehmen zeigt, welche Themen ihm besonders wichtig sind: Neben Android beispielsweise das mobile Betriebssystem Chrome, das Soziale Netzwerk Google+, der Kartendienst Maps, außerdem der Bezahldienst Wallet und die Daten-Synchronisierung Drive. Auch der Web-Standard HTML5 und YouTube spielen eine wichtige Rolle.