In elf deutschen Städten haben Clubbesitzer, Veranstalter und Musikfans gegen die Tarifreformen der Verwertungsgesellschaft Gema protestiert. Allein in Berlin gingen einige Hundert Menschen auf die Straße. Auf der Facebook-Seite des Club- und Veranstaltungs-Netzwerks FairPlay äußerten Kritiker der Reformpläne ihre Empörung. Die Gema sei "überflüssig", "arrogant", "ungerecht". Selbst die Abschaffung der Einrichtung wurde gefordert.

"Die Reformen der Gema zerstören weiträumig Kultur", sagte dazu Organisatorin Sabine Hoffman-Acheampong von FairPlay. Durch die Tarifänderungen würden Preissteigerungen von bis zu 1.000 Prozent auf die Veranstalter zukommen.

Wenige Stunden vor den Protesten gab die Gema eine Pressekonferenz in Berlin. Darin bekräftigte sie ihre Haltung zu den Reformen, die nächsten April in Kraft treten sollen. Bereits am Montag hatte die Gema ihre Mitglieder mit einer E-Mail auf die Proteste zum heutigen Aktionstag vorbereitet. Der Inhalt der E-Mail taucht wenige Stunden später im Internet auf. So schrieb die Gema, sie sei rechtlich nicht in der Lage, die Proteste zu verbieten. Gema-Kritiker interpretierten den Satz so, als würde die Gema den Protest aber am liebsten verbieten lassen.

Auf der heutigen Pressekonferenz zeigte sich Gema-Sprecherin Ursula Goebel aber verständnisvoll. "Ich verstehe, dass es gerade für viele schwierig ist", sagte sie.

Problem der Gleichstellung aller Clubs und Diskotheken

Aus einem Statement der Direktion in München geht gar hervor, die Gema begrüße die Demonstrationen, da so der Stellenwert der Musik innerhalb der Gesellschaft deutlich würde.

Am Dienstag hatten zwei Gema-Mitglieder, die Berliner DJs Andi und Hannes Teichmann, öffentlich auf die E-Mail reagiert und damit für Aufsehen gesorgt. "Ja, ich bin selber Urheber, fühle mich aber in vielen Punkten von der Gema eher schlecht vertreten" schrieb Hannes Teichmann auf seiner Facebook-Seite. Es könne keine Gleichstellung von anspruchsvollen Musik-Clubs und Diskotheken im klassischen Sinne geben.