RechteverwertungClubbesitzer protestieren gegen die GemaSeite 2/2

Genau das will die Gema mit ihren Reformen aber erreichen. Aus elf Tarifen sollen zwei werden, was die Rechteverwertung von Musik einfacher und transparenter machen soll. Zusätzlich soll der Grad der Musiknutzung eine Rolle spielen. Dazu wollen die sieben Bezirksdirektionen der Gema jede gemeldete Veranstaltung individuell betrachten. Das sei zwar mit einem hohen bürokratischen Aufwand verbunden, würde die Gerechtigkeit aber erhöhen, sagte Ursula Goebel. "In einem Club hat die Musik einen viel höheren Stellenwert als bei einer Betriebsfeier – hier müssen also auch die Kosten unterschiedlich ausfallen." Der Bundesverband Dehoga hatte die Kosten vor einigen Tagen beispielhaft für eine Frankfurter Großraumdiskothek berechnet und war auf eine Summe von 420.000 Euro jährlich allein für die Musiknutzung gekommen.

Ungenaue Zahlen

Hier seien ungenaue Zahlen im Spiel gewesen, sagte Goebel heute dazu. Außerdem seien Rabatte von bis zu 30 Prozent nicht berücksichtigt worden. Auch bei der veranschlagten Abgabe von 10 Prozent des Umsatzes habe es Missverständnisse gegeben. Dieser Anteil, den die Veranstalter von ihren Einnahmen aus den Eintrittsgeldern an die Gema zahlen müssen, sei bereits inklusive diverser Zeitzuschläge. "Wenn man bedenkt, dass ein Club durchschnittlich nur 17 Prozent seines gesamten Umsatzes mit dem Eintritt macht, halte ich das für angemessen", sagte Goebel.

Diese 17 Prozent gehen aus einer Studie der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft aus dem Jahr 2007 hervor. Das Aktionsbündnis kultur-retten.de greift die Studie jedoch an. Sie sei bereits fünf Jahre alt und es seien nur Clubs, keine Diskotheken im herkömmlichen Sinne berücksichtigt. "Die Gema legt diese Studie zu ihren Gunsten aus" heißt es in einer Mitteilung des Bündnisses.

Ob und wann sich die Veranstalter mit der Gema einigen können, ist nicht abzusehen. Ende des Monats aber will die Gema wenigstens die Clubbranche von den Reformen überzeugen. Die wird von dem neugegründeten Verband LiveKomm vertreten werden.

Sabine Hoffman-Acheampong von FairPlay hält solche Verhandlungen für wenig aussichtsreich: "Unser Hauptziel ist es, die geplanten Reformen komplett zu stoppen."

 
Leserkommentare
  1. Die Aussage von Frau Goebel wird im Artikel wiedergegeben mit:
    "Auch bei der veranschlagten Abgabe von 10 Prozent des Umsatzes habe es Missverständnisse gegeben. Dieser Anteil, den die Veranstalter von ihren Einnahmen aus den Eintrittsgeldern an die Gema zahlen müssen, sei bereits inklusive diverser Zeitzuschläge."

    Im Tarif M-V heißt es im Rahmen der Härtefallnachlassregelung auf die sich Frau Goebel bezieht:
    "Die Vergütung kann die Mindestvergütung der Vergütungssätze II., ggfs. zuzüglich Zeitzuschläge und Zuschläge aus weiteren genutzten Urheberrechten, nicht unterschreiten."

    Nach unten hin sind die Härtefallbeträge mit den Mindestvergütungen ZUZÜGLICH von Zeitzuschlägen und weiteren Zuschlägen gedeckelt, weitere Nachlässe werden nicht gewährt.
    Darüber hinaus ist zu bemerken dass die GEMA die Mindestvergütungssätze, welche hier zum Tragen kommen, um bis zu 76% erhöht hat.

    Auch sind fast alle kostenlose Veranstaltungen von dieser Erhöhung der Mindestvergütungssätze betroffen und werden zukünftig stärker zur Kasse gebeten.

    Mit freundlcihen Grüßen
    Jens Fiala
    (Kultur-retten.de)

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  2. das bild stammt aus dresden ;)

    zwecks der internen gema mail http://www.golem.de/news/...

  3. Interessante Passage aus dem wikipedia-Artikel zur GEMA:

    "De facto wurde jedoch bislang jeder Versuch der Gründung einer Konkurrenzinstitution zur GEMA vom Deutschen Patentamt verhindert und die Eigenvertretung der Rechtsansprüche ist für einen einzelnen Künstler kaum zu bewerkstelligen".

    Vielleicht finden sich in der neuen Situation ja genügend Anbieter und Abnehmer, um eine Art Indy-GEMA mit innovativem Konzept zu gründen und dies durchzupauken. Konkurrenz belebt das Geschäft. Und was am Geschäftsmodell der GEMA so patentwürdig sein soll, erschließt sich mir nicht ohne weiteres.

    Kann sich da die FDP nicht ein bisschen profilieren, als liberale Partei mit Fokus auf der freien Marktwirtschaft? Für die Fünfprozenthürde sollte sie jede Stimme mitnehmen.

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    • JAM030
    • 06.09.2012 um 21:49 Uhr

    Tatsächlich wird kein Künstler gezwungen, in die GEMA einzutreten und kann seine Rechte auch selbst verwerten. Dafür wären dann Verwertungsverträge mit jedem Nutzer der Musik notwendig - wenn der Künstler Geld für seine Arbeit sehen will.

    • JAM030
    • 06.09.2012 um 21:49 Uhr

    Tatsächlich wird kein Künstler gezwungen, in die GEMA einzutreten und kann seine Rechte auch selbst verwerten. Dafür wären dann Verwertungsverträge mit jedem Nutzer der Musik notwendig - wenn der Künstler Geld für seine Arbeit sehen will.

    • JAM030
    • 06.09.2012 um 21:42 Uhr

    Die Haltung der Clubs ist vermessen. Jedes Unternehmen muss für genutzte Ressourcen bezahlen. Wenn die Ressource ein Softgood wie Musik ist, kostet das. Es protestiert ja auch keiner dagegen, dass eine Brauerei Geld für Bierlieferungen an die Clubs haben will.

    Proteste gegen die Gema sind versteckte Proteste gegen Künstler, die für ihre Werke Geld haben wollen. Um das weiter zu verschleiern, bezeichnen sich Club-Betreiber dann auch mal gern als "Kreative". Ein echter Witz!

    Ich finde es gut, wenn die Gema als von Musikern beauftragte Verwertungsgesellschaft sich hier durchsetzt. Niemand sollte zum wirtschaftlichen Vorteil anderer so ausgenutzt werden, wie es die Clubs bislang getan haben.

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    Wenn ich ein besonderes Bier aus einer kleinen Microbrewery trinke, möchte ich auch nicht, dass von den dafür bezahlten 4 EUR der Großteil an Warsteiner oder Beck's transferiert werden, weil sie als Massenproduzent bei einer "Bierabrechnungsgesellschaft" an der gedeckten Tafel sitzen und der Kleinbrauer nur am Katzentisch.

    Der folgende Artikel aus der FR beleuchtet die problematische Struktur der GEMA:
    http://www.fr-online.de/k...

    Sie können gerne weiterhin behaupten, dass Gegner dieses Geschäftsmodells ausschließlich Schnorrer und Piraten sind.

    als wollten die Diskothekenbesitzer überhaupt nichts mehr zahlen. Dies ist aber nicht das Anliegen der Betreiber. Fänden Sie es nicht auch etwas dreist, wenn ein Clubbesitzer, der bisher jährlich eine Pauschale von etwa 7000 Euro jährlich zahlen musste, auf einmal 35 000 blechen müsste (abgeleitet aus dem Umsatz; Quelle: Bayern 3 Nachrichten der vergangenen Nacht)?

    Der Unterschied hinsichtlich der zu entrichtenden Zahlungen ist meiner Ansicht nach beträchtlich und das schwarze Banner mit der Kuh treffend!

    das Argument.

    damit wir mal eines immer noch festhalten:
    Die GEMA hat zwischen 12-15 % Verwaltungskosten und 12-15 % von Y ist mehr als 12-15 % von X (Y > X), also verdient die die GEMA erstmal massig mit.
    Dann gibt es nocht die "Premium-Klasse" der GEMA die dann auch noch richtig absahnen.
    Siehe dazu PRO-Modell.

    Also erstmal überlegen, dann mit den "Besitzstandssprüchen2 kommen.

    Wenn ich ein besonderes Bier aus einer kleinen Microbrewery trinke, möchte ich auch nicht, dass von den dafür bezahlten 4 EUR der Großteil an Warsteiner oder Beck's transferiert werden, weil sie als Massenproduzent bei einer "Bierabrechnungsgesellschaft" an der gedeckten Tafel sitzen und der Kleinbrauer nur am Katzentisch.

    Der folgende Artikel aus der FR beleuchtet die problematische Struktur der GEMA:
    http://www.fr-online.de/k...

    Sie können gerne weiterhin behaupten, dass Gegner dieses Geschäftsmodells ausschließlich Schnorrer und Piraten sind.

    als wollten die Diskothekenbesitzer überhaupt nichts mehr zahlen. Dies ist aber nicht das Anliegen der Betreiber. Fänden Sie es nicht auch etwas dreist, wenn ein Clubbesitzer, der bisher jährlich eine Pauschale von etwa 7000 Euro jährlich zahlen musste, auf einmal 35 000 blechen müsste (abgeleitet aus dem Umsatz; Quelle: Bayern 3 Nachrichten der vergangenen Nacht)?

    Der Unterschied hinsichtlich der zu entrichtenden Zahlungen ist meiner Ansicht nach beträchtlich und das schwarze Banner mit der Kuh treffend!

    das Argument.

    damit wir mal eines immer noch festhalten:
    Die GEMA hat zwischen 12-15 % Verwaltungskosten und 12-15 % von Y ist mehr als 12-15 % von X (Y > X), also verdient die die GEMA erstmal massig mit.
    Dann gibt es nocht die "Premium-Klasse" der GEMA die dann auch noch richtig absahnen.
    Siehe dazu PRO-Modell.

    Also erstmal überlegen, dann mit den "Besitzstandssprüchen2 kommen.

    • JAM030
    • 06.09.2012 um 21:49 Uhr

    Tatsächlich wird kein Künstler gezwungen, in die GEMA einzutreten und kann seine Rechte auch selbst verwerten. Dafür wären dann Verwertungsverträge mit jedem Nutzer der Musik notwendig - wenn der Künstler Geld für seine Arbeit sehen will.

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    Es stand auch in der zitierten Passage, dass kaum ein Urheber in der Lage wäre, selbst die Früchte seiner Arbeit einzutreiben.
    Eine konkurrierende Organisation könnte das durchaus. Es dürfte einige Musiker geben, die mit der GEMA unzufrieden sind und sich gerne von jemand anderem vermarklten lassen würden.

    wäre da nicht die GEMA-Vermutung.

    Selbst ohne dass man irgendetwas mit der GEMA zu tun hat, wird man gezwungen erst einen Beweis zu erbringen, das man nicht dort ist oder man muss eben trotzdem bezahlen.. Siehe Rechtsstreit mit den Musikpiraten

    Es stand auch in der zitierten Passage, dass kaum ein Urheber in der Lage wäre, selbst die Früchte seiner Arbeit einzutreiben.
    Eine konkurrierende Organisation könnte das durchaus. Es dürfte einige Musiker geben, die mit der GEMA unzufrieden sind und sich gerne von jemand anderem vermarklten lassen würden.

    wäre da nicht die GEMA-Vermutung.

    Selbst ohne dass man irgendetwas mit der GEMA zu tun hat, wird man gezwungen erst einen Beweis zu erbringen, das man nicht dort ist oder man muss eben trotzdem bezahlen.. Siehe Rechtsstreit mit den Musikpiraten

  4. Es stand auch in der zitierten Passage, dass kaum ein Urheber in der Lage wäre, selbst die Früchte seiner Arbeit einzutreiben.
    Eine konkurrierende Organisation könnte das durchaus. Es dürfte einige Musiker geben, die mit der GEMA unzufrieden sind und sich gerne von jemand anderem vermarklten lassen würden.

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  5. Wenn ich ein besonderes Bier aus einer kleinen Microbrewery trinke, möchte ich auch nicht, dass von den dafür bezahlten 4 EUR der Großteil an Warsteiner oder Beck's transferiert werden, weil sie als Massenproduzent bei einer "Bierabrechnungsgesellschaft" an der gedeckten Tafel sitzen und der Kleinbrauer nur am Katzentisch.

    Der folgende Artikel aus der FR beleuchtet die problematische Struktur der GEMA:
    http://www.fr-online.de/k...

    Sie können gerne weiterhin behaupten, dass Gegner dieses Geschäftsmodells ausschließlich Schnorrer und Piraten sind.

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  6. wäre da nicht die GEMA-Vermutung.

    Selbst ohne dass man irgendetwas mit der GEMA zu tun hat, wird man gezwungen erst einen Beweis zu erbringen, das man nicht dort ist oder man muss eben trotzdem bezahlen.. Siehe Rechtsstreit mit den Musikpiraten

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